Sichere B8 in Hennef-Lichtenberg
Bürgerinitiative fordert schnelle Verbesserungen

Jochen Breuer, Max Heller, Annette Lipinski und Sebastian Schiefer (v.li.). | Foto: Heimermann
  • Jochen Breuer, Max Heller, Annette Lipinski und Sebastian Schiefer (v.li.).
  • Foto: Heimermann

Lichtenberg. Die Verkehrssicherheit an der Einmündung „Oberdorf“ zur B8 ist für viele Menschen in Lichtenberg ein zentrales Anliegen. Die Bürgerinitiative „Sichere B8 Hennef-Lichtenberg“ hat deshalb offiziell einen Bürgerantrag gemäß § 24 GO NRW eingereicht. Die begleitende Petition wird bereits von über 1.340 Menschen unterstützt, mehr als 75 Prozent davon aus Hennef. Aus Sicht der Initiative zeigt dies den großen Rückhalt in der Bevölkerung und die Dringlichkeit des Themas. Grundlage des Antrags ist die in der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung verankerte „Vision Zero“. Ziel ist es, schwere und tödliche Verkehrsunfälle möglichst zu verhindern. „Wir fordern daher ein vorausschauendes Handeln in der Verkehrsplanung, bevor Unfallzahlen kritische Grenzwerte erreichen“, erklären die Sprecher der Bürgerinitiative, Annette Lipinski und Sebastian Schiefer. Bei einem Vor-Ort- und Pressetermin wurden der aktuelle Sachstand sowie mögliche kurzfristige Maßnahmen besprochen. Dazu zählen insbesondere eine Querungshilfe, bessere Beleuchtung, zusätzliche Markierungen und mögliche Tempoanpassungen. Zur besseren Einschätzung der Situation fand zudem eine Begehung des Kreuzungs- und Haltestellenbereichs statt.

Jochen Breuer, Leiter des Hennefer Ordnungsamts, berichtete, dass der Stadtrat und die zuständigen Ausschüsse das Thema auf die Agenda gesetzt haben. Anschließend erläuterte er die wichtigsten Punkte:

  • Geschwindigkeitsbegrenzung: Nach den formalen Vorgaben der Behörden liegen bislang nicht genügend gleichartige Unfälle vor, um eine Temporeduzierung von 70 auf 50 km/h zu begründen. Auch die städtischen Messungen zeigen nach Angaben der Stadt eine Durchschnittsgeschwindigkeit knapp über 70 km/h. Für stationäre Blitzanlagen gelten ebenfalls hohe rechtliche Hürden. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass eine Reduzierung der Geschwindigkeit Auswirkungen auf den Verkehrsfluss (Ziehharmonika-Effekt) haben könnte.
  • Busverkehr und Haltestelle: Eine Einbahnstraßenregelung im Bereich Oberdorf wurde bereits geprüft. Für die Buslinie 522 würde sie jedoch längere Fahrzeiten verursachen und Bahnanschlüsse gefährden. Die RSVG sieht diese Lösung daher nicht als praktikable Option. Für die Bushaltestelle an der B8 hat die Stadt einen Eilantrag im Rahmen eines Förderprogramms gestellt. Geplant sind unter anderem Querungshilfe und Beleuchtung; eine Entscheidung wird bis Jahresende erwartet.
  • Leistungsfähigkeit des Verkehrsknotens: Die Stadt will für die Kreuzung B8/Oberdorf eine Leistungsfähigkeitsprüfung für eine mögliche Ampelanlage anstoßen. Ein Ingenieurbüro bewertet dabei den Verkehrsfluss auf einer Skala von A bis F - die Stufe D gilt noch als ausreichend. „Eine Ampelanlage wird aber zu längeren Wartezeiten für die Fahrzeuge aus der Oberdorfstraße von etwa vier Minuten bedeuten, da die B8 Vorrang hat“, gibt Breuer zu bedenken. Sollte eine Ampellösung nicht leistungsfähig sein, könnte dies eine Einbahnstraßenregelung im Oberdorfweg wahrscheinlicher machen.

Der Landtagsabgeordnete Björn Franken machte deutlich, dass die Situation nicht isoliert betrachtet werden dürfe. Gerade an der B8 gebe es mehrere gefährliche Stellen, weshalb Maßnahmen im Zusammenhang geprüft werden müssten. Er kündigte an, sich mit einem Schreiben an die Bezirksregierung zu wenden und eine Besichtigung der Örtlichkeit anzuregen. Auch die Bundestagsabgeordnete Elisabeth Winkelmeier-Becker sprach sich dafür aus, die bekannte Gefahrensituation vor Ort stärker in den Mittelpunkt der Argumentation zu stellen. Niedrige Unfallzahlen bedeuteten nicht zwangsläufig, dass keine Gefahr bestehe. Sie könnten auch darauf zurückzuführen sein, dass Anwohner die Risiken kennen und besonders vorsichtig fahren.

Für Sebastian Schiefer ist entscheidend, die Situation stärker in den Fokus zu rücken und auf die Risiken aufmerksam zu machen. Zu dem Ortstermin kamen über 30 Personen, darunter auch Vizebürgermeister Max Heller, der Lichtenberg im Stadtrat vertritt.

Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:

Alfred Heimermann aus Hennef

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