Bunter Senioren-Nachmittag
Kreuzkirche feiert fröhlichen Karneval mit Herz und Humor
- Ehrung durch Gisela Boelke mit selbst gebastelten Orden nach dem Auftritt von Monika Engels-Welter und Pater Jürgen Ziemann, begleitet von Anita Brandtstäter am Akkordeon.
- Foto: Guido Plötzke
- hochgeladen von Anita Brandtstäter
Wesseling. Die Evangelische Kirchengemeinde Wesseling hatte am Donnerstag wieder zum „Bunten Senioren-Nachmittag“ eingeladen – und verwandelte die Kreuzkirche einmal mehr in einen schön geschmückten Ort voller Lachen, Musik und rheinischer Lebensfreude. Es wurde handgemachter Fastelovend präsentiert, herzlich und mit ganz viel Spaß.
Nach der Begrüßung durch Gisela Boelke marschierte die evangelische KiTa Apfelbaum ein und sorgte sofort für strahlende Gesichter. Unterstützt von ihrer Leiterin Gene Selene und einem Erzieher präsentierten die Kinder zwei fröhliche Tänze: zur Musik „So ein schöner Tag“ und den Piratentanz. Begeisterter Applaus war ihnen ebenso sicher wie die stolzen Blicke der Eltern.
Ein humorvolles Grußwort sprach Pfarrerin Verena Miehe, verkleidet im Kardinalskostüm. Augenzwinkernd erklärte sie, sie habe sich mit „fremden Federn geschmückt“, und griff das Prinzenmotto auf, das – wie sie betonte – perfekt zu diesem Nachmittag passe: „Schwaade, Singe, Danze – do springk et Hätz, do laach de Siel.“ Verbunden war dies mit einem herzlichen Dank an Gisela Boelke, ihr engagiertes Team und die Konfirmandinnen, die dafür sorgten, dass niemand auf Berliner, Quarkbällchen, Kaffee, Kaltgetränke oder ein Gläschen Sekt verzichten musste. Für zusätzliche Heiterkeit sorgte anschließend die spontane „Schärpen-Hilfe“ am Kostüm durch Pater Jürgen Ziemann.
Ein kurzes Grußwort gab es auch von Bürgermeister Ralph Manzke, der etwas später kam und dann gleich von Gisela Boelke auf die Bühne geholt wurde. Seine Verkleidung bestand aus Karnevalskappe, vielen Orden um den Hals und dem Sessionsschal.
Musik spielte – wie immer – eine wichtige Rolle: Presbyter Guido Plötzke lud gemeinsam mit Jens und zwei Gitarren zum Mitsingen ein. Klassiker wie „Ming eetste Fründin“, „Mer losse dr Dom in Kölle“, „Einmol Prinz zo sin“, „En d’r Kayjass Nr. Null“, „Kölsche Jung“ - von Willi Millowitsch, nicht von Brings - und zum Finale „Viva Colonia“ standen auf dem Programm. Die Texte lagen auf den Tischen, die Refrains kannte ohnehin jeder – und so sang der ganze Saal mit.
Einen besonders charmanten Auftritt hatten Monika Engels-Welter, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats der katholischen Kirche Wesselings, und Pater Ziemann, beide Gesang, gemeinsam mit Anita Brandtstäter am Akkordeon. Mit dem Krätzche „Ming Diät“ von Thomas Cüpper – im Duo augenzwinkernd umgedichtet zu „Uns Diät“ – und pantomimisch ausgeschmückt, trafen sie ins Schwarze. Und beim Walzer „Einmal am Rhein“ von Willi Ostermann wurde geschunkelt und fleißig mitgesungen. Das war wieder gelebte Ökumene.
In seiner Büttenrede berichtete Pater Ziemann von ersten Erlebnissen in Köln – von der Eifel kommend, mit Appolonia an seiner Seite und vielen köstlichen Missverständnissen. Auch die gereimten Reden von Inge sorgten für Lacher: Ob die schlafende Berta bei der Predigt in der Kreuzkirche („Labum“) oder ein chaotischer Betriebsausflug mit falschem Bus und zu viel Alkohol – das Publikum hatte sichtlich Vergnügen.
Sketche gehörten selbstverständlich ebenfalls dazu: Gemeinsam mit Gisela Boelke und Küster Sven Gerbatsch stand Inge bei „Tasse oder Kännchen – im Café“ und „Besuch beim Arzt“ wieder auf der Bühne – ihr Mann hatte nichts zu lachen, und so diagnostizierte die Ärztin „Tyrannismus“. Prädikant Jürgen Eßer war auch gleich doppelt im Einsatz: Mit Sven Gerbatsch ging es um „Pizza kaufen im Jahr 2050“, mit Renate versuchte er als Vater verzweifelt, dem Sohn bei der "Rechenaufgabe" 28 durch 7 zu helfen – bis zur absurden Idee, 28 Torten zu kaufen und dann zu teilen.
Der große Höhepunkt folgte um 17 Uhr mit dem Einzug von Prinz Ralf I. und Kinderprinz Julius I. samt Gefolge der Großen Wesselinger Karnevalsgesellschaft 1896 e.V.. Kinderprinzenführer und Diakon Paul Schiffer moderierte den Auftritt des Kinderprinzen, der seine lange gereimte Rede souverän auswendig vortrug – aufmerksam verfolgt und immer wieder mit Applaus belohnt. Die Mini-Fändelschwenker präsentierten ihre Sessionstänze, bei denen Prinz und Pagen selbstverständlich mittanzten.
Sascha Potreck, Vize-Präsident des Festkomitees Wesselinger Karneval, stellte Prinz Ralf I. und seine Adjutanten vor. Der Prinz selbst machte seinem Motto alle Ehre, sang ein umgetextetes Bläck-Fööss-Lied vom „Pütze Ralf“ und tanzte gemeinsam mit den Fändelschwenkern und dem Tanzpaar der Gesellschaft – sehr zur Freude der Seniorinnen und Senioren.
Am Ende war das Fazit: ein abwechslungsreiches, herzliches und rundum gelungenes Programm, getragen von viel ehrenamtlichem Engagement. Der Eintritt war frei, für das leibliche Wohl bestens gesorgt. Um Spenden für das Kinderhospiz in Bethel das schon viele Jahre unterstützt wird, wurde gebeten – ein schöner Ausdruck von Solidarität.
LeserReporter/in:Anita Brandtstäter aus Köln |
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