Naturnahen Garten gestaltet
Eine Wohlfühloase
für Mensch und Tier
- Viel Arbeit haben die Bewohner der Besonderen Wohnform „Haus Sonne“ unter fachlicher Anleitung durch Claudia Spoden in die naturnahe Gestaltung ihres Außenbereichs gesteckt.
- Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur Profipress
Gemeinsam für mehr Artenvielfalt: Bewohner gestalteten naturnahen Garten. Eine Pflanzaktion im „Haus Sonne“ in Schönau verbindet Therapie, Artenschutz und LEADER-Projekt
Bad Münstereifel-Schönau (red). 100 neue Eifelstauden und Wildblumen verschönern ab sofort den Außenbereich im Wohn- und Betreuungsverbund „Haus Sonne“ in Schönau. In einer gemeinsamen Pflanzaktion mit der Biologischen Station im Kreis Euskirchen, gefördert durch das LEADER-Projekt „Zukunftsdörfer“, setzten Bewohner und das Team der Arbeitstherapie regionale Pflanzen für mehr Artenschutz. Gleichzeitig entstand eine naturnahe Gestaltung des Gartens.
Die Initiative ging von Arbeitstherapeutin Claudia Spoden aus, die im Wohnverbund die Bereiche Garten, Holz und Hauswirtschaft betreut. Gemeinsam mit rund zehn Bewohnern arbeitet sie regelmäßig im Garten, wo jeder nach seinen Fähigkeiten tätig werden kann. „Wir haben schon Nistkästen und Vogeltränken gebaut, eine Kräuterspirale und Hochbeete angelegt und einen Totholzhaufen zum Beispiel für Igel geschaffen“, berichtet Spoden, die auch als Kräuterpädagogin aktiv ist.
„Wir legen viel Wert darauf, dass unsere Therapeuten ihre eigenen Interessen in die Arbeit mit einbringen – und hier ist der Funke einfach übergesprungen“, sagt Maike Seidenfaden, Geschäftsführerin und Leitung des Wohnverbundes. Spoden vermittelt ihr Wissen zur Pflanzen- und Tierwelt nicht nur in der Arbeitstherapie, sondern auch bei gemeinsamen Spaziergängen mit den Bewohnern.
Über ihr persönliches Interesse am Natur- und Artenschutz entstand der Kontakt zur Biologischen Station im Kreis Euskirchen. „Unser Ziel ist ein pflegeleichtes Beet mit heimischen Stauden und Wildblumen, die zu einer so hohen Deckung kommen, dass nur wenig Unkraut durchwächst“, erklärt Projektleiterin Jennifer Thelen. Die Pflanzen stammen aus einer Eifeler Gärtnerei, die auf regionales Pflanzengut spezialisiert ist. „Regionale Pflanzen sind so wichtig, weil Blühzeitpunkt und Tierzyklus wie Schlüssel und Schloss zusammenpassen müssen“, so Thelen.
Die Umsetzung erforderte erhebliche Vorarbeit. Eine Woche lang wurde das Beet vorbereitet, alte Pflanzen teilweise entfernt und rund eineinhalb Kubikmeter Sand in den Boden eingearbeitet. Unterstützt wurden die Arbeiten durch Haustechniker Bernd Thar. Anschließend pflanzten die Beteiligten Stauden, setzten Blumenzwiebeln und säten Wildblumen aus. Auch Totholz fand im Beet Platz.
Schon kurze Zeit später zeigte sich ein erster Effekt: Ameisen, Spinnen und Asseln besiedelten das neue Areal. „Wir haben bewusst ein Projekt ausgesucht, bei dem unsere Bewohner ihren Arbeits- und Wohnbereich attraktiver gestalten können und zeitnah ein sichtbares Ergebnis schaffen können“, betont Thomas Hochgürtel aus dem Qualitätsmanagement. „Das steigert nicht nur die Motivation während der Arbeit, sondern auch die Identifikation mit dem selbst gestalteten, persönlichen Lebensumfeld.“
Redakteur/in:Signe Mai Slomian aus Pulheim |
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