Heißes Feuerwehrfest
Tag der offenen Tür am Standort Eitorf-Mitte

Schauübung zu einem verunglückten Gefahrentransport mit Säureladung. Hier werden die Einsatzkräfte (grüner Schutzanzug) dekontaminiert. | Foto: Heimermann
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  • Schauübung zu einem verunglückten Gefahrentransport mit Säureladung. Hier werden die Einsatzkräfte (grüner Schutzanzug) dekontaminiert.
  • Foto: Heimermann

Eitorf. Es war heiß am „Tag der offenen Tür“ bei der Löscheinheit Eitorf im Industriegebiet. Das Interesse der Besucher für die ausgestellten Feuerwehrfahrzeuge, wie dem Feuerwehrboot, der 35 Meter hohen Feuerwehrleiter, deren Korb 500 Kilogramm tragen kann und Platz für fünf Personen hat, standen hoch im Kurs der kleinen und großen Gäste. Die Hüpfburg und die vielen kleinen roten Feuerwehrautos boten den jüngsten Gästen aber auch viel Raum zum Spielen. In der großen Fahrzeughalle fanden die Gäste Schatten, gekühlte Getränke und ein großes Küchenbuffet. Im Mittelpunkt standen die Themen Sicherheit, Einsatztechnik und Nachwuchsarbeit.

Einen besonderen Schwerpunkt legte man diesmal auf die ABC-Gefahrenabwehr. 2011 bekam Eitorf durch das landesweite Dekon-Konzept (Dekontamination von Verletzten, betroffenen Personen und Gerät bei Unglücksfällen mit gefährlichen Schadstoffen) einen Abrollcontainer V-Dekon, mit dem 25 Personen in der Stunde dekontaminiert werden können. Dieser Container kann binnen weniger Stunden aufgebaut werden. Dafür zieht man nach jeder Seite ein Zelt aus. Im ersten Zelt werden die Patienten mit einem spezielle Fördersysteme auf Rollenbahnen auf Tragen liegend zum Waschen und Dekontaminieren in den Mittelteil (Container) gerollt, danach in das zweite Zelt weitergerollt, um sie dort medizinisch zu stabilisieren sowie sie mit steriler Kleidung zu versorgen. Je nach Verletzung kann der Vorgang auch ohne das Fördersystem durchgeführt werden. Die Feuerwehr Eitorf ist im Bereich von ABC-Einsätzen seitdem für die entsprechenden Dekontaminationsmaßnahmen zusammen mit den Dekoneinheiten aus Bornheim und Niederkassel bei entsprechenden Unglücksfällen zuständig. Feuerwehrmann Kai Wöhrmann erklärte den Interessierten die Besonderheit des V-Dekon-Containers, zu dem noch ein Stromaggregat und ein Lüftungsgebläse gehört. Das belastete Wasser wird in einen Behälter geleitet und dann von einer Fachfirma entsorgt.

Diese spezialisierten Einheiten sind für die Grobreinigung (Dekontamination) von betroffenen Personen und Einsatzkräften zuständig, die mit gefährlichen Stoffen in Berührung gekommen sind und arbeiten eng mit den ABC-Zügen und den Messgruppen des Rhein-Sieg-Kreises zusammen, um bei Schadenslagen mit atomaren, biologischen oder chemischen Gefahren (CBRN) schnell reagieren zu können.

Bei einer Schauübung wurde der Ablauf nach Unfall mit Gefahrguttransporter - hier Säure - vorgeführt. Bei diesem Standard-Einsatz mit dem Gerätewagen Dekon-P folgt zunächst der Aufbau des festgelegten Dekon-Platzes außerhalb des Gefahrenbereichs in drei Zonen: Die „unreine“ rote Zone (Ankunft der kontaminierten Personen) die „reine“ gelbe Zone (Ausgabe sauberer Kleidung) und eine grüne Zone. Im grünen Schutzanzug (Beatmung mit Sauerstoffflasche) gehen die Einsatzkräfte zur Gefahrenstelle und erkunden und klären die Gefahrenlage. Danach werden sie von Kameraden im orangen Schutzanzug (Beatmung des Kopfbereiches mit Luftzufuhr über Schlauch und Ausstoß der Luft über Filter im Anzug) mit Besen und Wasserschlauch dekontaminiert und von Kameraden im weißen Schutzanzug (mit Atemschutzmaske) aus dem Schutzanzug geholt. Alle Gefahrguttransporte sind mit einem Gefahrenschild ausgestattet, die darauf befindliche Nummer sollten man bei Meldung eines Gefahrengutunfalls angeben, damit die Leitstelle in einem Katalog die Gefahrenart ermitteln kann.

Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:

Alfred Heimermann aus Hennef

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