Notfallversorgung für Einsatzkräfte
Hohe psychische Belastung

Landrat Markus Ramers und Geschäftsbereichsleiterin Julia Baron stellten zusammen mit Abteilungsleiter Gefahrenabwehr Martin Fehrmann und Kreisbrandmeister Peter Jonas die neue Einheit PSNV-E vor.
  • Landrat Markus Ramers und Geschäftsbereichsleiterin Julia Baron stellten zusammen mit Abteilungsleiter Gefahrenabwehr Martin Fehrmann und Kreisbrandmeister Peter Jonas die neue Einheit PSNV-E vor.
  • Foto: C.Lawlor/Kreis Euskirchen

Die Begleitung und Unterstützung von Einsatzkräften der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr nach belastenden Einsätzen wird von speziell dafür ausgebildeten Kräften geleistet. Der Kreis Euskirchen hat nun weitere Kollegen in der psychosozialen Notfallversorgung für Einsatzkräfte (PSNV-E) ausgebildet und in eine neue gebildete „Kreiseinheit PSNV-E“ überführt, welche organisations- und kreisübergreifend agieren kann.

Kreis Euskirchen (lk). Erfahrene Einsatzkräfte können meist gut mit hohen Stressbelastungen und Eindrücken bei Einsätzen umgehen. Dennoch kann es Einsätze oder Eindrücke geben, die zu veränderten Reaktionen bei den Helfern führen und dadurch psychische Überbelastungen entstehen.

Erstes Ziel der PSNV-E ist es, solche psychischen Belastungen zu minimieren und die Entstehung von Krankheiten zu verhindern. „Gab es in der Vergangenheit eine Handvoll Einsätze pro Jahr, so stieg der Bedarf nach der Flutkatastrophe im Juli 2021 enorm an“, teilt die Kreisverwaltung Euskirchen mit. Unmittelbar nach der Flut seien über 700 Einsatzkräfte durch die PSNV-E betreut worden. Durch die Flut habe sich die Achtsamkeit der Einsatzkräfte verändert, es käme jetzt viel häufiger zu Nachsorgegesprächen. „Sowohl die Führungskräfte als auch die Einsatzkräfte sind sensibilisiert und die Hemmschwelle, das Team der Notfallversorgung anzufordern, ist gesunken“, so die Kreisverwaltung.

Das PSNV E-Team besteht jetzt aus 19 qualifizierten Mitarbeitern aus dem Rettungsdienst, den Freiwilligen Feuerwehren, dem DRK und den Maltesern aus dem Kreis Euskirchen sowie einer Diplom Psychologin. Alle sind ehrenamtlich für die PSNV-E im Einsatz. Im Gespräch entwickeln sie Bewältigungsstrategien und verdeutlichen, dass es sich um normale Reaktionen auf ein unnormales Ereignis handelt. Die betroffenen Einsatzkräfte lernen die veränderten Reaktionen am Körper oder an der Psyche zu verstehen und zu akzeptieren.

Entlastende Gespräche sollten frühestens 24 bis 72 Stunden nach dem Ereignis stattfinden. Bei Bedarf vermittelt das PSNV-E-Team zu weiterführender Unterstützung wie eine Therapie.

Redakteur:

Lars Kindermann aus Rhein-Erft

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