Zugabe in Wachtberg
ZUGABE mit Zukunft
- Insgesamt 15 vollgepackte Kisten mit Lebensmittelspenden übergaben Schülerinnen und Schüler aus dem Spendenparlament der Schule der Berkumer Grundschule an die ZUGABE-Teammitglieder.
- Foto: AS
Wachtberg (as). Nach 13 Jahren engagierter Arbeit hatte Andrea Neu im vergangenen Dezember angekündigt, sich im Laufe dieses Jahres aus der Leitung des ZUGABE‑Projekts in Wachtberg zurückzuziehen. Gemeinsam mit Josi Duell, die im September 2024 verstarb, und einem großen Team von Ehrenamtlichen hatte sie das Projekt seit 2013 aufgebaut und geprägt. Nun ist die Zukunft der Einrichtung gesichert: Ein sechsköpfiges Leitungsteam übernimmt die Aufgaben, die zuletzt überwiegend von Andrea Neu allein getragen wurden.
Bislang engagierten sich 22 Helferinnen und Helfer bei ZUGABE. Sie sortieren gespendete Lebensmittel, versehen diese mit einem ausgeklügelten Punktesystem und geben sie zu festen Terminen im Pfarrheim neben der katholischen Kirche in Berkum an bedürftige Menschen aus. Die Ehrenamtlichen setzen ihre Arbeit unverändert fort. Zum neuen Leitungsteam gehören unter anderem Martin Vehrenberg, Peter Rest und Monika Becker. Sie stellten die neue Struktur bei einer Spendenübergabe in der Gemeinschaftsgrundschule Berkum vor.
Dort hatten sich die Schülerinnen und Schüler erstmals an einer Lebensmittel‑Sammelaktion für ZUGABE beteiligt. Im Beisein der kommissarischen Schulleiterin Anja Herbel überreichte eine Delegation insgesamt 15 vollgepackte Kisten mit haltbaren Lebensmitteln und Artikeln des täglichen Bedarfs. Die Aktion war Teil einer schulischen Aktionswoche, in der sich die Kinder – angeregt durch das Lehrerkollegium – mit den Themen „Fasten, Verzichten und Teilen“ auseinandersetzten. Vorbild war die traditionelle St.-Martins‑Sammlung der Drachenfelsschule in Niederbachem. Die Aktionswoche fand kurz vor den Osterferien statt.
Das ZUGABE‑Projekt unterstützt heute deutlich mehr Menschen als in den Anfangsjahren. Vor der Fluchtbewegung ab 2015 wurden in Wachtberg etwas mehr als 30 Erwachsene und rund 20 Kinder aus etwa 20 Haushalten versorgt. Inzwischen sind es über 300 Menschen aus knapp 100 Haushalten, die im Gemeindegebiet leben und Leistungen aus den Sozialsystemen beziehen. Einmal im Monat können sie – abhängig von der Haushaltsgröße – mit einem Punktebudget für einen symbolischen Eigenbetrag Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs erhalten.
Ermöglicht wird das Angebot unter anderem durch Geldspenden, wie etwa von der Katholischen Frauengemeinschaft Fritzdorf, mit denen Lebensmittel zugekauft werden. Seit drei Jahren besteht zudem eine Zusammenarbeit mit der Foodsharing‑Gruppe Wachtberg, die kurz vor den Ausgabeterminen gerettete Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Backwaren ins Pfarrheim bringt. Auch die Tafel Rheinbach‑Meckenheim unterstützt ZUGABE seit etwa einem Jahr, sofern Kapazitäten bestehen. Diese zusätzlichen Lebensmittel können kostenfrei mitgenommen werden.
Die Lebensmittelausgabe für Bedürftige ohne Einwanderungsgeschichte sowie für ukrainische Familien findet jeweils am zweiten Donnerstag im Monat von 14 bis 16 Uhr im katholischen Pfarrheim in Berkum, Am Bollwerk 11, statt. Für Bedürftige mit Einwanderungsgeschichte ist die Ausgabe für den vierten Donnerstag im Monat von 10 bis 13 Uhr vorgesehen.
Wer das Projekt unterstützen möchte, kann sich per E‑Mail an zugabe@kath-wachtberg.org oder an das Pastoralbüro der Katholischen Kirchengemeinde St. Marien, Am Bollwerk 7, 53343 Wachtberg‑Berkum, wenden. Telefonisch ist das Pastoralbüro unter 0228 / 342730 erreichbar.
Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:Alfred Schmelzeisen aus Bad Godesberg |