Verein Domino feiert Jubiläum
25 Jahre Trauerbegleitung für Kinder
- Jennifer Reinehr, pädagogische Leiterin des Zentrums für trauernde Kinder (l.), mit dem ehrenamtlich aktiven Mitarbeiterteam. Foto: Flick
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Bergisch Gladbach (sf). Seit 25 Jahren bietet das Zentrum für trauernde Kinder des Vereins Domino eine wichtige Anlaufstelle für alle Mädchen und Jungen, die einen nahestehenden Menschen verloren haben. „Wir sind da, wenn du trauerst“ steht in großen Buchstaben über der Villa Trauerbunt, die in Heiligenstock idyllisch an einem Hang mitten im Wald liegt. Das Jubiläum der im Jahr 2000 gegründeten Einrichtung feierte das Mitarbeiter-Team jetzt gemeinsam mit zahlreichen Gästen auf dem Gelände von Pütz-Roth.
Die Besucher erwartete ein bunter Nachmittag: Rolly Brings spielte auf, ein Zauberer brachte die Kinder immer wieder zum Staunen und Fotografin Angela Graumann präsentierte zusammen mit der Autorin Tina Geldmacher ihre Ausstellung zum Thema Jugendtrauer. Kreativ werden konnten die Kinder bei zahlreichen Bastelaktionen und beim Herstellen von Skulpturen durch Handabdrücke in Gips.
Der Verein Domino hatte die deutschlandweit erste Trauergruppe für Kinder ins Leben gerufen. Gründerin Christel Gattinger-Kurth erinnert sich sehr gut an diese Zeit: „Wir waren sieben Personen, die den Verein gründeten. Ich hatte damals im Ambulanten Hospiz Deutz gearbeitet und dabei feststellen müssen, dass die Kinder zur Trauerbegleitung stets nur mitgelaufen waren. Ein eigenes Betreuungsprogramm für Kinder fehlte, das wollte ich ändern.“ So beschloss sie damals, eine Ausbildung zur Trauerbegleiterin zu absolvieren. „Wir hatten gleich hier auf dem Gelände angefangen. Inhaber Fritz Roth stand der Idee offen gegenüber und hatte uns mit offenen Armen empfangen“, so Gattinger-Kurth. Für die ehrenamtliche Mitarbeiterin und ehemalige Leiterin des Hauses ist die Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche eine Herzensgelegenheit: „Ich habe gesehen, wie gerne die Kinder hier in die Gruppe kommen und wie viel Trauer sie hier zurücklassen können“, erläutert Gattinger-Kurth ihre Motivation. Vor zwei Jahren hatte sie die Leitung an Jennifer Reinehr abgegeben. Die pädagogische Leiterin ist die einzige, die vom spendenfinanziert arbeitenden Verein angestellt ist, während alle anderen Mitarbeitenden ehrenamtlich tätig sind.
Heute sind bei Domino 25 Trauerbegleiter*innen im Einsatz, die aktuell drei Kinder- und zwei Jugendgruppen betreuen. „Die Kinder kommen im Schnitt eineinhalb- bis zwei Jahre zu uns“, berichtet Reinehr. In den Gruppenstunden erfahren sie, dass sie in ihrer Trauer nicht alleine sind und dass es auch andere, gleichaltrige Kinder gibt, die ihren Papa oder Mama oder einen anderen nahestehenden Menschen verloren haben. „Die Kinder erfahren Verständnis von Gleichaltrigen. Das ist sehr wichtig, da sich die Kinder sonst in ihrem Umfeld isoliert fühlen“, sagt Reinehr. Die knapp zweistündigen Gruppentreffen beginnen stets mit dem Anzünden einer Kerze für den Verstorbenen. „Jeder Trauerweg ist individuell und nicht zeitlich begrenzt“, erklärt Reinehr. So können sich starke Trauergefühle beispielsweise in Bauchschmerzen, Konflikten oder in Wut zeigen. In der Villa Trauerbunt darf Trauer immer auch laut und bunt sein.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |