20 Jahre Tafel Brühl
Vorbild für Solidarität, Verantwortung und gelebte Menschlichkeit - Engagierte Ehrenamtliche
- Bürgermeister Marc Prokop lobte das vorbildliche Engagement des Tafelteams um Andreas Stange (3.v.l.).
- Foto: Foto Brodüffel
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Brühl. 65 Tonnen Lebensmittel werden jedes Jahr gerettet – das entspricht einem Gewicht von zwölf afrikanischen Elefanten. 13.000 Tonnen Kisten voller Lebensmittel werden jährlich an Menschen in Brühl verteilt. Neun Lebensmittelmärkte unterstützen die Tafel regelmäßig mit Spenden. 465 Menschen, darunter 153 Kinder, erhalten Unterstützung. Über 70 Unterstützer helfen mit Spenden und Engagement. 70 Mitglieder engagieren sich im Verein, davon 50 im Ehrenamt. In den vergangenen zwanzig Jahren haben die Fahrzeuge der Tafel so viele Kilometer zurückgelegt, dass sie mehr als viermal die Erde umrunden könnten. „Manchmal sind es die kleinen Momente, die uns zeigen, wie wichtig unsere Arbeit ist: ein zaghaftes Lächeln, ein herzliches „Danke“, ein kurzes Gespräch, das Mut macht. Begegnungen wie diese begleiten die Arbeit unserer Tafel jeden Tag – und sie erinnern uns daran, warum es diese Einrichtung gibt“, sagte Andreas Stange, Vorsitzender der Tafel Brühl Rheinland, beim Tag der offenen Tür anlässlich des 20-jährigen Bestehens im Domizil am Schlossparkstadion. Die Tafel ist nicht nur eine leider notwendige Ausgabestelle für Lebensmittel an bedürftige Menschen, sondern auch respektvoller Begegnungsort und starker Ausdruck einer solidarischen Stadtgesellschaft. Bürgermeister Dr. Marc Prokop dankte in seinem Grußwort allen Helfern, Spendern und Kooperationspartnern. „Ihr Einsatz ist ein leuchtendes Beispiel für Gemeinsinn und soziale Verantwortung in unserer Stadt.“ Die beeindruckende Geschichte der Tafel begann bereits 2003 als Gründungsmitglied Ute Hauck, damals Mitarbeiterin der Beratungsstelle SKM Rhein-Erft-Kreis, Lebensmittelspenden für die städtischen Notunterkünfte im Lupinenweg organisierte. Was zunächst als praktische Hilfe im Alltag begann, ließ bald eine größere Idee entstehen: Nach dem Vorbild der bereits bestehenden Tafeln sollte auch in Brühl eine Tafel gegründet werden. Am 29. März 2006 wurde diese Idee Wirklichkeit. Ein Aufruf im Brühler Schlossboten brachte 30 Bürgerinnen und Bürger zusammen, die bereit waren, sich für die Tafelarbeit in Brühl einzusetzen. 16 packten sofort mit an. Vier Brühler Einzelhändler spendeten Lebensmittel. Zwei Jahre nach der Gründung sponserte Renault das erste Fahrzeug. Die Spenden konnten nun einfacher und zuverlässiger abgeholt werden. 2010 stellte die Stadt die ehemaligen Umkleide- und Duschräume des Stadions an der Bonnstraße zur Verfügung. 2022 erhielt die Tafel den ersten Elektro-Transporter. 2023 wurde der Verein Fundus Teil des Tafelteams, so dass auch Kleidung und Artikel des täglichen Bedarfs seitdem angeboten werden können. „Heute ist die lückenlose Einhaltung der Kühlkette Bedingung. Kontrollen durch das Gesundheitsamt gehören zur Tafelarbeit. Steuer- und vereinsrechtliche Rahmenbedingungen müssen beachtet werden und vieles mehr. Die Tafel Brühl Rheinland ist längst aus den Kinderschuhen herausgewachsen“, so Vorsitzender Stange. Die bemerkenswerte Entwicklung war nur mithilfe von engagierten Ehrenamtlichen möglich. „Es ist für mich eine große Freude, wertvolle Lebensmittel vor dem Wegwerfen zu bewahren und Bedürftige damit zu unterstützen“, betont Helferin Anita Moser. Bennet Menzel engagiert sich im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes bei der Tafel: „Es erfüllt mich, Menschen in unserer Gemeinschaft in schweren Zeiten zu unterstützen und ihnen unter die Arme zu greifen.“ Künftig soll ein zweiter Elektro-Kühltransporter die Umweltbilanz des verdienstvollen Vereins weiter verbessern. Mit der Aktion „Tafel stärkt Kinder – Schulranzen für armutsbetroffene Kinder“ will die Tafel noch mehr Familien mit Kindern erreichen und so den Schulstart erleichtern.
Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:Hans Peter Brodüffel aus Brühl |
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