Holzkreuz in Dreisel
Vom Wurm zerfressen – jetzt neu errichtet
- Sebastian Pauli und Uwe Brunsmeier unterstützten Ferdi Roth beim Aufstellen des Kreuzes.
- Foto: Schmidt
Windeck-Dreisel. Durch und durch marode war das Holzkreuz an der Straße „Im Lommerbruch“ in Dreisel. „Jetzt greif ich an“, sagte sich Ferdi Roth hochmotiviert und nicht gewillt, den Anblick länger hinzunehmen. Für den gelernten Maschinenschlosser im Ruhestand handwerklich ein Kinderspiel.
Auseinanderstrebende Fugen der Holztäfelung waren das kleinere Übel, in den Balken hatten sich Holzwürmer deutlich bemerkbar gemacht, das Balkenende war verfault und ganze Stücke weggebrochen – eine Komplett-Erneuerung war notwendig. Als Mitglied ist Roth ein „Pfund“ für die Dorfgemeinschaft, mit der er das Projekt gemeinsam umsetzte. Vereinskollege Volkmar Iwertowski konnte Auskunft geben, wann das Kreuz aus der Vorgängerkapelle der heutigen Dreiseler Kapelle an den Dorfrand versetzt worden war, sein Großvater Heinrich Gerhards hatte es schriftlich festgehalten: „Die Versetzung unseres Stifterkreuzes an unserer Kapelle wurde auf Veranlassung von Bernhard Overhaus durchgeführt. Das Kreuz wurde von Josef Christgen, genannt ‚der Hondergeld‘, gestiftet und ‚Auf dem Burstomp‘ (Anmerkung der Redaktion: alte Flurbezeichnung) wieder aufgestellt. Der Standort wurde im Beisein von Pastor Willi Weber, einem Sohn unseres Dorfes, festgelegt. Durchgeführt wurden die Arbeiten am 24. August 1974.“
Ferdi Roth machte sich an die Arbeit. Eichenholz holte er kostenlos im Hunsrück ab. Die Rückwand vernutete er und versah sie mit Federn, damit das Holz arbeiten kann, ohne aus den Fugen zu geraten. Die Jesusfigur erhielt einen kupferfarbenen Anstrich. Wie es im Windecker Ländchen bis heute üblich ist, kommt Unterstützung, wo sie gebraucht wird: Holz Langen aus Schladern stellte die Nutzung der Werkstatt für den Zuschnitt des Holzes zur Verfügung, die Firma Zaremba einen Laster, Dachdecker Weimann spendierte die Verschieferung, Uwe Brunsmeier führte sie aus und Schwiegersohn Sebastian Pauli half bei den Betonarbeiten für den Sockel. Mittlerweile ist das neue Kreuz fertig und an Ort und Stelle montiert. Die Dorfgemeinschaft hat 450 Euro zu den Kosten in Höhe von 700 Euro beigesteuert, den Rest übernahmen Sponsoren.
Die ökumenische Einsegnung des neuen Kreuzes findet am Sonntag, 5. Juli, um 11.30 Uhr am bisherigen Standort „Im Lommerbruch“ statt.
Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:Sylvia Schmidt aus Windeck |
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