Drei Monate lang durch Namibia
Mit dem Oldtimer durch die Wüste

Der aus der Region stammende Reisevortragende Thomas Finke will mit einem Mercedes 190 Ponton aus dem Baujahr 1959 drei Monate lang die Landschaft Namibias erkunden. | Foto: Thomas Finke
  • Der aus der Region stammende Reisevortragende Thomas Finke will mit einem Mercedes 190 Ponton aus dem Baujahr 1959 drei Monate lang die Landschaft Namibias erkunden.
  • Foto: Thomas Finke

Ein 67 Jahre alter Oldtimer, drei Monate Zeit und tausende Kilometer durch eines der abwechslungsreichsten Länder Afrikas: Der Kölner Reisevortragende Thomas Finke startet Anfang April zu einer besonderen Reise. Mit einem Mercedes 190 Ponton aus dem Jahr 1959 will er Namibia erkunden – fernab klassischer Routen und bewusst im entschleunigten Tempo.

Die Idee zu dem ungewöhnlichen Projekt entstand eher zufällig. Bei einem Musikvideodreh im Jahr 2024 lernte Finke in Namibia einen Unternehmer kennen, der den Oldtimer seit Jahrzehnten besitzt, jedoch kaum nutzt. „Für uns beide geht damit ein Traum in Erfüllung“, sagt Finke. Während sein Begleiter sich erstmals seit vielen Jahren eine längere Auszeit nimmt, kann der gebürtige Bornheimer zwei seiner Leidenschaften verbinden: Reisen und Oldtimer.

Im Mittelpunkt der Tour steht dabei nicht das schnelle Abarbeiten von Sehenswürdigkeiten, sondern ein bewusst langsames Erleben des Landes. Ohne moderne Assistenzsysteme, Klimaanlage oder Allradantrieb wird die Reise zwangsläufig entschleunigt. „Wir sind automatisch langsamer unterwegs und nehmen die Umgebung intensiver wahr“, so Finke. Gleichzeitig bringe ein Oldtimer eine gewisse Unberechenbarkeit mit sich und genau darin liege auch der Reiz.

Ganz ohne Herausforderungen wird die Tour allerdings nicht verlaufen. Der Mercedes ist nicht für Wüstenfahrten konzipiert, Hitze, Staub und mögliche Pannen gehören zum Risiko. Entsprechend groß ist der Respekt vor der Technik. Dennoch zeigt sich Finke zuversichtlich: Mit Werkzeug, Ersatzteilen und Erfahrung im Umgang mit Oldtimern wollen sie im Ernstfall improvisieren. „Und am Ende ist jede Panne auch eine Geschichte“, betont er.

Die Route durch Namibia ist bewusst nur grob geplant. Von der Hauptstadt Windhoek aus soll es zunächst in die Kalahari gehen, weiter in den Süden bis zum Oranje-Fluss und anschließend entlang markanter Landschaften wie dem Fish River Canyon, der Namib-Wüste und der Küstenregion bei Swakopmund. Auch entlegene Gebiete im Norden sowie der Etosha-Nationalpark stehen auf dem Plan. Raum für spontane Abweichungen bleibt ausdrücklich.

Für Finke ist es nicht die erste Reise nach Namibia. Bereits im vergangenen Jahr war er mehrere Wochen dort unterwegs, damals jedoch mit einem PickUp-Truck. Nun sucht er gezielt das Abenteuer und die Nähe zu Land und Leuten.

Die Eindrücke der Reise sollen später in eine Live-Bühnenshow einfließen. Geplant ist eine Mischung aus Reisebericht, Fotopräsentation und unterhaltsamen Erzählungen. Finke wird die Tour mit Fotos und Videos in seinem Blog und auf den sozialen Medien dokumentieren, so können alle an seiner Reise teilhaben.

Eine kuriose Verbindung zur Heimat ergibt sich gleich zu Beginn: Kurz nach seiner Ankunft findet in Windhoek Karneval statt – mit Beteiligung der Kölner Band „Die Räuber“. Ob und wie „kölsch“ dort gefeiert wird, will der Reisende vor Ort herausfinden.

Trotz seines Lebensmittelpunkts in Köln ist die Verbindung zur Region geblieben. Finke wuchs in Bornheim auf, besuchte in Brühl das St.-Ursula-Gymnasium, und auch heute lebt ein Teil seines Umfelds weiterhin im Rhein-Erft-Kreis.

Was am Ende der Reise steht, lässt der Abenteurer bewusst offen. „Es geht nicht um einen bestimmten Erfolg“, sagt er. Entscheidend sei vielmehr, unterwegs besondere Begegnungen zu erleben und eine intensive Zeit zu haben. Alles Weitere werde sich ergeben – irgendwo zwischen Wüste, Weite und einem Oldtimer, der Geschichte schreibt.

Redakteur/in:

Ruben Bartsch aus Köln

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