Duisdorf Esel
Der Esel geht 2026 an einen „Kümmerer“

Stolzer Eselspreisträger (von links): Michael Andreas Möller, Walter Nettekoven und Maggy Grünewald.  | Foto: Frank Engel-Strebel
  • Stolzer Eselspreisträger (von links): Michael Andreas Möller, Walter Nettekoven und Maggy Grünewald.
  • Foto: Frank Engel-Strebel

Duisdorf (fes). Das Bundesverdienstkreuz hat er bereits, Ehrenmitglied seines Vereins, des Turn- und Kraftsportvereins (TKSV) Duisdorf, ist er längst. Was kann da noch kommen? Eine ganz besondere Auszeichnung, die Walter Nettekoven nach so vielen Jahren ehrenamtlichen Engagements, wie er selbst sagt, „ein bisschen stolz macht“: Er ist der 20. Träger des Duisdorfer Esels.

Der 75-Jährige war nicht nur 27 Jahre Geschäftsführer und drei Jahre erster Vorsitzender des TKSV, er rief 2005 die Eselsverleihung sogar mit ins Leben, um Menschen, die sich um den Stadtteil Duisdorf verdient gemacht haben, mit diesem Preis zu würdigen. Nun hält er diesen Ehrenpreis selbst in den Händen.

Vereinspräsident Michael Andreas Möller machte es in dem bis auf den letzten Platz besetzten Kulturzentrum Hardtberg wieder einmal spannend, denn niemand wusste vorab, wem dieser Preis in diesem Jahr zuteilwerden sollte.

Häppchenweise gab Möller immer mehr Hinweise preis, bis klar wurde, wer gemeint war. Er verwies auf den „Kümmerer“, der Anfang der 1980er Jahre seine Privatwohnung in eine Schaltzentrale für die Vereinsarbeit verwandelt hatte. Los ging alles mit einer einfachen Reiseschreibmaschine und einem Telefon, später kamen der erste PC und ein ratternder Nadeldrucker hinzu. Dateien wurden auf großen Floppy Disks abgespeichert, erinnert sich der Geehrte. Das Internetzeitalter war noch weit entfernt.

Seine große Leidenschaft galt dem Ringen. Einige Jahre stand Nettekoven selbst auf der Matte, zog sich dann aber aus dem aktiven Sport zurück. 1959 trat er der Ringerjugend des TKSV bei, der in diesem Jahr 120 Jahre alt geworden ist. 1978/79 richtete er im Sportpark Nord die Deutschen Meisterschaften der Junioren und Senioren im Ringen aus.

Nettekoven engagierte sich auch auf Landes- und Bundesebene. Als „Kümmerer“ ist er auch im Ortsfestausschuss Duisdorf aktiv. Ihm ist es zu verdanken, dass es den Adventsmarkt gibt. Doch allmählich möchte Nettekoven kürzertreten.

Seine vielen Termine nahm er stets ohne Auto wahr, denn er besitzt bis heute keinen Führerschein: „Bislang bin ich noch zu jeder Veranstaltung hingekommen und habe meinen Weg gefunden.“

Den Eselspreis hat wie immer die Künstlerin Maggy Grünewald entworfen. Die Skulptur wird für jeden Preisträger individuell angefertigt. Nettekovens Modell zieren ein Ringerpaar sowie die Logos seiner Lieblingsvereine, des 1. FC Köln und natürlich des TKSV.

Auch Christoph Schada von Borzyskowski, Bürgermeister des Stadtbezirks Hardtberg, kannte den Namen des Würdenträgers vorab nicht. Er gratulierte nicht nur Nettekoven, sondern lobte auch alle anderen Menschen, die sich in ihrer Freizeit für andere einsetzen.

Bei der Eselsverleihung wurde wieder für den guten Zweck gesammelt, diesmal kamen 600 Euro für das Mitmachzentrum „Meding:Home“ zusammen.

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