Literatur, Musik, Gemeinschaft - 5. Salon „Ochra“
Kseniya Yakovenko lud in Mines Spatzentreff zu einem Abend zwischen Poesie und Musik ein
- 5. literarisch-musikalischer Salon "Ochra" in Mines Spatzentreff: Initatorin Kseniya Yakovenko und Inhaberin Mine Murzoglu.
- Foto: Anita Brandtstäter
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Wesseling. Bereits zum fünften Mal öffnete der literarisch-musikalische Salon „Ochra“ seine Türen im gemütlichen Café/Bistro Mines Spatzentreff – und erneut wurde der Abend zu einem eindrucksvollen Fest der Begegnung zwischen Literatur, Musik und Kulturen. Organisatorin und Initiatorin Kseniya Yakovenko hatte eine vielfältige Runde von Dichterinnen, Dichtern und Musikerinnen und Musikern eingeladen, die das Publikum mit ihren Beiträgen begeisterten.
Die aus Charkiw stammende ukrainische Dichterin lebt seit März 2022 in Wesseling. Als Preisträgerin internationaler Literaturwettbewerbe knüpft sie mit „Ochra“ an eine Tradition an, die sie bereits in ihrer Heimat pflegte: einen offenen Literatur- und Musiksalon, in dem Kreative verschiedener Generationen und Hintergründe zusammenkommen. Der Name „Ochra“ – Ocker – steht dabei für Wärme, Licht und Gastfreundschaft, Werte, die auch den fünften Salon prägten.
Der Raum in Mines Spatzentreff füllte sich schnell bis auf den letzten Platz. Die Gäste erlebten einen Abend voller Poesie, Geschichten und Musik, vorgetragen überwiegend in ukrainischer und russischer Sprache. Dabei zeigte sich wieder, dass Kultur keine Sprachgrenzen kennt. Zu den Dichtern gehörten Dmitriy Trushkin, Tetiana Korniienko, Sergej Siegle, Anatoli Zamikhovsky sowie Gastgeberin Kseniya Yakovenko selbst. Dmitriy Schachin bereicherte das Programm mit humoristischen Prosatexten und sorgte für heitere Momente.
Erstmals war auch der Wesselinger Dichter Carl Diessel eingeladen. Seine Lesung wurde zu einem der Höhepunkte des Abends. In seinen später niedergeschriebenen Impressionen schilderte er eindrucksvoll seine anfängliche Nervosität, als er bemerkte, dass alle Vortragenden ihre Texte stehend präsentierten. Die Unsicherheit wich jedoch schnell einer tiefen Verbundenheit mit Publikum und Atmosphäre. Besonders bewegend beschreibt er das Gefühl, während seiner Lesung die Aufmerksamkeit und Offenheit der Zuhörenden zu spüren: „Das Flüstern des Blutes, das Klopfen der Herzen, das Knistern der Seelen.“ Der begeisterte Applaus am Ende seiner Lesung habe ihn zugleich überrascht, berührt und glücklich gemacht.
Musikalisch bot der Abend ebenfalls zahlreiche Highlights. Olena Pylypchuk sang mit großer Ausstrahlung ukrainische Volkslieder, bei denen viele Gäste begeistert mitsangen. Begleitet wurde sie von Evgeniy Nesterenko an der Gitarre und Dmitriy Trushkin am Cajón. Anton Ofii überzeugte mit gefühlvollen Pop-Songs, unterstützt vom gleichen Ensemble. Besondere Akzente setzten zudem Olga Gurina auf der Bandura und Ilya Rozanov an der Gitarre. Mit ihren fein abgestimmten Instrumentalstücken gestalteten sie Momente musikalischer Schönheit, darunter auch das bei uns als "Carol of the Bells" bekannte urkainische Lied "Shchedryk". Den Schlusspunkt setzte Ivan Vopilov, der mit Gesang und Gitarre noch einmal die ganze Bandbreite seines eher rockigen Repertoires präsentierte und das Publikum begeistert in den Abend verabschiedete.
Durch eine begleitende Moderation auf Deutsch wurden auch die deutschen Gäste einbezogen. So entwickelt sich „Ochra“ zunehmend zu einem lebendigen kulturellen Netzwerk, das Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammenführt. Literatur, Musik und persönliche Begegnungen verschmolzen zu einem Abend voller Wärme, Kreativität und Gemeinschaft. Zum Abschluss dankte Kseniya Yakovenko besonders der Inhaberin Mine Murzoglu herzlich für ihre Gastfreundschaft und die Unterstützung dieser inzwischen im Rheinland fest etablierten Veranstaltungsreihe.
LeserReporter/in:Anita Brandtstäter aus Köln |
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