Terrassenfreibad Frechen
Kritische Nachfragen zu „desaströsem Verlauf“
- Besser spät als nie: Nachdem das Springerbecken mit Edelstahl ausgelegt wurde, muss jetzt noch die Sprungfläche des 10-Meter-Turms gekürzt werden. Dazu muss der Edelstahl aufwändig geschützt werden. FDP und Grüne wollen wissen, warum die Kürzung nicht früher erfolgte und wer für diese Entscheidung verantwortlich ist.
- Foto: Stadt Frechen
Kommunalpolitiker der FDP und der Grünen sprachen, nach der Begehung der Baustelle Terrassenfreibad, von einem „desaströsen Verlauf“ des Bauprojekts und fordern im Nachgang mehr Transparenz, eine Aufstellung des gesamten Zahlungsverkehrs rund um das Schwimmbadprojekt sowie die Namen der dafür verantwortlichen Personen.
Frechen (lk). In einem mehrseitigen Schreiben an den Vorsitzenden des Betriebsausschusses für den Freizeit- und Bäderbetrieb und Sport, Maximilian Singer, haben die Ratsfraktionen, vor der Sitzung des Ausschusses am Donnerstag, 19. Februar, Einsicht in die ursprünglich beschlossenen Pläne zur Sanierung des Bades gefordert.
Sie interessieren sich unter anderem für die ausführenden Fachfirmen vor Ort und ihre Verantwortlichkeiten. Auch die Trennung vom Generalplaner aus Düsseldorf, nach Verzögerung der Fertigstellung des Bauvorhabens, wird hinterfragt.
So fragen sich die Kommunalpolitiker inwieweit die hinzugerufene Kölner Anwaltskanzlei die Verwaltung bei der Trennung vom Generalplaner beraten und begleitet hat und welche weitere Zusammenarbeit mit den Kölner Juristen geplant ist.
Besonders interessiert die Antragsteller die Frage, wer maßgeblich in der Verwaltung die Entscheidung getroffen hat, sich von dem Düsseldorfer Architekturbüro zu trennen und ob dem Unternehmen zuvor Fristen gesetzt wurden.Auch der „Schildbürgerstreich“ rund um den zu spät gekürzten Sprungturm, über den wir in der vergangenen Woche berichteten, findet Erwähnung: „Hier soll erst jetzt nach Einbau des Edelstahlbeckens bekannt geworden sein, dass das 10 Meter Brett gekürzt werden muss. Wie kann es sein, dass die notwendige Kürzung des Sprungbrettes erst nach Einbau des Edelstahlbeckens erfolgt? Wer ist hierfür verantwortlich? Welche Mehrkosten entstehen hierdurch? Seit wann ist bekannt, dass das 10 m Brett zu lang ist? Warum war das 10 m Brett in den letzten Jahren bereits gesperrt?“, heißt es in der Anfrage an die Stadtverwaltung. Gefordert werden zudem Namen und Verantwortlichkeiten. „Wer war in der Stadtverwaltung seit Beginn der Sanierung in der Stadtverwaltung für die Baustelle verantwortlich? Wer ist es aktuell?“, fragen Liberale und Grüne. Auch die Begleitung des Projekts durch die städtische Kämmerei, den städtischen Projektleiter und die ehemalige Bürgermeisterin wird kritisch hinterfragt.
Des Weiteren wollen die Ratsfraktionen wissen, wer sich aktuell mit dem geschassten Düsseldorfer Generalplaner und den aktuell vor Ort aktiven Unternehmen austauscht und ob die Wirtschaftlichkeit des Projektes überprüft wurde und wird.
Die Anschaffung und Einlagerung eines Piratenschiffes für das Freibad wird ebenfalls hinterfragt: „Wurde das Piratenschiff schon angeliefert? Falls ja: Wo befindet es sich derzeit? Abgesehen von der Diebstahlgefahr - Anlieferung unterstellt: gibt es die Möglichkeit, das teure, hölzerne Spielgerät so einzulagern, dass es nicht bereits vor der Eröffnung des Freibades witterungsbedingt Schaden nimmt?“, fragen die Politiker.
Redakteur/in:Lars Kindermann aus Rhein-Erft |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.