100 Jahre SV Refrath/Frankenforst
Ein Wiederaufstieg als Selbst- Geschenk
- Die allererste Fußballmannschaft des damaligen Vereins Vorwärts Refrath. Foto: SV Refrath
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Bergisch Gladbach (hh). Was für ein Traumjahr für den SV Refrath/Frankenforst. Passend zum runden Jubiläum schaffte die erste Männer-Mannschaft als fußballerisches Aushängeschild den sofortigen Wiederaufstieg in die Kreisliga A, womit sich der nun ein Jahrhundert existierende Verein selbst ein besonderes Geschenk machte. Doch bereits zuvor konnte der Club schon ausgiebig feiern. So stellt er mit Prinz Micha II., Bauer Alex und Jungfrau Lucia das amtierende Sessions-Dreigestirn, war Gastgeber für die diesjährigen Kreispokal-Endspiele der Jugend und Alten Herren und konnte Mitte Mai das Team der FC-Altinternationale mit vielen früheren Bundesligaprofis sowie rund 700 Zuschauer auf seiner Sportanlage am Heuweg begrüßen. Höhepunkt der Feierlichkeiten wird dann die große Jubiläumsfeier in der Steinbreche am 11. Juli ab 18 Uhr sein, wenn DJ, Tanzgruppen und kölsche Bands allen Gästen, Mitgliedern und Vereinsaktiven einen unvergesslichen Abend bereiten werden (Karten sind noch erhältlich unter jubilaeumsfest@sv-refrath.info).
Es war der 11. Juni 1926, als 46 junge Sportler den Verein „Vorwärts Refrath“ als Sportabteilung im katholischen Jungmännerverein gründeten. Ihre erste sportliche Heimat fanden die Fußball-Pioniere auf einer Heide-Parzelle hinter „Haus Steinbreche“, bevor sie kurz darauf auf eine Spielstätte an der Hasselstraße umzogen. Bereits zwei Jahre nach der Gründung kam der Schwimmsport hinzu, 1929 dann auch eine Leichtathletik-Abteilung. Da der Verein dem Reichsverband der deutschen Jugendkraft (DJK) angehörte, wurde er 1933 von den Nationalsozialisten verboten und der Sportplatz beschlagnahmt. Der noch junge Verein stand daher kurz vor seiner Auflösung. Doch schon kurz nach Kriegsende erlebte der Klub dank einer Neugründung in der „Gaststätte Klosterhöfchen“ (heute Mehrfamilienhaus) als „Sportverein Refrath 1926“ seine Renaissance. „Zwei Senioren- und eine Jugendmannschaft gingen zunächst an den Start. Die Bälle und die Sportkleidung wurden dabei von englischen Besatzern genutzt respektive geliehen“, berichtet der zweite Vorsitzende Markus Pinger, der sich mit der Historie des Jubilars intensiv beschäftigt hat.
1950 konnte der SVR seine eigene Sportanlage am Heuweg einweihen, nachdem hierfür rund 500 Bäume weichen mussten. Ab 1963 konnte auch der städtische Sportplatz an der Steinbreche für Spiele der Seniorenteams genutzt werden. Nach einem Zusammenschluss mit den Sportfreunden Kippekausen und dem Wechsel zum heutigen Vereinsnamen zwei Jahre später gründete sich 1973 eine Tennis-Abteilung, der 2002 eine Segel-Abteilung folgte. Nachdem der Platz an der Steinbreche 2014 einen Kunstrasenbelag erhielt, wurde er zur bevorzugten Spielstätte vieler Senioren- und Jugendteams, zumal der Aschenplatz am Heuweg verschlissen war. „Wir wollten aber auch wieder´zu Hause´ spielen, und daher waren wir froh, als wir 2024 nach vierjähriger Projektplanung auch hier endlich Kunstrasen erhielten und nach der Fertigstellung des neuen Kabinen- und Duschtrakts im vergangenen Jahr zurückkehren konnten.“ Gleichwohl wird der Platz an der Steinbreche weiterhin vom Verein genutzt.
Als zurückliegende Erfolge kann der SVR auf mehrere Aufstiege (u.a. 1979 und 1990 in die Landesliga) verweisen; existenzielle Krisen gab es dagegen nach der Nazi-Herrschaft nicht mehr. „Natürlich ist gerade bei den Fußballern das Geld häufig knapp und wir könnten mehr ehrenamtliche Unterstützung gebrauchen. Aber das ist bei anderen Vereinen ja genauso“, weiß Pinger, der sich um die Zukunft des rund 1.000 Mitglieder starken Vereins keine Sorgen macht. „Wir möchten weiterhin den Breitensport gut darstellen und in unserem überschaubaren wirtschaftlichen Rahmen weitermachen. Unser Ziel ist es, ein ambitionierter Verein für jedermann zu bleiben. Die aktuelle Mitgliederzahl gibt uns recht, dass wir mit diesem Vorhaben richtig liegen.“
Redakteur/in:RAG - Redaktion |