Genossenschaft gegründet
Energiewende als Gemeinschaftsprojekt

Die kommunalen Gründungsmitglieder der Genossenschaft, e-regio Geschäftsführer Stefan Dott (Mitte) und der neu gewählte Vorstand.  | Foto: e-regio
  • Die kommunalen Gründungsmitglieder der Genossenschaft, e-regio Geschäftsführer Stefan Dott (Mitte) und der neu gewählte Vorstand.
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Zwölf Kommunen aus dem Rhein-Sieg-Kreis, den Kreisen Euskirchen und Düren haben in dieser Woche gemeinsam mit e-regio die Energiewende RheinEifel eG gegründet. Die neue Genossenschaft ist der bundesweit erste interkommunale Zusammenschluss, der die Energie- und Wärmewende langfristig koordiniert.

Region (lk). Ziel ist es, Kräfte zu bündeln und Synergien zu nutzen, so dass eine effiziente und bezahlbare Wärmezukunft für eine ganze Region gestaltet wird.

Sacha Reichelt, Bürgermeister der Stadt Euskirchen und einer der Initiatoren, betonte anlässlich der Gründung im Rathaus der Kreisstadt: „Die Wärmewende macht nicht an Gemeindegrenzen halt. In der Genossenschaft konzentrieren wir unsere Expertise und entlasten die Verwaltungen – damit unsere Bürgerinnen und Bürgern auch in Zukunft in einer lebenswerten und nachhaltigen Region leben, die eine bezahlbare, sichere und klimaneutrale Energie- und Wärmeversorgung sicherstellt.“

Die Initiatoren, zu denen neben Reichelt auch Bornheims Bürgermeister Christian Mandt, ihre Amtskollegen aus Schleiden und Rheinbach, Ingo Pfennings und Dr. Daniel Phiesel, sowie e-regio gehören– sehen die Zusammenarbeit als logischen Schritt. Aus ihrer Sicht ist es wenig sinnvoll, dass jede Kommune für sich dieselben Überlegungen anstellt, obwohl alle vor der gleichen Herausforderung stehen: die gesetzlich vorgeschriebene Wärmeplanung nun in verlässliche Umsetzungsschritte zu überführen. Dafür vereint die Genossenschaft kommunale Erfahrungen und energiewirtschaftliche Expertise, reduziert Doppelarbeit und ermöglicht es den Mitgliedern, voneinander zu lernen.

Die Entscheidungen über konkrete Maßnahmen und Investitionen in die Infrastruktur verbleiben weiterhin bei den Kommunen oder den Energieunternehmen – die Genossenschaft versteht sich als koordinierende Stelle.

e-regio übernimmt als überwiegend kommunales Unternehmen auf Wunsch der beteiligten Städte und Gemeinden die operative Umsetzung. Dazu gehören die kaufmännische und technische Betriebsführung sowie die Ressourcen, Fachwissen und Expertise für die Ausarbeitungen. „Die Genossenschaft hat bewusst kein eigenes Personal und keine eigene Infrastruktur – alle notwendigen Leistungen werden effizient über den Ressourcenpartner e-regio und die Mitglieder organisiert oder über einen Pool von Experten gemeinsam beschafft. Die Finanzierung ist über ein transparentes Umlagesystem sichergestellt“, teilt e-regio mit.

Stefan Dott, e-regio Geschäftsführer erklärt: „Die Energiewende RheinEifel eG ist weit mehr als eine Kooperation. Sie kann zu einem Leuchtturmprojekt werden, das weit über die Region hinaus Strahlkraft entfaltet. Dass zum Start bereits zwölf Kommunen mitwirken, ist ein klares Zeichen für den gemeinsamen Gestaltungswillen. Die neue Genossenschaft ist der Motor, mit dem wir die Umsetzung einer nachhaltigen und wirtschaftlichen Energiezukunft beschleunigen.“Die Energiewende RheinEifel nimmt ihren Betrieb ab sofort auf. Eine der ersten Maßnahmen, um passende Lösungen für die Region zu identifizieren, ist der Aufbau eines umfassenden digitalen Zwillings der Region, der Energiewendeplattform RheinEifel. Diese bildet Gebäude, Infrastrukturen, Potenziale und Szenarien ab und ermöglicht es, Entscheidungen auf aktuelle Daten zu stützen – von Förderanträgen über Projektbewertungen bis hin zur Priorisierung von Maßnahmen. So werden Synergien sichtbar – etwa bei Abwärmepotenzialen, Wärmenetzen oder der Entwicklung energetischer Konzepte. Auch der kontrollierte Einsatz von KI zur Prüfung der sinnvollsten Lösungen in der Region ist ein erklärtes Entwicklungsziel.

Die Genossenschaft etabliert darüber hinaus ein Monitoring, das den Fortschritt im Blick behält und zeitnah auf Änderungen reagiert, zum Beispiel bei Anpassung der(geo-)politischen Rahmenbedingungen. Die Generalversammlung bestellte Christoph Becker, ehemaliger Bürgermeister der Stadt Bornheim, und Manuel Thom, Leiter Energiewendekoordination bei e-regio, in den Vorstand. Beide übernehmen die Aufgabe ehrenamtlich und führen ab sofort die Geschäfte der Genossenschaft. Sacha Reichelt wurde zum Bevollmächtigen der Generalversammlung gewählt, Ingo Pfennings zu seinem Vertreter.

Zu den Gründungsmitgliedern gehören: aus dem Rhein-Sieg-Kreis: die Städte Bornheim und Rheinbach, aus dem Kreis Düren: die Gemeinde Vettweiß sowie die Städte Bad Münstereifel, Euskirchen, Mechernich und Schleiden und die Gemeinden Blankenheim, Dahlem, Hellenthal, Kall und Nettersheim aus dem Kreis Euskirchen.

Redakteur/in:

Lars Kindermann aus Rhein-Erft

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