125 Jahre BVV Herchen
Motor des Dorflebens seit 1901
- Helmut Fuchs bringt als Vorsitzender den nötigen Schwung mit, um den Verein in die Zukunft zu führen. Gerade entsteht im Kurpark ein inklusiver Spielplatz, der zusammen mit vom BVV aufgestellten und als Leader Kleinprojekt geförderten Seniorensportgeräten zum Treffpunkt der Generationen wird.
- Foto: Schmidt
Windeck. Wo einst der Bär steppte, beschrieb Dr. Wolf-Rüdiger Weisbach einmal den Aufstieg seines Wohnortes Windeck-Herchen vom Kuhdorf zum Hotspot des Düsseldorfer Malkastens in der Zeit der Belle Époque um 1850 bis 1914. Die Schönheit der Natur hatte sich in Künstlerkreisen herumgesprochen, und in deren Schlepptau reiste die feine Gesellschaft aus den umliegenden großen Städten mit der Eisenbahn zur Naherholung an die Sieg. Es entstanden Villen für die Frischekur der Betuchten, die bis heute das Ortsbild prägen.
Der Bürger- und Verschönerungsverein Herchen (BVV) hat sich dem Erhalt und der Weiterentwicklung dieses Erbes verschrieben. Am 28. Juni feiert der Verein im Kurpark sein 125-jähriges Jubiläum mit einem „Musikalischen Nachmittag“.
Zu den treibenden Kräften bei der Gründung des Vereins zählte Hauptmann a. D. Edmund Henoumont. Pfingsten 1901 entstand der „Verschönerungsverein Hauptmann Henoumont Herchen-Sieg“. Der Namensgeber hatte im Krimkrieg ein Auge verloren und trug seither eine Augenklappe, die ihm den Beinamen „Schrecken des Kaukasus“ einbrachte. Nach ihm war auch die Wanderhütte auf dem Herchener Trappenberg benannt.
Henoumont gehörte dem Malkasten an, war Kunstmäzen und Dramatiker. Zu seinem Umfeld zählten der Herchener Bürgermeister Dörmer, Justizrat Eduard Lequis und weitere Mitstreiter. Ziel des Vereins war es, den Fremdenverkehr zu fördern, Spazierwege anzulegen und zu unterhalten sowie den Aufenthalt der Kurgäste angenehm zu gestalten. Mit dem Ersten Weltkrieg endete diese Blütezeit.
1926 lud Bürgermeister Dörmer zur Gründung des Verkehrsvereins Herchen ein. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Verein 1948 erneut belebt. Im Zuge der kommunalen Neuordnung entstand 1967 die Gemeinde Windeck. Der Bürgerverein übernahm die Vertretung der politischen Dorfinteressen, während sich der Verschönerungsverein um das Ortsbild kümmerte. 1984 wurden beide Vereinigungen zum heutigen Bürger- und Verschönerungsverein Herchen zusammengeführt.
Heute steht der 165 Mitglieder starke Verein unter dem Vorsitz von Helmut Fuchs. Er kümmert sich um zahlreiche Einrichtungen und Aktivitäten im Ort. Dazu gehören unter anderem die Minigolfanlage mit Tretbootverleih, die Wassertretanlage, der Kurpark mit Musikpavillon und Grillhütte, Wanderwege und Ruhebänke. Zudem engagiert sich der Verein bei Ausstellungen, Vorträgen, der Pflege des Dorfarchivs sowie bei Kinderfesten und Senioren-Kaffees.
Die Vielzahl der Aufgaben stellt den Verein jedoch vor Herausforderungen. Viele Ehrenamtliche engagieren sich bereits in mehreren Vereinen und Institutionen. „Eines unserer Hauptziele ist die Vernetzung all unserer Vereine und durch gemeinsamen Einsatz für das Dorf, seine Einwohner und Gäste das Wir-Gefühl im Dorf zu stärken. Man muss nicht Mitglied im BVV sein, um sich an Arbeitseinsätzen zu beteiligen“, betont Fuchs.
Unterstützung wird unter anderem für die Betreuung der Tretboot- und Minigolfanlage gesucht. Die Einnahmen daraus sowie die Vermietung von Pavillon und Grillhütte tragen zur Finanzierung der Vereinsarbeit bei. „Wir freuen uns über jede Unterstützung und sei es die passive Mitgliedschaft zu zwölf Euro im Jahr“, so Fuchs.
Das 125-jährige Bestehen feiert der BVV am Sonntag, 28. Juni, ab 14 Uhr mit einem Musikalischen Nachmittag im Kurpark. Mit dabei sind die Windecker Musikvereinigung, der Quartettverein Herchen, die Blaskapelle Leuscheid und der Chor Frauen-Dreiklang Herchen. Außerdem kann an diesem Tag die rund 60 Seiten starke Vereinschronik erworben werden.
Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:Sylvia Schmidt aus Windeck |