"Fonds for Future" in Troisdorf
Mehr Bildungschancen und soziale Teilhabe
- Freude über die Einbindung weiterer Schulen (von links): Andrea Schrahe, Christiane Cyriax, Jessica Giebel, Lidia Splinter, Monika Bähr, Claudia Rickert-Barth und Sophia Göbel.
- Foto: Andrea Schrahe
Die KinderStiftung Troisdorf baut ihren Bildungs- und Sozialfonds „Fonds4Future“ weiter aus. Nach dem Start an drei Grundschulen im vergangenen Schuljahr nehmen im Schuljahr 2026/27 drei weitere Schulen an dem Programm teil. Insgesamt stellt die Stiftung dafür nach eigenen Angaben in diesem Schuljahr fast 22.000 Euro zur Verfügung.
Troisdorf. Was im vergangenen Schuljahr mit drei Grundschulen begann, wird jetzt deutlich ausgeweitet: Die KinderStiftung Troisdorf setzt ihren Bildungs- und Sozialfonds Fonds4Future fort und nimmt drei weitere Schulen in das Förderprogramm auf. Damit profitieren im Schuljahr 2026/2027 insgesamt sechs Troisdorfer Schulen von der unbürokratischen Unterstützung. Fast 22.000 Euro stellt die KinderStiftung dafür in diesem Schuljahr zur Verfügung.
Gestartet war Fonds4Future im vergangenen Schuljahr zunächst an der Grundschule Sieglar, der Janosch-Grundschule Oberlar und der Katholischen Grundschule Schloßstraße. Die Idee: Die Schulen erhalten ein festes Förderbudget und können selbst entscheiden, wo dieses für ihre Schülerinnen und Schüler am sinnvollsten eingesetzt wird. Denn die Pädagoginnen und Pädagogen vor Ort wissen am besten, wo Unterstützung benötigt wird. Auf aufwendige Einzelanträge und lange Entscheidungswege wird bewusst verzichtet. Die Erfahrungen aus dem ersten Jahr bestätigen diesen Ansatz.
So setzte die GGS Sieglar ihre Förderung für das Projekt „Trommelzauber“ ein, mit dem rund 400 Kinder erreicht wurden. Die Schule bewertete Projekterreichung, Nutzen, Qualität und Nachhaltigkeit sehr hoch und zog ein „sehr tolles Ergebnis“ als Fazit. Auch die KGS Schloßstraße erreichte mit ihrem Trommelprojekt alle 306 Schülerinnen und Schüler. Als Ergebnisse nennt die Schule unter anderem eine Stärkung des Zusammenhalts und des Rhythmus- und Körpergefühls.
Die Janosch-Grundschule nutzte die Mittel für verschiedene Präventionsprojekte; auch dort wurden alle rund 300 Kinder erreicht und die Gesamtwirkung positiv bewertet. „Die Rückmeldungen aus den Schulen haben uns gezeigt, dass Fonds4Future genau das leistet, was wir uns erhofft haben: Das Geld kommt schnell, unkompliziert und dort an, wo es für die Kinder den größten Nutzen hat. Besonders wichtig ist uns, dass nicht die finanzielle Situation einzelner Familien im Mittelpunkt steht, sondern alle Kinder gemeinsam profitieren können. Deshalb war für uns schnell klar: Wir machen weiter und bauen Fonds4Future aus“, sagt Andrea Schrahe, Vorsitzende des Kuratoriums der KinderStiftung Troisdorf.
Neu hinzu kommen in diesem Schuljahr die Förderschule am Rotter See, die Katholische Grundschule Blücherstraße und die Roncallischule in Friedrich-Wilhelms-Hütte. Damit verdoppelt sich die Zahl der teilnehmenden Schulen von drei auf sechs. Förderung orientiert sich künftig an der Schulgröße. Mit der Ausweitung entwickelt die KinderStiftung auch das Finanzierungskonzept weiter.
Künftig richtet sich das jährliche Förderbudget nach der Zahl der Schülerinnen und Schüler. Schulen mit bis zu 100 Kindern erhalten 2.500 Euro, bei 101 bis 200 Kindern sind es 3.000 Euro, bei 201 bis 250 Kindern 3.500 Euro, bei 251 bis 300 Kindern 4.000 Euro und bei 301 bis 399 Kindern 4.500 Euro. Schulen ab 400 Schülerinnen und Schülern erhalten jährlich 5.000 Euro. Der Förderrahmen ist bewusst weit gefasst. Unterstützt werden können unter anderem Projekte zur sozialen Kompetenz und Prävention, zu Gesundheit und Bewegung, zur Sprach- und Kreativitätsförderung, in den Bereichen MINT und Medienkompetenz sowie zur Stärkung von Selbstwertgefühl und Demokratieverständnis.
Dabei geht es Fonds4Future vor allem um Chancengerechtigkeit. In Troisdorf wachsen nach den im Konzept zugrunde gelegten Daten rund 2.500 Kinder unter schwierigen finanziellen Bedingungen auf; in einzelnen Quartieren liegt die Kinder- und Jugendarmutsquote bei über 20 Prozent. Jede teilnehmende Schule wird außerdem von einer Patin oder einem Paten aus den Reihen der KinderStiftung begleitet. Sie halten den Kontakt zu den Schulen, begleiten den Einsatz der Fördermittel und berichten dem Kuratorium über die Entwicklung. „Unser Ziel ist, Fonds4Future Schritt für Schritt zu einer festen Fördersäule für Kinder in Troisdorf zu entwickeln“, ergänzt Monika Bähr, Kuratoriumsmitglied und eine der Projektkoordinatoren von Fonds4Future. „Bildungschancen dürfen nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Mit jedem weiteren Standort erreichen wir mehr Kinder – und genau darin liegt für uns der Erfolg dieses Projekts.”
Redakteur/in:RAG - Redaktion |