Vollsperrung der Nordbrücke
UPDATE: Auch Rad- und Gehweg gesperrt

Die Sperrung für LKW scheint nicht gereicht zu haben. Aufgrund akuter Schäden wird die Nordbrücke nun für den gesamten Verkehr gesperrt.  | Foto: jld
  • Die Sperrung für LKW scheint nicht gereicht zu haben. Aufgrund akuter Schäden wird die Nordbrücke nun für den gesamten Verkehr gesperrt.
  • Foto: jld
  • hochgeladen von Michael Thelen

Bonn (red). Die Rheinbrücke Bonn-Nord (Friedrich-Ebert-Brücke) ist ab Mittwoch, 3. Juni, 15 Uhr, vorsorglich vollständig für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt. Betroffen ist nicht nur das Bauwerk selbst, sondern auch mehrere Abschnitte der A565 zwischen dem Autobahnkreuz Bonn-Nord und dem Autobahndreieck Bonn-Nordost.

In Fahrtrichtung Koblenz sind demnach zwischen dem Dreieck Bonn-Nordost und dem Kreuz Bonn-Nord keine Überfahrten mehr auf die A565 möglich. Dies betrifft insbesondere Verbindungen von der A59 aus Richtung Köln und Königswinter. Auch die Anschlussstellen Bonn-Beuel und Bonn-Auerberg sind gesperrt.
In der entgegengesetzten Fahrtrichtung Siegburg ist der Abschnitt zwischen dem Kreuz Bonn-Nord und der Anschlussstelle Bonn-Beuel gesperrt. Im Kreuz Bonn-Nord sind sämtliche Verbindungen auf die A565 in Richtung Siegburg unterbrochen. Die Anschlussstelle Bonn-Auerberg ist ebenfalls betroffen. An der Anschlussstelle Bonn-Beuel bleiben Auffahrten auf die A565 in Richtung Siegburg hingegen möglich.
Grund für die Sperrung sind Ergebnisse aktueller Brückenprüfungen. Dabei wurden strukturelle Schäden am Tragwerk der linksrheinischen Vorlandbrücke festgestellt, die eine unverzügliche Sicherung erfordern. Zuvor bereits umgesetzte Maßnahmen, darunter ein Fahrverbot für Lastwagen über 7,5 Tonnen sowie technische Kontrollen, konnten weitere Schäden nicht verhindern.

„Die Sicherheit der Menschen, die täglich über diese Brücke fahren, ist nicht verhandelbar. Wir handeln auf der Basis unserer aktuellen gutachterlichen Prüfergebnisse“, sagt Dirk Brandenburger, technischer Geschäftsführer der Autobahn GmbH. Zugleich sei sich das Unternehmen der Auswirkungen auf den Verkehr in der Region bewusst. In Abstimmung mit den zuständigen Behörden seien Ausweichrouten vorbereitet worden.

Weitere Detailuntersuchungen sollen nun klären, mit welchen technischen Maßnahmen die Brücke wieder für den Verkehr freigegeben werden kann. Eine abschließende Bewertung liegt erst nach Abschluss dieser Untersuchungen vor. Bis dahin bleibt die Rheinbrücke Bonn-Nord gesperrt.

Rhein-Sieg-Kreis über die Sperrung nicht informiert

„Für den Rhein-Sieg-Kreis kommt diese Information völlig überraschend“, so Landrat Sebastian Schuster zur Vollsperrung der Bonner Nordbrücke ab 15.00 Uhr am heutigen Tage. „Wir haben keinerlei Vorwarnungen seitens der Autobahn GmbH bekommen und es kann keine Rede davon sein, dass Ausweichrouten in enger Abstimmung mit uns vorbereitet wären.“
Betroffen von der kurzfristigen Sperrung ist nicht nur der Individualverkehr; besonders hart trifft sie auch den Dienstleistungssektor, Gewerbetreibende und das Handwerk. Für den Schulbusverkehr wird gerade gemeinsam mit der Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft (RSVG) an einer kurzfristigen Lösung gearbeitet.
„Die Sicherheit der Menschen steht selbstverständlich an oberster Stelle“, bekräftigt der Landrat.

Update

Wie die Autobahn GmbH informiert, muss auch der Rad-/Gehweg entlang der Rheinbrücke Bonn-Nord vorsorglich gesperrt werden. Gleichzeitig kommt aus der Wirtschaft deutliche Kritik an der Sperrung. Der Präsident der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg, Stefan Hagen, bezeichnet die Situation als „Katastrophenmeldung“ für die Region. Die Rheinbrücken seien „die Lebensadern unserer Region“. Sollte sich bestätigen, dass die Brücke dauerhaft nicht befahrbar ist, müssten Bund und Autobahn GmbH nach seinen Worten „alle Hebel in Bewegung setzen“, um eine neue Rheinquerung so schnell wie möglich zu bauen. Eine Fertigstellung erst in den 2030er Jahren sei angesichts der Auswirkungen unzureichend.

Auch aus dem Handwerk kommt scharfe Kritik an der Vollsperrung. Thomas Radermacher, Präsident der Handwerkskammer zu Köln, bezeichnet die Situation als „Hiobsbotschaft für das Handwerk“. Die Nachricht bestätige „unsere schlimmsten Befürchtungen“. "Die Rheinbrücken bildeten „das Rückgrat unserer Region – ohne sie steht der Verkehr still und der wirtschaftliche Schaden wird immens sein“.

Redakteur/in:

Michael Thelen aus Rhein-Sieg

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.