Neues Auto für schwere Aufgaben
Einsatz für Menschen in Sozialen Notlagen

Gute Dienste wird der neue Transporter leisten, der jetzt in einer kleinen Feierstunde den ehrenamtlichen Helfern des SKFM übergeben wurde. | Foto: Herkenrath
  • Gute Dienste wird der neue Transporter leisten, der jetzt in einer kleinen Feierstunde den ehrenamtlichen Helfern des SKFM übergeben wurde.
  • Foto: Herkenrath

Eitorf. Der Sozialdienst katholischer Frauen und Männer (SKFM) geht auf eine lange Tradition katholischer Sozialarbeit zurück, die im 19. Jahrhundert begann. Seine Wurzeln liegen in den beiden eigenständigen Verbänden SKF (Sozialdienst katholischer Frauen) und SKM (Sozialdienst katholischer Männer), die beide aus dem christlich motivierten Engagement für Menschen in sozialen Notlagen hervorgegangen sind. Der SKF wurde im Jahr 1899 in Dortmund von der engagierten Katholikin Ellen Ammann gegründet. Ziel war es, Frauen zu unterstützen, die von Armut, Ausbeutung, sozialer Ausgrenzung oder familiären Konflikten betroffen waren. Der SKM entstand wenige Jahre später, im Jahr 1912, in Düsseldorf. Auch hier war der gesellschaftliche Wandel ein entscheidender Auslöser. Männer, die durch Arbeitslosigkeit, Haft, Sucht oder andere soziale Probleme in Not geraten waren, benötigten gezielte Unterstützung.

Da sich das gesellschaftliche Verständnis von Geschlechterrollen und sozialer Arbeit mit der Zeit wandelte, die Herausforderungen komplexer wurden und viele Problemlagen sowohl Frauen als auch Männer betrafen, gründeten sich in vielen Kommunen gemeinsame Träger unter dem Namen SKFM. Diese Zusammenschlüsse vereinten die Erfahrungen und Fachkompetenzen der beiden Vorgängervereine in einer Organisation. Der SKFM steht heute für eine moderne, professionelle Sozialarbeit auf christlicher Grundlage, die sich an Menschen in

unterschiedlichsten Lebenssituationen richtet - unabhängig vom Geschlecht, Herkunft oder Konfession. Auch in Eitorf ist man diesen Schritt bereits vor Jahren gegangen. Seitdem ist man ein eigenständiger, eingetragener Verein. Die über 30 Mitglieder organisieren in der Bahnhofstraße 28 ein Sozialkaufhaus. Während der Öffnungszeiten (dienstags von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr sowie mittwochs von 10 bis 12 Uhr) kann dort jeder gebrauchte Möbel, Hausrat und Geschirr kaufen. Von diesem Angebot machen jeden Monat über 100 Personen Gebrauch. Die Waren stammen aus Spenden und Haushaltsauflösungen. Mit einem jetzt neu angeschafften Transporter werden Möbel bei Spendern abgeholt oder gegen einen kleinen Obolus bei den Käufern ausgeliefert. Dem Verein werden zwar sehr viele Möbel angeboten, jedoch können nicht alle verwendet werden. Moderne und zeitlose Möbelstücke finden immer Käufer. Massive Eichenmöbel oder der „Gelsenkirchener Barock” müssen hingegen meist abgelehnt werden, denn: Das Sozialkaufhaus ist kein Entrümpelungsverein. Im Vordergrund stehen auch hier die Vermeidung von Müll und die Weiterverwendung, während gleichzeitig finanzschwächeren Mitbürgern die Möglichkeit gegeben werden soll, eine angemessene Wohnungseinrichtung zu erhalten. Hierzu arbeitet der SKFM eng mit der ARGE, dem Eitorfer Sozialamt und den Kirchengemeinden zusammen.

In einer kleinen Feierstunde, die gleichzeitig das Jahrestreffen der engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war, segneten Pfarrerin Krimhild Pulwey-Langerbeins und Pater Leszek Kunc das aus eigenen Rücklagen angeschaffte Fahrzeug ökumenisch. Im Frühjahr startet wieder die Fundraising-Aktion der Eitorfer Bürgerstiftung. Der SKFM nimmt auch daran teil und hofft auf eine rege Beteiligung. Der Erlös soll dem weiteren Ausbau des Transporters und dem Kauf nützlicher Transportzubehörteile dienen. Neben Spenden sind auch weitere helfende Hände willkommen, die in die rührige, von Annette Müller geführte Truppe aufgenommen werden.

Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:

Stefan Herkenrath aus Eitorf

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