Angriffe auf Queere
Staatsschutz ermittelt nach mehreren Attacken
- Sowohl Plakate des Queer Euskirchen e.V. als auch das Auto von Vorstandsvorsitzendem Winfried Kubitza-Simons wurden mehrfach beschädigt.
- Foto: Winfried Kubitza-Simons
Euskirchen. In einer Pressemitteilung erklärt Queer Euskirchen, dass der Verein und Menschen aus seinem Umfeld zunehmend gezielten Angriffen ausgesetzt sind. So wurden Plakate der Veranstaltung „Jeck gegen Rechts“ beschädigt, abgerissen oder beschmiert.
In der Mitteilung heißt es, dass die Vorfälle nicht nur einen Angriff auf eine demokratische und vielfältige Zivilgesellschaft darstellen, sondern ein erschreckendes Signal dafür sind, wie offen extremistisches Gedankengut inzwischen in unserer Region in Erscheinung tritt.
Des Weiteren wurde der Vorstandsvorsitzende Winfried Kubitza-Simons mehrfach persönlich angegangen. So wurde unter anderem an seinem Wohnhaus der Schriftzug „Volksverräter“ angebracht, als auch sein Auto mehrfach mutwillig beschädigt. Zudem ist Kubitza-Simons Besitzer des Ladenlokals „Simons Glück“, das vor allem ein Raum für Begegnungen, Ausstellungen, Austausch, Kreativität, Bildung und Vernetzung bietet. Dort findet einmal im Monat auch der „yoU25“ statt, ein queerer Jugendtreff für 13- bis 25-Jährige der LGBTQ+-Community. Nach dem Treff am Dienstag, 18. November, kam es vor dem Raum durch eine etwa achtköpfige Gruppe junger Personen zu homophoben Beschimpfungen.
Der Verein betont: „Wir lassen uns durch Hass, Einschüchterung und Gewalt nicht mundtot machen. Der Angriff auf eine Person oder ein Projekt ist ein Angriff auf uns alle – auf unsere demokratischen Werte, auf Freiheit und auf Menschenwürde. Diese Entwicklung ist nicht hinnehmbar und bedroht auch das sichere Miteinander in unserer Stadt.“
Der Bonner Polizeisprecher, Michael Beyer, bestätigte auf Anfrage des Kölner Stadt-Anzeigers, dass der Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen hat, da im Falle der Plakate ein politischer Hintergrund besteht.
Redakteur/in:Ruben Bartsch aus Köln |
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