Modellcharakter und Vorzeigeobjekt
Spatenstich für die neue Hennefer Fahrradstation
- Bürgermeister Mario Dahm, Daniela Hannemann, Andreas Marquardt, Uli Wilke, Klaus Wagner, Andreas Roll und Gertraud Wittmer (v.li.) beim Spatenstich auf dem Place le Pecq.
- Foto: Heimermann
Hennef. Seitdem der ADFC Hennef die Idee einer Fahrradstation am Bahnhof 2016 in die Öffentlichkeit trug, gab es viele Diskussionen über die Notwendigkeit. Kritik kam von der CDU, die Fahrradplätze im bestehenden Park & Ride-Parkhaus integrieren wollte und das jetzige Projekt wie die Unabhängigen als zu teuer (je Fahrradplatz 10.000 Euro) ablehnen. Im Januar 2025 stellte die Verwaltung die Entwurfsplanung vor, nachdem das Projekt in einer Machbarkeitsstudie auch auf den Bedarf geprüft wurde. Viele der täglich rund 4.900 Bahn- und 3.900 Busnutzer kommen mit dem Rad, die bestehenden Fahrradabstellplätze sind dafür nicht ausreichend.
Die neue Fahrradstation soll im Frühjahr 2027 eröffnet werden und rund 4,3 Millionen Euro kosten. Die Fahrradstation entsteht auf dem Place Le Pecq direkt am Bahnhof Hennef. Das Gebäude besteht aus zwei Teilen und kombiniert eine Fahrradabstellanlage mit einem Service-Angebot rund ums Rad. Unter dem Platz entsteht die gesicherte Radabstellanlage für 392 Fahrräder mit Einfahrt direkt von der Fahrradstraße und Ausgang in die Bahnhofsunterführung. Die Ausfahrt erfolgt über die bestehende Rampe getrennt vom Fußverkehr ebenfalls direkt auf die Fahrradstraße. Über ein automatisiertes überwachtes System ist die Radabstellanlage jederzeit zugänglich. Sie funktioniert wie eine klassische Tiefgarage für Autos. Es gibt zudem sechs Stellplätze für Spezialräder, einen besonders gesicherten Abstellbereich für 44 kostenpflichtige Plätze und 75 Schließfächer für Helme. Auf dem bisher stark versiegelten Platz entsteht ein attraktiv gestaltetes Gebäude für einen Fahrradhandel mit Werkstatt sowie eine öffentliche, barrierefreie Toilette. Beim Gebäude wird auf Nachhaltigkeit geachtet mit einer Sichtholzfassade, Dachbegrünung sowie Photovoltaikanlage und es ist gegen Starkregenereignisse geschützt. Die Bauarbeiten beeinflussen den Straßenverkehr nicht. Mit einer Förderquote von 90 Prozent wird die Radstation als Vorbildprojekt bundesweit anerkannt.
Zum symbolischen Spatenstich hatte die Stadt auf den Place le Pecq eingeladen und rund 35 Gäste und Bürger waren gekommen. Die „Unabhängigen“ demonstrierten mit einem Planwagen, wo sie die Kosten je Rad aufgeführt hatten. „Ich freue mich, das mit der Fahrradstation endlich begonnen wird“, sagte Bürgermeister Mario Dahm, der auch stolz auf den „Modellcharakter“ der Radstation hinwies und sie als zentralen Baustein der Verkehrswende in Hennef bezeichnete.
Andreas Marquardt (Radverkehrsbeauftragter im Bundesverkehrsministerium) lobte die Art der Hennefer Radstation: „Da sind andere Kommunen noch lange nicht so weit, darum war es leicht, die 3,7 Millionen Förderung zu bewilligen“. Da das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) Projektträger ist, war auch Daniela Hannemann (Leiterin des BALM-Referats Nachhaltige Mobilitätsentwicklung) nach Hennef gekommen. Sie verwies darauf, dass 28 solcher Vorhaben im Bundesprogramm „Fahrradparkhäuser an Bahnhöfen“ gefördert werden. „Hennef hat alles richtig gemacht“, betonte Architekt Andreas Roll.
Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:Alfred Heimermann aus Hennef |
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