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Trauerbegleitung mit Pferden
Trauer ist kein Problem – sie ist ein Weg

In meiner Arbeit begegnen mir Menschen, die nicht deshalb kommen, weil sie nicht trauern können, sondern weil sich etwas in ihnen festgefahren anfühlt. Nicht immer vordergründig, nicht immer klar benennbar, aber spürbar. Es ist eher ein Zustand, in dem vieles gleichzeitig da ist: Verlust, Leere, vielleicht auch Unruhe oder das Gefühl, irgendwie funktionieren zu müssen, obwohl innerlich etwas ganz anderes passiert.

Was mich dabei immer wieder berührt, ist, wie stark die Vorstellung ist, Trauer müsse in eine bestimmte Richtung gehen. Dass sie irgendwann weniger werden sollte, geordneter, kontrollierter, „passender“ für den Alltag. Und genau diese Vorstellung erzeugt oft zusätzlichen Druck, der mit der eigentlichen Trauer gar nichts zu tun hat.

Ich sehe meine Aufgabe nicht darin, Trauer zu verändern oder zu verkürzen. Für mich geht es vielmehr darum, einen Raum zu schaffen, in dem sie sein darf, ohne bewertet zu werden. Einen Raum, in dem nichts erreicht werden muss und in dem auch das Unklare seinen Platz hat.

In diesem Raum arbeite ich mit Pferden, weil sie eine Qualität mitbringen, die sich schwer in Worte fassen lässt, aber unmittelbar spürbar ist. Pferde reagieren nicht auf das, was wir sagen, sondern auf das, was wir ausstrahlen. Sie nehmen feinste Veränderungen wahr, reagieren auf innere Spannung genauso wie auf Ruhe und begegnen uns dabei ohne jede Absicht, etwas verändern zu wollen.

Gerade in Momenten, in denen Worte fehlen oder sich nicht stimmig anfühlen, entsteht dadurch eine Form der Begegnung, die direkter ist als jedes Gespräch. Es geht weniger um Verstehen im klassischen Sinne, sondern darum, wieder ins Spüren zu kommen und wahrzunehmen, was im eigenen Inneren tatsächlich da ist.

Ich erlebe oft, dass genau darin etwas in Bewegung kommt. Nicht, weil aktiv daran gearbeitet wird, sondern weil etwas gesehen wird, das vorher keinen Raum hatte. Und manchmal reicht genau das schon aus, um einen ersten Schritt möglich zu machen.

Für mich ist Trauer nichts, das überwunden werden muss. Sie ist Ausdruck von Verbindung und von Bedeutung. Und vielleicht geht es nicht darum, sie loszuwerden, sondern einen Umgang mit ihr zu finden, der sich stimmig anfühlt – ruhig, ehrlich und im eigenen Tempo.

LeserReporter/in:

Diana Brasse aus Erftstadt

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