Eine Zeitreise zur Rheinuferbahn
Köln-Bonner Eisenbahn-Freunde eröffnen Eisenbahnmuseum in Wesseling
- Eröffnung des Eisenbahnmuseums der Köln-Bonner Eisenbahn-Freunde e.V. in der alten Güterabfertigung der KBE:
v.l.n.r. Jean Riemann, Dirk Collin, Monika Engels-Welter. - Foto: Anita Brandtstäter
- hochgeladen von Anita Brandtstäter
Wesseling. Seit 1906 beförderte die Rheinuferbahn Fahrgäste zwischen Köln und Bonn in weniger als einer Stunde – damals galt sie als eine der modernsten elektrischen Schnellbahnen Deutschlands. Für Wesseling war der Bahnhof ein entscheidender Motor des wirtschaftlichen Aufschwungs. Heute lebt diese Geschichte wieder auf: Die Köln-Bonner Eisenbahn-Freunde haben an der Konrad-Adenauer-Straße in der alten Güterabfertigung der KBE ihr neues Eisenbahnmuseum eröffnet und damit pünktlich zum Internationalen Museumstag einen besonderen Ort der Erinnerung geschaffen. Der historische Bahnhof - nur 50 m entfernt - wurde erst vor einer Woche denkmalgerecht saniert am Tag der Städtebauförderung als „Bürgerbahnhof“ feierlich eingeweiht. Die große Zeit der Rheinuferbahn endete zwar 1978, als die heutige Stadtbahnlinie 16 die alten Gleise übernahm – doch die Faszination für die traditionsreiche Bahn ist geblieben.
Mit viel Leidenschaft präsentieren die Köln-Bonner Eisenbahnfreunde nun 560 Exponate rund um die Geschichte der Köln-Bonner Eisenbahnen. Viele der Originalstücke stammen aus der Sammlung des Ehrenvorsitzenden Jean Riemann. Ziel des Vereins ist es ausdrücklich, auch jüngeren Generationen Eisenbahngeschichte lebendig und „anfassbar“ näherzubringen.
Alte Güterabfertigung wird lebendiger Treffpunkt
Untergebracht ist das Museum im Glasvorbau der ehemaligen Güterabfertigung der KBE, die 1937 erbaut wurde. Bereits seit 2012 nutzen die Eisenbahnfreunde das Gebäude als Vereinsheim. Der gemütlich eingerichtete Raum mit originalen IC-Sitzen und einer historischen Rheinuferbahn-Ecke kann sogar für Feiern gemietet werden. In der rund 160 Quadratmeter großen Halle arbeitet die Modellbahngruppe regelmäßig an ihren Anlagen.
Das Museum selbst ist damit an den dritten Standort gezogen. Ursprünglich befand es sich im Empfangsgebäude des Bahnhofs, wo zwischen 1987 und 1996 mehr als 5.000 Besucher gezählt wurden. Anschließend zog die Sammlung in ehemalige Werkstatträume der HGK am Westring um. Nun hat sie in der Güterabfertigung ihre dritte und und hoffentlich dauerhafte Heimat gefunden.
In das Gebäude eingezogen sind außerdem drei weitere Vereine: der Verein für Orts- und Heimatkunde Wesseling, der in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert, der Modelleisenbahnclub Bad Neuenahr-Ahrweiler sowie der Verein „ET 57“, der den denkmalgeschützten Elektrotriebwagen 57 der KBE restauriert und unterhält.
Viel Eigenleistung und große Leidenschaft
Mit beeindruckendem ehrenamtlichem Einsatz renovierten aktive Mitglieder die neuen Museumsräume in Eigenleistung. Es wurden Laminatböden verlegt, Wände gestrichen sowie Elektrik und Beleuchtung installiert. Unterstützung erhielt das Projekt zudem durch eine Förderung des Landschaftsverbandes Rheinland.
Zur feierlichen Eröffnung am Internationalen Museumstag konnte der Vorsitzende Dirk Collin zahlreiche Gäste begrüßen – darunter viele ältere Eisenbahnfreunde, aber auch jüngere Besucherinnen und Besucher. Ehrenvorsitzender Jean Riemann erinnerte emotional an die Anfänge des Museums im Jahr 1987 und berichtete stolz, wie er vor fast genau 79 Jahren an diesem Ort selbst Mitarbeiter der Köln-Bonner Eisenbahnen AG geworden war.
Auch die stellvertretende Bürgermeisterin Monika Engels-Welter würdigte das große ehrenamtliche Engagement des Vereins. Dabei erinnerte sie sich persönlich daran, wie sie als junges Mädchen regelmäßig mit der Rheinuferbahn bis nach Bad Godesberg gefahren sei. Mit dem symbolischen Durchschneiden der Schleife eröffnete sie schließlich offiziell das Museum, bevor Dirk Collin die Schiebetür zu den neuen Ausstellungsräumen öffnete.
„Silberpfeil“ begeistert die Besucher
Großes Interesse fanden auch die historischen Fahrzeuge im Außenbereich. Dort konnten die Gäste den legendären „Silberpfeil“ ET 201 aus Aluminium besichtigen, der bis 1978 als Schnell- und Eilzug unterwegs war. Ebenfalls zu sehen war der Personenwagen 101, der 1954 in Aachen gebaut wurde. Beide Museumsfahrzeuge gehören heute zum Bestand des Vereins und stehen im KVB-Betriebshof Wesseling.
Bei Schnittchen und Würstchen vom Grill klang der gelungene Eröffnungstag in geselliger Atmosphäre aus – und für viele Besucher wurden Erinnerungen an die alte Rheinuferbahn wieder lebendig.
LeserReporter/in:Anita Brandtstäter aus Köln |
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