Barweiler-Wallfahrt
Beten mit den Füßen

Ziel der zweitägigen Nöthener Fußwallfahrt ist der Eifelort Barweiler mit der Wallfahrtskirche St. Gertrud. Seit dem überlieferten Lilienwunder von 1726 pilgern Gläubige zur „Muttergottes mit der Lilie“, die seit 1994 als „Königin des Friedens“ angerufen wird.  | Foto: W. Klein/ Gemeinde Adenau/pp/Agentur ProfiPress
  • Ziel der zweitägigen Nöthener Fußwallfahrt ist der Eifelort Barweiler mit der Wallfahrtskirche St. Gertrud. Seit dem überlieferten Lilienwunder von 1726 pilgern Gläubige zur „Muttergottes mit der Lilie“, die seit 1994 als „Königin des Friedens“ angerufen wird.
  • Foto: W. Klein/ Gemeinde Adenau/pp/Agentur ProfiPress

Wenn sich die Nöthener Pilger am frühen Samstagmorgen, 5. September, auf den Weg nach Barweiler machen, liegt eine lange Strecke vor ihnen. Doch sie gehen nicht allein: Sie bilden eine Gemeinschaft, Gebete, Lieder, Gespräche und das gemeinsame Schweigen begleiten sie

Kreis Euskirchen (lk). Die Barweilerbruderschaft um ihren Brudermeister Manfred Berners fühlt sich von Hoffnung auf Erhörung und eine jahrhundertealte Tradition getragen. Am Samstag und Sonntag, 5. und 6. September, pilgert die Gruppe wieder zur „Muttergottes mit der Lilie – Königin des Friedens“. Die Nöthener Wallfahrt beginnt am Samstag, 5. September, um 6.30 Uhr mit einer kurzen Andacht und der Aussegnung der Pilger in der Pfarrkirche St. Willibrord. Um 7 Uhr setzt sich die Prozession in Bewegung. Die Ankunft in Barweiler wird gegen 17 Uhr erwartet. Um 18 Uhr soll in der dortigen Wallfahrtskirche St. Gertrud eine Festmesse gefeiert werden. Nach der Übernachtung besteht am Sonntag, 6. September, um 7 Uhr die Gelegenheit zum Besuch der Frühmesse. Gegen 8 Uhr tritt die Pilgergruppe den Rückweg in den Pastoralen Raum Mechernich an. In Nöthen werden die Wallfahrer gegen 17 Uhr zu einer kurzen Andacht in der Kirche erwartet.

Die Barweiler-Wallfahrt geht auf ein überliefertes Ereignis des Jahres 1726 zurück. Damals war die Marienstatue in der Kirche mit Blumen geschmückt worden. Eine bereits verdorrte Lilie soll im September, um das Fest Mariä Geburt, ohne Wasser und Erde erneut Knospen getrieben und geblüht haben. Das sogenannte Lilienwunder wurde kirchlich untersucht und begründete einen Pilgerstrom, der Barweiler zu einem der bedeutendsten Marienwallfahrtsorte der Eifel machte.

„Pilgern heißt, den Glauben buchstäblich unter die Füße zu nehmen“, sagt Pfarrer Erik Pühringer, der auch selbst Erfahrung als Pilger hat, unter anderem auf dem legendären Jakobsweg: „Wer sich gemeinsam auf den Weg macht, lässt für eine Weile den Alltag zurück, bringt Dank und Sorgen, Hoffnungen und Bitten mit und erfährt, dass Glaube nicht nur im Kopf, sondern mit dem ganzen Menschen gelebt wird.“

Brudermeister Manfred Berners lädt alle Interessierten zur Teilnahme ein: „Ich würde mich sehr freuen, wenn sich wieder zahlreiche Pilgerinnen und Pilger mit uns auf den Weg machen.“ Wallfahren sei eine Form des ganzheitlichen „Betens mit den Füßen“. Anmeldung unter Telefon: 02443 8640.

Redakteur/in:

Lars Kindermann aus Rhein-Erft

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