100 Jahre Bonn auf Achse
Von der Jungfernfahrt zum Liniennetz
- Busse der Bonner Verkehrsgesellschaft parken vor dem alten Rathaus am Bonner Marktplatz im Jahr 1925.
- Foto: Stadtwerke Bonn
Bonn (red). Vor 100 Jahren, am 3. August 1925, nahm der Busverkehr in Bonn seinen Anfang. Ziel war es, das Umland besser mit der Stadt zu verbinden. Die Gründung der Bonner Verkehrsgesellschaft (BVG) erfolgte am 1. Juni 1925 durch die Stadt Bonn zusammen mit umliegenden Kreisen und der Rhein-Sieg Eisenbahn AG. Das Startkapital betrug 200.000 Reichsmark. Rasch wurde eine eigene Infrastruktur mit Verwaltung, Werkstätten und Wagenhallen in Friesdorf geschaffen. Schon zum Betriebsstart standen neun Omnibusse bereit, die im Linien- und Reiseverkehr eingesetzt wurden – darunter Fernlinienbusse mit bis zu 40 Sitzplätzen und einer Spitzengeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern.
Die erste offizielle Busfahrt führte am 3. August 1925 von Bonn über Meckenheim nach Altenahr. Der Fuhrpark wuchs zügig: Bereits 1926 verfügte die BVG über 26 Fahrzeuge, darunter zwei beliebte Cabriobusse. Ab 1932 war der Busbetrieb komplett im Besitz der Stadt Bonn und wurde als „Bonner Verkehrsgesellschaft – Stadt Bonn“ geführt. In den 1930er-Jahren entstanden acht Linien im Stadtgebiet und Umland, etwa nach Remagen, Venusberg oder zur Mondorfer Fähre. Hinzu kamen zahlreiche Ausflugs- und Mehrtagesfahrten, zum Beispiel ins Siebengebirge, nach Belgien oder zu den Olympischen Spielen nach Berlin.
In nur zehn Jahren wurden schon fast eine Million Fahrgäste und 935.000 Kilometer gezählt. Zunächst stand auch der Reiseverkehr im Mittelpunkt, doch innerstädtische Linien gewannen mit der Zeit an Bedeutung. Heute betreibt das Bonner Verkehrsunternehmen insgesamt 50 Linien- plus zehn Nachtbuslinien – und blickt auf ein Jahrhundert voller Innovationen im ÖPNV zurück.
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