Einfache Maßnahmen
Schutz bei Starkregen
- Ortstermin an der Zufahrt zum Thalhof, wo die Stadt Zülpich mit pragmatischen Mitteln – unter anderem einer gepflasterten Ablaufrinne – eine Verbesserung der Oberfächenwassersituation erreichen konnte.
- Foto: Stadt Zülpich / Torsten Beulen
Mit Bordsteinkante, Senke und weiteren Ableitungen will die Stadt Zülpich verhindern, dass Oberflächenwasser bei Starkregen ungehindert auf das Anwesen bei Niederelvenich fließt.
Niederelvenich (lk). Die Stadt Zülpich hat die Oberflächenwassersituation an der Zufahrt zum Thalhof bei Niederelvenich verbessert. Mit vergleichsweise einfachen Maßnahmen soll Regenwasser künftig verstärkt in die angrenzenden Wiesen geleitet werden.
Der Thalhof liegt am östlichen Ortsrand von Niederelvenich und ist von einem dichten Baumbestand umgeben. Hinter der Hofanlage verläuft der Rotbachmühlengraben, der unweit des Anwesens in den Rotbach mündet. Während der Flutkatastrophe im Juli 2021 wurde das gesamte Gelände innerhalb weniger Stunden überflutet.
Die meisten Flutschäden sind inzwischen beseitigt. Bei Starkregen floss Oberflächenwasser vom Dorf jedoch weiterhin nahezu ungehindert in Richtung des Anwesens. Die Bewohner wandten sich deshalb an die Stadt Zülpich und baten darum, die Situation zu entschärfen.
Bei einem Ortstermin mit Joachim Franzen, Geschäftsbereichsleiter Hoch- und Tiefbau bei der Stadt Zülpich, und Jürgen Kremer von der städtischen Stabsstelle Wiederaufbau, Hochwasser- und Starkregenschutz wurde eine Lösung erarbeitet. Mitarbeiter des städtischen Baubetriebshofes setzten die Maßnahmen anschließend um.
An der Zufahrt zum Thalhof entstand eine Bordsteinkante, die das Oberflächenwasser umleitet. Etwa zehn Meter weiter wurde eine Senke angelegt, über die das Wasser in die angrenzenden Wiesen geführt wird. Im weiteren Verlauf der rund 100 Meter langen Zufahrt wurden außerdem drei Stiche gesetzt, die Regenwasser ebenfalls in die Wiesenflächen leiten.
„Hier wurde eine pragmatische Lösung geschaffen, die den Wasserabfluss verbessert und den Thalhof besser vor eindringendem Oberflächenwasser schützt“, sagte Bürgermeister Ulf Hürtgen bei einem Besuch vor Ort mit Joachim Franzen, Jürgen Kremer und dem Leiter des Baubetriebshofes, Markus Müsch.
Auch die Bewohner begrüßen die Veränderungen. „Wir sind sehr begeistert“, sagte Terry Truck, der im Haupthaus des Thalhofs lebt. Josef Evers, ebenfalls Bewohner des Anwesens, sprach von einer „signifikanten Verbesserung der Situation“.
„Die Maßnahme zeigt, dass sich manchmal auch mit geringem Aufwand ein wichtiger Beitrag zum örtlichen Hochwasserschutz leisten lässt“, erklärte Hürtgen. Dies sei nicht überall möglich, am Thalhof sei jedoch mit einfachen Mitteln eine deutliche Verbesserung erzielt worden.
Redakteur/in:Lars Kindermann aus Rhein-Erft |