Mitreißender Auftakt für das Instrument des Jahres
Auch in Dresden wird das Akkordeon gefeiert
- Finale des Eröffnungskonzertes "Instrument des Jahres" in Dresden: mit Tobias Morgenstern als Schirmherr für Sachsen, seinem Ensemble L'art de Passage und dem Akkordeonorchester Akkordeonata Elbflorenz des Heinrich-Schütz-Konservatoriums unter Leitung von Veronika Wende: "Acco-Swing" von Tobias Morgenstern.
- Foto: Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden
- hochgeladen von Anita Brandtstäter
Dresden/Wesseling. Mit einem ebenso abwechslungsreichen wie schwungvollen Eröffnungskonzert startete das "Jahr des Akkordeons" im Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden - die Landesmusikräte haben als „Instrument des Jahres" das Akkordeon gewählt. In Kooperation mit dem Sächsischen Musikrat wurde das Akkordeon dabei eindrucksvoll als genreübergreifendes, zeitgemäßes Instrument präsentiert – und vor allem als eines, das alles andere als langweilig ist. Das machte gleich zu Beginn Lutz Jurisch, Pädagogischer Leiter des HSKD, in seiner Begrüßung deutlich. Er verwies auf die Bedeutung des Instrument-des-Jahres-Projekts und brachte seine Sichtweise auf den Punkt: „Es ist wieder cool, Akkordeon spielen zu können.“
Für den Sächsischen Musikrat sprach Christina Schimmer, die gemeinsam mit Prof. Dr. Michael Fuchs vom Universitätsklinikum Leipzig einen symbolischen Akt gestaltete: Fuchs, im Vorjahr Schirmherr für das „Instrument des Jahres: Stimme“, reichte den Schirm weiter an den neuen Schirmherrn Tobias Morgenstern – Akkordeonist, Komponist und Bandleader von L’art de Passage. Morgenstern steht wie kaum ein anderer für die kreative Vielfalt des Akkordeons zwischen Klassik, Jazz, Weltmusik und Crossover. Passend dazu stellt er mit der Auftragskomposition „Acco-Swing“ keine pathetische Hymne vor, sondern – wie er selbst betonte – eine Melodie, die Optimismus verbreitet. Die Noten sind bei Jetelina Akkordeonmusik verlegt.
Klangfarbenreichtum mit Akkordeonata Elbflorenz
Den ersten Programmteil gestaltete das Akkordeonorchester Akkordeonata Elbflorenz unter der Leitung von Veronika Wende mit beeindruckender Repertoire-Bandbreite. Bereits die Eröffnung mit dem 1. Satz Allegro aus der "Sinfonia Es-Dur" von Johann Christian Bach (Arrangement: Markus Genter) zeigte, wie selbstverständlich sich klassische Orchesterliteratur im Akkordeonorchester spielen lässt. Bei „Choral and Rock-out“ von Ted Huggens (Arrangement: J. J. Stanek) sorgten die Solisten Steffen Knappik und Aymeric Rozec für virtuose Akzente. Die Uraufführung von Tobias Morgensterns „Acco-Swing“, als „sächsy“ Akkordeon-Swing bezeichnet, wurde zum Höhepunkt des ersten Teils. Danach erklangen „La Mer“ von Charles Trenet (Arrangement: Heinz Ehme) sowie „Choco Flanel“ von Lydie Auvray (Arrangement: Conrad Haase), letzteres gemeinsam mit L’art de Passage.
Eindrucksvoll: die zweite Uraufführung des Abends. Sidney Katzenellenbogen (Jahrgang 2005), Mitglied des Orchesters, dirigierte sein Werk selbst: „Unter Zwielicht“ sind fein gearbeitete Variationen über das Abendlied "Der Mond ist aufgegangen" – dabei zeigte er sein kompositorisches Potenzial. Den temperamentvollen Abschluss bildete „Balkanfieber“ von Matthias Anton und Hans-Günther Kölz. In der Pause führte Karsten Uhl ein Gespräch mit dem jungen Komponisten über seinen musikalischen Werdegang und seine Zukunftspläne – er studiert Musik und Mathematik auf Lehramt.
L’art de Passage: Akkordeon grenzenlos
Der zweite Konzertteil gehörte L’art de Passage in der außergewöhnlichen Besetzung mit Akkordeon, Klavier, Kontrabass sowie Streichquartett. Mit Eigenkompositionen, viel Astor Piazzolla, aber auch überraschenden Crossover-Momenten mit Themen von Schostakowitsch und Beethoven entfaltete das Ensemble einen ganz eigenen Klangkosmos. Die Mitglieder des Ensembles spielen schon lange miteinander - und das hörte man auch. Typisch für Tobias Morgenstern: Zwischen virtuoser Spielfreude und lyrischer Tiefe fanden sich immer wieder „schräge“ Passagen und Intros, die bewusst die Brüche und Spannungen der heutigen Zeit widerspiegeln sollten – nachdenklich, aber nie ohne Hoffnung.
Nach dem mitreißenden „Libertango“ von Astor Piazzolla ließ das Publikum die Musiker nicht ohne Zugabe von der Bühne. Als fulminanter Abschluss erklang noch einmal der „Acco-Swing“ – dieses Mal als gemeinsames Finale von Akkordeonata Elbflorenz und L’art de Passage. Ein fast dreistündiger Auftakt, der Lust macht auf weitere Highlights im "Jahr des Akkordeons". Wer das Eröffnungskonzert verpasst hat, es wurde live mitgeschnitten auf YouTube: https://www.youtube.com/live/NE6WzAZI2hw?si=InH1a23j3w1eSNsc
LeserReporter/in:Anita Brandtstäter aus Köln |
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