Baustart an der Bonnstraße
Frechener Möwen wieder im Fokus

Foto: Benedikt Hillebrandt / NABU Rhein-Erft
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Die Brutkolonie der Herings-, Lach- und die Sturmmöwen im Gewerbegebiet Frechen steht wieder im Fokus des Interesses von Naturschützern. Nach der Ankündigung, dass auf dem Gelände – nach Jahren des Stillstands - wieder die Arbeiten aufgenommen werden, sieht der NABU die geschrumpfte Frechener Möwenpopulation in Gefahr.

Vor über 50 Jahren wurden die Möwen von einer Kaffeerösterei angelockt, wo sie reichlich weggeworfene Kaffeebohnenschalen und Fruchtfleisch als Nahrungsquelle vorfanden. Über 500 Möwenpaare fanden sich jedes Jahr in Frechen ein, um auf dem ehemaligen Kaufhof-Areal zu brüten.

Nach dem Abriss des Gebäudekomplexes zwischen Bonnstraße, Werner-von-Siemens-Straße und Hermann-Seger-Straße hofften die Investoren, dass die Möwen auf die umliegenden Dächer ausweichen würden. Aber die sturen Tiere ließen sich selbst von Baulärm und Baufahrzeugen nicht vertreiben. Angelegte Ersatzhabitate am Grundstücksrand wurden nicht genügend angenommen. Aufgrund geltender Regelungen zum Artenschutz in der Brutzeit wurden die Arbeiten eingestellt.

Der NABU Rhein-Erft begleitet die Situation seit dem Abriss und hatte in den vergangenen Jahren weniger Möwen in Frechen gezählt. „Oft sah man nur noch 50 bis 100 Möwen“, teilt der NABU mit. Doch nach zweijährigem Stillstand auf dem Baugelände zählt der NABU wieder mehr Möwen.

„Der Presse ist zu entnehmen, dass am 1. Juli 2026 der Baustart erfolgen soll. Auch im Umfeld des fast 65.000 Quadratmeter großen Gelände ist sehr viel Veränderung. Rhenania Ost und West ist Baugebiet, auch der geplante Abriss des ehemaligen Just-Fit-Gebäudes steht bevor. Die Situation ist für die Tiere sehr belastend, sie stehen ständig unter Stress“, fasst der NABU die aktuelle Situation zusammen und hofft auf eine ökologische Baubegleitung und eine Kooperation mit der Unteren Naturschutzbehörde durch den zuständigen Investor Logicor.

Der NABU fordert, dass die geplanten Neubauten, neben der geplanten Photovoltaik auf den Dächern auch Platz für die Möwen bietet um deren Artenbestand zu erhalten. „Nur so kann ein Beitrag zum Fortbestand der Möwen und der Erhalt unserer Biodiversität geleistet werden“, erklärt Ulla Koslowski-Demel vom NABU Rhein-Erft.

Redakteur/in:

Lars Kindermann aus Rhein-Erft

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