Graffitiwand
Street Art am Rhein

Graffitiwand am Brassertufer 2026 zum Thema 30 Jahre UN-Stadt Bonn. | Foto: Eugen Schramm/ Arts four love
  • Graffitiwand am Brassertufer 2026 zum Thema 30 Jahre UN-Stadt Bonn.
  • Foto: Eugen Schramm/ Arts four love

Bonn (red). Ein großflächiges Graffiti‑Wandbild schmückt seit Beginn des Frühjahrs erneut die Rheinpromenade am Brassertufer unterhalb des Ameron Bonn Hotel Königshof. Bereits zum vierten Mal ist dort ein sogenanntes Sommer‑Mural entstanden, das über mehrere Monate hinweg öffentlich zu sehen ist. In diesem Jahr steht das Gemeinschaftswerk unter dem Motto „30 Jahre UN‑Stadt Bonn“.

Initiiert wurde das Projekt vom Bonner Kulturamt in Zusammenarbeit mit dem Amt für Internationales und globale Nachhaltigkeit, dem Verein Arts four love sowie dem Hotel Königshof. Grundlage war ein offener Wettbewerb, der sich an lokale und überregionale Street‑Art‑Künstler richtete. Ziel war es, Bonns internationale Rolle und die Bedeutung der Vereinten Nationen für die Stadt und den globalen Kontext künstlerisch zu reflektieren.

Die Resonanz auf den Wettbewerb fiel so groß aus wie nie zuvor. Insgesamt gingen 29 Skizzen von 48 Künstlerinnen und Künstlern aus Bonn, Berlin, Köln, Koblenz, Leverkusen, Wuppertal sowie aus dem Rhein‑Sieg‑Kreis ein. Entsprechend vielfältig präsentieren sich die Motive auf der rund 300 Quadratmeter großen Wand: abstrakte Darstellungen stehen neben symbolhaften Bildideen und konkreten, teils kritisch gehaltenen Aussagen. Zentrale Themen sind Frieden, Gerechtigkeit und eine nachhaltige Zukunft – Kernanliegen, die mit der Arbeit der Vereinten Nationen verbunden sind.

Zu den besonders auffälligen Arbeiten zählt das Motiv „Kid with a dream“ der Bonner Künstlerin Jacci.x3. Ebenfalls stark rezipiert wird der Beitrag von TrashmaidBerlin, der sich mit Plastikverschmutzung der Meere auseinandersetzt. Auch Gruppen wie die United Nations Volunteers und die BonnGirls haben eigene Beiträge realisiert. Die Künstler arbeiteten mit unterschiedlichen Techniken, darunter klassisches Graffiti, Schablonenkunst, Paste‑ups und freie Wandmalerei.

Insgesamt dauerten die Arbeiten zwölf Tage. Trotz wechselhafter Wetterbedingungen – von Sonnenschein bis zu Frost – entstand ein vielschichtiges Gesamtbild, das die Wand nicht nur optisch prägt, sondern auch ein gesellschaftliches Statement setzt. Das Mural verweist auf Bonn als internationalen Standort der Vereinten Nationen und versteht sich zugleich als Ausdruck einer offenen, pluralen Stadtgesellschaft.

Der Hintergrund des Projekts liegt in einer besonderen Regelung: Die Wand am Rheinufer steht seit Ende 2022 im Winterhalbjahr für legales Graffiti zur Verfügung, da sich die Fläche direkt unterhalb der Hotelterrasse befindet. Während der Sommermonate wird deshalb jeweils ein gemeinschaftliches Sommer‑Mural realisiert, das bis in den Herbst hinein sichtbar bleibt. Das aktuelle Kunstwerk kann voraussichtlich bis Mitte Oktober besichtigt werden und setzt die Reihe thematisch fort, die in den vergangenen Jahren unter anderem Grenzfragen, Gleichberechtigung und die Bonner Stadtidentität aufgegriffen hat.

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RAG - Redaktion

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