Freilichtmuseum Kommern
Herdanziehungskraft: Lebensraum „Küche“

Eine neue Ausstellung im LVR-Freilichtmusem Kommern beschäftigt sich mit dem wichtigen Wohnraum Küche und seiner Entwicklung von der einfachen Feuerstelle hin zum Satussymbol mit modernen Küchengeräten.  | Foto: LVR-Freilichtmuseum Kommern
  • Eine neue Ausstellung im LVR-Freilichtmusem Kommern beschäftigt sich mit dem wichtigen Wohnraum Küche und seiner Entwicklung von der einfachen Feuerstelle hin zum Satussymbol mit modernen Küchengeräten.
  • Foto: LVR-Freilichtmuseum Kommern

Unter dem Titel „Herdanziehungskraft – Küche und kochen“ beleuchtet eine neue Ausstellung im LVR-Freilichtmuseum Kommern die Entwicklung der Küche von der einfachen Feuerstelle bis zu KitchenAid und Thermomix.

Kreis Euskirchen (lk). Ob revolutionäre Zelle, Ort des Familienrates oder Schnellimbiss, ob Wohngemeinschaft, Arbeiterunterkunft oder Designobjekt: „Die Küche ist einer der wichtigsten Räume des Hauses“, findet das Freilichtmuseum in Mechernich-Kommern. Schließlich biete die Küche nicht nur Platz für Lagerung und Verarbeitung von Lebensmitteln, sondern sei auch ein wichtiger sozialer Treffpunkt, begründet das Museum die Einrichtung seiner neuen Ausstellung „Herdanziehungskraft – Küche und kochen“, die ab Sonntag, 12. Februar ein Jahr lang besucht werden kann.

Die interaktive Ausstellung beleuchtet die Entwicklung von der Feuerstelle bis zum Thermomix und nimmt dabei technikhistorische, gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen in den Fokus. Vom Sparherd über den Rührfix bis hin zum „Kitchen-Robot“ gibt es vieles rund um die Küche und ihre Nutzung zu entdecken.

„Vermutlich findet die erste kontrollierte Nutzung von Feuer durch den Menschen vor etwa 960.000 Jahren statt. Offene Feuerstellen werden mit rudimentären Kochtechniken wie heißen Steinen, Mulden und Erdgruben betrieben. Über die Jahrhunderte entwickeln sich hieraus feste Feuer- oder Herdstellen“, teilt das Museum mit. Der moderne Begriff „Herd“ leite sich dabei vom althochdeutschen „hert“ ab und bedeute so viel wie „der Brennende“ oder „der Glühende“.

Im 19. Jahrhundert verändert sich durch den Einfluss der Industrialisierung auch die Küche. Offene Feuerstellen verschwinden und weichen moderneren, rauchfreien Alternativen. Sogenannte „Sparherde“ oder „Küchenhexen“ – mit Brennholz befeuerte metallene Herde – sorgen für eine gleichmäßige Hitzeverteilung und schnellere Zubereitung der Speisen. Sie sind mit Zusatzelementen wie Bohnenröstern, Backröhren und Wasserschiffen ausgestattet. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts werden sie endgültig von elektrischen und gasbetriebenen Modellen verdrängt.

Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der Nachkriegszeit erlebt auch die Küche eine unübersehbare Weiterentwicklung. Einbauküche, Thermomix und Glaskeramikkochfeld werden zu Statussymbolen, die Küche wichtiger Ausrichtungsort für Feiern. „Gerade in studentischen Kreisen wird die „Küchenparty“ zu einem geflügelten Wort“, so das Museum.

Doch hiermit sei die Geschichte der Küche noch nicht beendet: „Lebens- und Ernährungsgewohnheiten verändern sich weiterhin, Nachhaltigkeit, Technisierung und Kosten spielen eine immer größere Rolle. Wie werden wir also in Zukunft kochen? Wie werden wir uns ernähren? Und wird die Anziehungskraft des Herdes ungebrochen bleiben?“, fragen sich die Entwickler der Ausstellung und laden im Verlauf des Jahres zu unterschiedlichen Veranstaltungen und Projekten ein: So präsentieren Hauswirtschaftlerinnen am 22./23. April die häusliche Fleischverarbeitung im 18. Jahrhundert. Mit der „Museumsbäuerin“ bereiten Workshop-Teilnehmer am Samstag, 13. Mai, 12 Uhr, ein einfaches Alltagsessen zu und stellen ein Küchengerät her.

Unter dem Titel „Dafür ist ein Kraut gewachsen“ werden erfahren die Besucher am Sonntag, 21. Mai, 11 bis 17 Uhr, wie sie welche Kräuter aus dem eigenen Garten nutzen können

Infos zu diesen und weiteren Back- und Kochprojekten erhalten Interessierte telefonisch unter 0 22 34 – 9 92 15 55 oder per E-Mail an:info@kulturinfo-rheinland.de

Redakteur/in:

Lars Kindermann aus Rhein-Erft

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