Gesperrte Nordbrücke
Pendler sollen umsteigen
- Die gesperrte Nordbrücke sorgt in Bonn und der Region für teils schwere Verkehrsbehinderungen.
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Bonn (red). Die Sperrung der Rheinbrücke Bonn-Nord bleibt für den Verkehr in der Stadt und der Region deutlich spürbar. Seit dem 3. Juni ist eine der wichtigsten Verbindungen unterbrochen. Die Folge sind spürbare Belastungen auf den verbleibenden Verkehrsachsen und an zentralen Knotenpunkten.
Am Montagvormittag, 8. Juni, zeigte sich die angespannte Lage besonders deutlich. Vor allem in Beuel, in der Innenstadt sowie auf der Bundesstraße 56 und rund um die Kennedybrücke kam es zu erheblichen Verzögerungen. Mehrere Unfälle und ein Feuerwehreinsatz verschärften die Situation zusätzlich – mit Auswirkungen sowohl auf den Autoverkehr als auch auf Busse und Bahnen.
Stadt setzt auf koordinierte Abstimmung
Seit der Sperrung stimmen sich Stadt, Bund, Land, Polizei, Stadtwerke Bonn und weitere Beteiligte täglich ab. Eine eigens eingerichtete Taskforce bündelt die Informationen, bewertet die aktuelle Lage und entwickelt neue Maßnahmen.
Oberbürgermeister Guido Déus beschreibt die Situation als große Herausforderung. „Die Sperrung der Nordbrücke stellt Bonn vor große Herausforderungen. Unser Ziel ist es jetzt, schnell, pragmatisch und flexibel zu handeln“. Ziel sei es, die Mobilität in Bonn aufrechtzuerhalten und die Belastungen für die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten.
Für die kommende Ratssitzung wird derzeit ein umfassendes Maßnahmenpaket vorbereitet, das kurzfristig umgesetzt werden soll.
Park-and-Ride soll weiter ausgebaut werden
Ein wichtiger Baustein der Planung ist die Erweiterung von Park-and-Ride-Angeboten. Eine erste provisorische Fläche ist bereits auf den Pützchens-Markt-Wiesen eingerichtet worden. Von dort besteht ein Shuttleanschluss an die Stadtbahnlinie 66.
Weitere Standorte werden vorbereitet oder geprüft. Dazu gehören Flächen am Landesbehördenhaus mit Anschluss an die Haltestelle Olof-Palme-Allee, Parkmöglichkeiten an der Oberkasseler Straße mit Verbindung nach Ramersdorf sowie ein Bereich am Telekom Dome. Ziel ist es, Pendler möglichst früh zum Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr zu bewegen.
Öffentlicher Nahverkehr im Fokus
Parallel dazu plant die Stadt eine spürbare Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs. Vorgesehen sind zusätzliche Shuttle- und Schnellbusverbindungen, unter anderem zwischen Hardtberg und der Innenstadt.
Eine zentrale Rolle spielt weiterhin die Stadtbahnlinie 66. Sie soll im Bereich des Friedhofs St. Josef und Paulus künftig vollständig vom Individualverkehr getrennt geführt werden, um Staus zu vermeiden. Für den Radverkehr sind neue Routen vorgesehen: stadteinwärts über den Bröltalbahnweg und stadtauswärts um den Friedhof herum.
Darüber hinaus wird geprüft, den öffentlichen Nahverkehr vorübergehend bis Ende Juni kostenfrei anzubieten, um zusätzliche Anreize für den Umstieg zu schaffen.
Eingriffe ins Straßennetz geplant
Neben der Förderung von Bus und Bahn richtet sich der Blick auch auf das bestehende Straßennetz. Die Stadt prüft eine Reihe von Maßnahmen, um die verbliebenen Hauptachsen leistungsfähig zu halten.
Dazu gehört unter anderem die mögliche Aufgabe von Umweltspuren auf Teilen der Oxfordstraße, um wieder mehr Fahrstreifen zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig sollen bestehende Busspuren in wichtigen Bereichen erhalten bleiben, während einzelne Radspuren überprüft werden.
Auch auf dem Hermann-Wandersleb-Ring wird über Anpassungen gesprochen, ebenso wie auf der Adenauerallee. Dort soll die Zweispurigkeit in beide Richtungen wiederhergestellt werden, um eine leistungsfähige Verbindung zwischen den wichtigen West-Ost-Achsen zu sichern. Für den Radverkehr werden alternative Routen entlang des Rheinufers und über die Kaiserstraße vorgesehen.
Baustellen werden verschoben
Um zusätzliche Belastungen zu vermeiden, stellt die Stadt auch geplante Bauarbeiten auf den Prüfstand. So wurde eine für den 8. Juni vorgesehene Fahrbahnerneuerung auf der Willy-Brandt-Allee bereits verschoben.
Weitere Verschiebungen werden geprüft, um die ohnehin angespannte Verkehrslage nicht zusätzlich zu verschärfen.
Weitere Maßnahmen in Vorbereitung
Die Liste möglicher Maßnahmen ist noch nicht abgeschlossen. So wird unter anderem geprüft, ob Busse auf der Kennedybrücke zeitweise andere Verkehrsflächen nutzen können, um schneller voranzukommen.
Parallel dazu laufen die Untersuchungen an der Nordbrücke selbst. Die Autobahn GmbH prüft, ob zumindest eine eingeschränkte Nutzung wieder möglich ist. Ergebnisse werden innerhalb der kommenden Wochen erwartet.
Alternative Wege im Blick
Neben den klassischen Maßnahmen rückt zunehmend auch der sogenannte Umweltverbund in den Fokus. Nach Angaben der Stadtwerke Bonn können Fahrgemeinschaften derzeit eine wichtige Rolle spielen, um den Verkehr zu entlasten. Die Stadtwerke empfehlen dazu goFLUX, das sich sowohl an Berufspendler als auch an Privatpersonen richtet.
Ergänzend verweisen die Stadtwerke auf bestehende Angebote wie Welo sowie die E-Roller Clara. Dazu gehören Leihräder, Lastenräder sowie E-Roller, die im gesamten Stadtgebiet und im Rhein-Sieg-Kreis verfügbar sind. Diese können über entsprechende Apps gebucht und auch über Stadtgrenzen hinweg genutzt werden.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |
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