Spur führte auch nach Wesseling
Menschenhändler-Bande zerschlagen
- Sieben Wohnungen wurden gestürmt - davon eine in Wesseling.
- Foto: Montserrat Manke generiert mit ki-copilot (Symbolfoto)
Wesseling/Köln/Leverkusen/Solingen. Mit Durchsuchungen in sieben Wohnungen und drei Festnahmen sind Polizei und Staatsanwaltschaft gegen eine mutmaßliche Menschenhändler-Bande vorgegangen. Gesamt wird gegen sechs Beschuldigte ermittelt.
Auch in Wesseling rückten Ermittler aus. Eine der durchsuchten Wohnungen befand sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Wesseling-Mitte. Die Beschuldigten (23, 25 und 27 Jahre, deutsch-marokkanischer, portugiesischer und mazedonischer Staatsangehörigkeit) stehen im Verdacht, eine Jugendliche (17) zur Prostitution gezwungen und bei einer weiteren 16-Jährigen einen ähnlichen Versuch unternommen zu haben, der aber erfolglos blieb.Außerdem sollen zwei Männer unter einem Vorwand zu Treffen in Köln gelockt und anschließend unter Anwendung massiver körperlicher Gewalt beraubt worden sein. Angaben zu Verletzungen wollte die Staatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen Gründen nicht machen.
Einer der drei Festgenommenen hielt sich regelmäßig in einer Wohnung in Wesseling auf, war dort jedoch nicht amtlich gemeldet. Die beiden anderen kommen aus Leverkusen, eine weitere Beschuldigte hat ihren Wohnsitz in Wesseling. Strafta
ten auf Wesselinger Stadtgebiet oder Geschädigte aus Wesseling gibt es nach bisherigen Erkenntnissen nach Angaben der Kölner Staatsanwaltschaft jedoch nicht. Die Ermittler stellten bei den Durchsuchungen zehn Mobiltelefone sowie mehrere Gigabyte Telekommunikationsdaten sicher. Diese werden nun ausgewertet.
Weitere beweisrelevante Gegenstände wurden nach bisherigem Stand nicht sichergestellt, so die Staatsanwaltschaft.
An dem Einsatz war nach Angaben der Pressestelle der Kölner Polizei keine Sondereinheit beteiligt, die Zahl der Einsatzkräfte wurde nicht genannt.Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden die Maßnahmen zeitgleich durchgeführt, um eine Vorwarnung von Beschuldigten, mögliche Beweismittelverluste oder Fluchtversuche zu verhindern. Die Ermittlungen dauern an.
Redakteur/in:Montserrat Micaela Manke |