Bornheimer Heimatpreis
Jeder Beitrag eine Bereicherung
- Würdigung in der Ratssitzung: Michael Söllheim (links) und Christoph Becker (hinten rechts) verliehen den Heimatpreis 2025.
- Foto: Frank Engel-Strebel
Bornheim (fes). „Jede Bewerbung hätte den Preis verdient, denn jede Bewerbung erzählt von einem Projekt, das unsere Stadt bereichert“, betonte Bornheims Bürgermeister Christoph Becker zu Beginn der letzten Ratssitzung in der ablaufenden Ratsperiode als er gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Ausschusses für Sport, Kultur und Ehrenamt, Michael Söllheim, den Heimatpreis 2025, verlieh. Sieben Bewerbungen erreichten die Stadt nach der Ausschreibung im Frühjahr. In geheimer Abstimmung wählte der Fachausschuss die drei Preisträger aus um die Auszeichnung zum siebten Mal zu verleihen.1. Preis - Ferienfreizeit der katholischen Jugend St. Evergislus Brenig: Seit fast dreißig Jahren fährt die katholische Jugend Brenig mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 9 bis 14 Jahren aus dem gesamten Stadtgebiet jedes Jahr in ein offenes Zeltlager. Fast 80 Mädchen und Jungen können teilnehmen: „Wir könnten sicher noch mehr mitnehmen, aber das ist aufgrund der Kapazitäten leider nicht möglich“, erläuterte Söllheim, der die Laudatio hielt. Er als Breniger kenne die Aktion seit langem, daher war es ihm ein besonderes Anliegen, diesen Preis zu übergeben: „Ihr leistet richtig tolle Arbeit, da ihr Kindern aus sozial schwächeren Familien unterstützt, sodass auch diese Kinder, die nicht in den Urlaub fahren können, auch etwas Schönes aus den Ferien berichten können“. Alle Betreuerinnen und Betreuer arbeiten ehrenamtlich. Der mit 2.500 Euro dotierte erste Preis fließt in die Anschaffung neuer Zelte.2. Preis - Arbeitskreis „Jüdisches Leben in Rösberg“/Rösberger Erinnerungsweg: Den mit 1.500 Euro dotierten Preis überreichte Bürgermeister Becker und betonte, wie wichtig die Erinnerungskultur an das jüdische Leben in dem Höhenort sei. Der Rösberger Erinnerungsweg verbindet die Erinnerungstafel an die Zwangsarbeiter im Zweiten Weltkrieg auf dem historischen Dorfplatz mit der Gedenktafel an die ehemaligen jüdischen Friedhöfe Rösbergs in der Metternicher Straße.
Für den diesjährigen Heimatpreis wurde der Rösberger Erinnerungsweg in der Version vorgeschlagen, in der er sich an jene richtet, die mit 10- bis 16-jährigen Schülern zusammenarbeiten. Hierzu werden Methoden und didaktische Materialien entwickelt, die junge Menschen besonders ansprechen.3. Preis - Heimat- und Eifelverein Bornheim: „Den Gründungsvätern des Vereins lag neben dem Wandern auch die Beschäftigung mit heimatlichen Themen sehr am Herzen, dazu zählen auch geschichtliche und denkwürdige Ereignisse“, erklärte Söllheim, der den mit 1.000 Euro prämierten dritten Preis vergab. Eines dieser Ereignisse, an die der Verein erinnert, sind die Opfer eines Tieffliegerangriffs auf einen Personenzug während des Zweiten Weltkrieges am 4. Dezember 1944 unweit der Bahnstrecke zwischen Bornheim und Roisdorf. 19 Personen wurden getötet, viele weitere wurden schwer verletzt. Gut 50 Jahre später, am 4. Dezember 1993, wurde dort vom Heimat- und Eifelverein der Mahn- und Gedenkstein „Am Isebahnsjrave“ („Am Eisenbahngraben“) feierlich enthüllt. Er trägt die Inschrift: „Bedenket + gedenket“.
Im vergangenen Jahr jährte sich das Ereignis zum 80. Mal, daher hatte der Verein zu einer Gedenkstunde mit zwei Zeitzeugen an dem Mahnmal eingeladen: „Seit wieder ein Krieg in Europa wütet und auch Hass und Hetze in die öffentliche Wahrnehmung zurückgekehrt sind, hat die Inschrift erneut an Bedeutung gewonnen, daher ist es wichtig, dass dieser Gedenkstein weiterhin gepflegt und erhalten bleibt“, betonte Söllheim.
Der Preis: Der Stadtrat hatte 2019 beschlossen am „Heimatpreis“ teilzunehmen. Dabei handelt es sich um ein Förderprogramm vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW. Seitdem stehen dafür jährlich 5.000 Euro zur Verfügung, die jeweils an drei Preisträger verliehen werden.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |