40 Jahre gegen Verschwendung
Jubiläum der Kleiderstube der CDU-Frauen
- Maria Miethke führt seit zehn Jahren als Vorsitzende die Geschicke der Kleiderstube und ist mit viel Herzblut und Engagement dabei.
- Foto: Herkenrath
Eitorf. Seit Januar 2025 schreibt eine EU-Richtlinie vor, dass Alttextilien getrennt vom restlichen Hausmüll entsorgt werden müssen. Jeder Deutsche kauft jährlich im Durchschnitt etwa 18 Kilogramm neue Kleidung, wovon fast zwei Kilogramm aus den unterschiedlichsten Gründen nie getragen werden und direkt entsorgt werden. Selbst die übrigen Kleidungsstücke werden zur Hälfte nie oder selten getragen. Kein Wunder, dass so in Deutschland jährlich etwa 175.000 Tonnen Textilabfälle zusammenkommen. Von dieser gigantischen Menge werden nur ein Prozent zu neuen Fasern verarbeitet, also recycelt. Der Rest wird exportiert oder in Müllverbrennungsanlagen entsorgt.
Als die Frauen-Union vor genau 40 Jahren in Eitorf eine Kleiderstube gründete, stand der Gedanke der Nachhaltigkeit sicherlich noch nicht so stark im Fokus wie heute. Damals ging es eher darum, dort Unterstützung zu leisten, wo der Staat dazu nicht imstande war. In dieser Zeit entstanden viele gemeinnützige Vereine, die bis heute eine wichtige Stütze im sozialen Leben sind. Und wie bei vielen Initiativen waren auch bei der Kleiderstube Frauen die treibende Kraft. Auch wenn die Eitorfer Kleiderstube die jüngste der insgesamt elf im Rhein-Sieg-Kreis ist - die ersten Gründungen fanden in den 1970er-Jahren statt - kann sie doch auf eine erfolgreiche 40-jährige Geschichte zurückblicken.
Während man in den ersten Jahren noch in sehr beengten Räumen angefangen hatte, wurde aufgrund des größeren Zuspruchs ein Umzug in größere Räume nötig. Diese fand man schließlich zur Jahrtausendwende im Zentrum in der Goethestraße. Dort teilten sich die CDU-Frauen das Ladenlokal zunächst mit dem Bürgerbüro der Eitorfer CDU. Vor zehn Jahren gab der CDU-Gemeindeverband sein Bürgerbüro allerdings aus Kostengründen auf. Die mittlerweile als eingetragener Verein agierenden Damen der Kleiderstube mussten die Kosten seither aus eigenen Mitteln stemmen. Dass ihnen dies offensichtlich immer gut gelang, zeigen die jährlichen Zuwendungen an Vereine und Institutionen, die aus den Verkaufserlösen getätigt werden. Allein in den letzten 15 Jahren flossen so rund 46.000 Euro in regionale Projekte. Im Jubiläumsjahr wird sogar erstmals ein Betrag von 10.000 Euro verteilt werden können.
In einer kleinen Feierstunde konnte die Vorsitzende Maria Miethke viele Gäste und Wegbegleiter in ihrer Ansprache begrüßen. Sie gab einen kurzen Überblick über die erfolgreiche Arbeit und hob dabei vor allem die tatkräftige Unterstützung vieler langjähriger Mitstreiterinnen hervor. Sie bedankte sich zudem bei allen, die durch ihre Kleiderspenden die Arbeit erst ermöglichen. Gleichzeitig warb sie aber auch um neue Mitstreiterinnen, die die 40-köpfige Truppe unterstützen, denn die Notwendigkeit der Arbeit der Damen wird sicherlich nicht abnehmen. Im Gespräch betonte die Vorsitzende, dass eine Mitgliedschaft in der CDU natürlich keine Voraussetzung ist. Das Verkaufsangebot richtet sich ebenfalls an alle Interessierten. Schließlich ist Second-Hand ein aktiver Beitrag zur Müllvermeidung. Die Kleidung für Kinder, Damen und Herren ist in vielen Größen und Ausführungen vorhanden und kann in den Umkleidekabinen vor Ort direkt anprobiert werden. Die Abgabe erfolgt gegen einen kleinen Betrag. So sind Damenjeans bereits ab zwei Euro erhältlich.
Die Kleiderstube befindet sich in der Goethestraße 9 und hat jeden Dienstag von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Zusätzlich ist sie jeden ersten und dritten Samstag im Monat von 10 bis 13 Uhr geöffnet.
Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:Stefan Herkenrath aus Eitorf |
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