Gesang von „Fortsetzung folgt“
Weihbischof Ansgar Puff kam nach Münstereifel und Houverath um 50 Jugendliche zu firmen

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Bad Münstereifel/Houverath. Stolz wie „Oskar“ schauten jüngst zwei Messdiener, als ihnen von Weihbischof Ansgar Puff der Hirtenstab (Bischofsstab) und dessen Kopfbedeckung (Mitra) zur kurzzeitigen Verwahrung in die Hand gedrückt wurde. Grund des hochoffiziellen Bischofbesuchs waren Firmungen in der Kernstadt Bad Münstereifel und einige Stunden später in Houverath.

Im Dezember 2013 besuchte der frühere Düsseldorfer Pfarrer und inzwischen seit zehn Jahren Kölner Weihbischof Ansgar Puff erstmals auch seinen neuen Zuständigkeitskreis als hoher Würdenträger im Raum Bad Münstereifel und firmte in zwei Kirchen. Das wiederholte sich fast jedes Jahr: So auch in diesem. Nach in Sachen „Missbrauchsskandal“ aufgehobenen „Beurlaubung“ kam Weihbischof Ansgar Puff als offizieller Würdenträger jetzt erneut nach Bad Münstereifel und Houverath, um in der Jesuitenkirche in Bad Münstereifel 20 und in der Kirche St. Thomas 29 Jugendliche nach längerer Vorbereitungszeit auch mit Schwester Johanna Maria zu firmen.

Doch der Dezember 2021 war auch für den Bischof und die Firmlinge in Bad Münstereifel und Houverath etwas Besonderes. Erstmals nach seiner kurzen "Auszeit“ wegen der seit längerer Zeit in starke Kritik geratenen Kirche, kam Weihbischof Ansgar Puff in zwei Gotteshäuser in die Eifel und firmte zahlreiche Jugendliche. Bat gleichzeitig um Entschuldigung und Vergebung für sein persönliches Versäumnis im Rahmen der Aufarbeitung vor acht Jahren. Sprach ebenfalls von einer zurückliegenden harten Woche, ohne direkt darauf einzugehen.

Nach dem Weggang von Weihbischof Dr. Heiner Koch, der ein Amt im Osten der Republik angenommen hatte, wurde dem früheren Düsseldorfer Seelsorger und inzwischen Kölner Weihbischof Ansgar Puff vor über zehn Jahren auch der zum Erzbistum Köln gehörende Bereich Bad Münstereifel übertragen. Und der „Neue“ und an Körpergröße durchaus auch sehr „Lange“, stellte sich auch aufgrund seiner um einiges im gegenüberstehenden Menschen überragende Statur damals schon sehr gut gelaunt, von den meisten als „angenehm empfunden“ und „die Nähe und Kontakt zu Menschen suchend“ vor.

Diesmal war bei seinen gut gewählten Worten bei der Predigt so etwas wie Bescheidenheit herauszuhören. Bat der Bischof in diesen Kirchen um Vergebung wegen den bekannten Vorkommnissen, von denen auch er sich wegen eines von ihm begangenen formellen Fehlers nicht habe freisprechen können.

Ging es jüngst hauptsächlich um das zu spendende Sakrament der Firmung.

Der Weihbischof wurde vom leitenden Münstereifeler Pfarrer Christian Hermanns im Beisein von Pfarrvikar Dr. Schmitz willkommen geheißen. Bereitete danach der Bischof mit der nötigen Ernsthaftigkeit die jungen Frauen und Männer auf das bevorstehende Sakrament vor. In der Jesuitenkirche mit einer etwas länger als 20minütigen Predigt, die Dank gutem Inhalt entsprechend gut ankam.

So sprach der Würdenträger auch mit Sicht auf und nach der Flut in Bad Münstereifel und anderen Orten „von einer furchtbaren Zeit und den damit verbundenen Verwüstungen.“

Aber direkt an die zu firmenden Jugendlichen gewandt, auch von ungeahnten Möglichkeiten, die ihnen Gott gebe, die sie heute vermutlich noch nicht erahnen würden. War die Rede von mehr Demut und Liebe, nicht Hass und Gewalt.

Möge man doch bitte die Kirche nicht nur als Gebäude und durch die Türe gehend als Intuition sehen, sondern als viel mehr. Sei es sehr bedauerlich, dass viele Menschen dieser Kirche leider den Rücken zukehrten. Es für manche eine Kirche geworden sei, bei der es ungerecht zugehe, wo Frauen nicht die gleichen Rechte wie Männer zugesprochen würden. Sei die Kirche allerdings nicht erst seit heute ein schwieriges Thema. Viele würden die Kirche leider nur als eine Art als Organisation mit Fehlern bei der Aufarbeitung und des Missbrauchs betrachten.

Weihbischof Ansgar Puff wörtlich bei der Firmung in der Jesuitenkirche: „Auch ich möchte und muss um Vergebung bitten, weil ich vor acht Jahren einen Fehler bei der Aufarbeitung begangen habe.“

Und erneut direkt an die jungen Frauen und Männer gerichtet, habe es auch bei ihm in jungen Jahren lange gedauert den richtigen Weg zu finden, bis ihn der Heilige Geist ergriffen habe. Sprach Ansgar Puff von einer Gemeinschaft der Herausgehobenen und vom Glücklichsein nach dem Empfang der Firmung und des Heiligen Geistes.

Gerade in einer Zeit nicht nur wegen dieser inzwischen so furchtbar lange anhaltendender Pandemie mit Corona, den damit verbundenen Einschränkungen und Krankheiten, sprach Weihbischof Ansgar Puff davon, wie wichtig das Sakrament der Firmung und den Heiligen Geist zu empfangen sei. Früher oder später würde ein jeder erahnen, wie schön auch dieser Moment gewesen sei.

Sprach der Weihbischof kurz über seine eigene Jugend und dass er während einer Frankreichfahrt als junger Mann das Gefühl und Gespür bekommen habe, wo er in Zukunft hingehöre. In den Händen des Guten und allmächtigen Gottes.

Und während einige gefirmte Jugendliche im Verlauf des Pontifikalamtes einen von Schwester Johanna Maria angekündigten und kurz darauf gelungenen Rap zu Gehör brachten, sorgte zwischendurch mehrfach Frank Burbach auf der Gitarre mit Sängerinnen und Sänger vom Chor „Fortsetzung folgt“ mit für eine gelungene und musikalisch bereichernde Firmung.

Blieb dem Bischof keine Zeit, um womöglich noch einen kurzen Abstecher zum kleinen Weihnachtsmarkt an der Stiftskirche zu machen. Allerdings einen kurzen Moment Zeit, um einen sichtlich betroffenen Blick auf die wieder friedlich plätschernde Erft inmitten der teils zerstörten Stadt zu werfen.

mg/ mag/ MaGö / Manfred Görgen/Text und Fotos unterliegen dem Copyright Pressebüro MaGö/ Fotowünsche werden gerne (0172-2478888) erfüllt

Leserreporter:

Manfred Görgen aus Bad Münstereifel

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