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Freundschaftssingen im Schwingeler Hof
Wesseling trifft Kleinheppach

"Der größte Chor der Welt" als Finale - mit 55 Sängern beider Chöre auf der Bühne unter Leitung von Mareike Amend mit Klavierbegleitung durch Guido Wilhelmy.  | Foto: Anita Brandtstäter
  • "Der größte Chor der Welt" als Finale - mit 55 Sängern beider Chöre auf der Bühne unter Leitung von Mareike Amend mit Klavierbegleitung durch Guido Wilhelmy.
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Wesseling. Der Männer-Gesang-Verein 1844 Wesseling e.V. lud am Freitagabend zu einem besonderen musikalischen Ereignis in die Scheune des Schwingeler Hofes ein: ein Freundschaftssingen mit dem Männergesangverein Kleinheppach aus dem Remstal in Baden-Württemberg. Die Gäste waren im Rahmen einer Chorreise im Rheinland unterwegs und hatten neben Besichtigungen in Köln auch diesen Konzertabend auf dem Plan. Es war ein Konzert voller Leidenschaft, Vielfalt und Humor – ein Abend, an dem die Freude am Singen spürbar im Mittelpunkt stand.

Klangvolle Eröffnung durch den MGV Wesseling

Unter der Leitung von Guido Wilhelmy umrahmte der gastgebende Chor sein Programm mit zwei echten Männerchor-Originalen: dem Eröffnungslied „Sing mit uns“ von Karl-Heinz Jäger  und dem augenzwinkernden „Wir sind die alten Säcke“ von Pasquale Thibaut. Damit bewiesen die Sänger sofort, dass Chormusik Tradition und Witz zugleich verbinden kann.

Dann folgte eine bunte musikalische Reise durch Jahrzehnte der Schlagergeschichte: Mit „Sierra Madre del Sur“ brachten die Wesselinger den volkstümlichen Klang der Zillertaler Schürzenjäger ein, bevor gleich zwei Klassiker von Udo Jürgens für Gänsehautmomente sorgten: „Ich war noch niemals in New York“ und „Griechischer Wein“. Doch damit nicht genug: Auch der moderne Schlager kam zu seinem Recht. „Warum hast du nicht nein gesagt“ - geschrieben von Maite Kelly für Roland Kaiser - begeisterte ebenso wie Dieter Bohlens „We have a dream“, das teils in deutscher Übersetzung erklang. Einen ernsten und nachdenklichen Akzent setzte das Lied „Freiheit“ von Marius Müller-Westernhagen – ein Titel, der gerade heute aktueller denn je wirkt. Vorsitzender Peter Josef Derichsweiler übernahm die Begrüßung und die Dankesworte, während Guido Wilhelmy charmant durch das Programm führte.

Schwäbische Gäste mit internationalem Repertoire

Nach einer Umbaupause übernahm der MGV Kleinheppach unter der Leitung von Mareike Amend die Bühne. Mit dem Gospel „This Little Light of Mine“ stellten sich die 28 Sänger schwungvoll vor. Die Moderation übernahm Jan Zurmöhle, ehemaliges Mitglied des MGV Wesseling, der nun im Schwabenland lebt – eine Verbindung, die dem Abend eine ganz persönliche Note verlieh.

Auch der Kleinheppacher Chor zeigte ein Programm voller Vielfalt: von Udo Jürgens’ eher selten gehörtem „Ich glaube“ über Louis Armstrongs Welthit „What a Wonderful World“ bis hin zum gefühlvollen Pur-Song „Hör gut zu“ über die Bedeutung der Kommunikation in zwischenmenschlichen Beziehungen. Mit „Loch Lomond“ gelang eine Brücke von irischen Klängen zur kölschen Musik, denn daraus haben die Höhner ja die Hymne "Mer stonn zo Dir FC Kölle" gemacht - und der Saal summte leise mit. Humorvoll wurde es mit „Mir im Süden“ des schwäbischen A-cappella-Quintetts Füenf, ehe es ganz regional mit „Breng mr no a Viertele“ wurde – ein Loblied auf den heimischen Wein auf Schwäbisch. Zum Abschied nahm der Chor das Publikum mit auf große Fahrt: „Leinen los – volle Fahrt Santiano!“

Gemeinsamer Höhepunkt: Zwei Chöre – ein Klang

Als Finale standen beide Chöre – 55 Sänger – gemeinsam auf der Bühne. Mit „Der größte Chor der Welt“ von Klubbb3 wurde das Motto des Abends musikalisch auf den Punkt gebracht. Unter der Leitung von Mareike Amend, am Klavier souverän begleitet von Guido Wilhelmy, verschmolzen die Stimmen zum eindrucksvollen Klangkörper. Zum Schluss dirigierte Wilhelmy noch den beliebten Männerchor-Klassiker „Aus der Traube in die Tonne“, liebevoll „Tonnen-Boogie“ genannt – ein ausgelassener Konzertbeitrag.

Nach dem Konzert wurde das Freundschaftssingen im Innenhof des historischen Schwingeler Hofes fortgesetzt – bei Traumwetter, Kölsch, Wein und kölschen Spezialitäten. Schnell fanden sich Akkordeon und Gitarren, und so erklangen noch lange kölsche Lieder, Volks- und Seemannslieder – ein wahrhaft gelebtes Motto: Musik bringt uns zusammen. Auch 2026 ist wieder eine Chorbegegnung geplant: vom 29. bis 31. Mai wird der MGV Vriendenkoor Echt aus der niederländischen Stadt Echt im Rheinland sein.

LeserReporter/in:

Anita Brandtstäter aus Köln

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