Erste-Hilfe-Olympiade
Mit der Trage durchs Fenster gehoben
- Viel Beachtung fanden auf dem Marktplatz die Sofortversorgung eines abgestürzten Paragliders sowie die Behandlung einer mitbetroffenen Passantin.
- Foto: Gast
Siegburg. Ein abgestürzter Paraglider mit stark blutender Beinwunde - und vermutlich einem Polytrauma mit inneren Blutungen, daneben eine jammernde Passantin, die bei dem Absturz getroffen und am Arm verletzt wurde. Sehr realistisch spielten Verletztendarsteller dieses Szenarium auf dem Marktplatz. „Echte“ Rettungsdienstkräfte übernahmen die Sofortbehandlung, überprüften etwa die Atmung des Verunglückten, sicherten die Atemwege, versorgten die Beinwunde und fixierten sein Becken. Andere übernahmen die psychologische Versorgung der Passantin und bandagierten deren Arm. Erstmals fand in Siegburg der „Landeswettbewerb Erste Hilfe“ der Johanniter statt; dabei zeigten rund 500 Notfall- und Rettungssanitäter sowie Sanitätshelfer aus ganz Nordrhein-Westfalen, was sie draufhaben. Auch Kinder- und Jugendmannschaften aus Bonn, Lohmar und Much nahmen teil. Junge und ältere Rettungssanitäter und -helfer maßen sich an verschiedenen Unfall- und Wettkampfstationen auf dem Marktplatz oder im Rhein-Sieg-Forum in unterschiedlichen Disziplinen von Erster Hilfe bis Notfallrettung. Auf einem „Trage-Test“ genannten Hindernisparcours etwa mussten Sanitätshelfer-Teams eine Trage mit Sandsäcken und einer mit Wasser gefüllten Schüssel möglichst zügig und erschütterungsfrei über verschiedene Hindernisse wie eine Treppe, eine Wippe oder durch ein Fenster transportieren.
„Ob bei Hochwasser, Bränden oder Verkehrsunfällen, es gibt keine Woche, in der unsere Rettungskräfte nicht zum Einsatz kommen. Dabei sind Fähigkeiten wie die hier unter Beweis gestellten immens wichtig“, erklärte Landesvorstand Udo Schröder-Hörster. „Deshalb sind wir immer auf der Suche nach neuen Mitgliedern, die sich zu Rettungskräften ausbilden lassen. Die Aufgaben haben sich geändert und die Herausforderungen werden immer größer. Wir brauchen vor allem Menschen, die sich langfristig ehrenamtlich engagieren“, so Schröder-Hörster. Im Rhein-Sieg-Forum bewiesen die Profi-Retter ihr Können in Sachen Reanimation, während 12- bis 16jährige Schulsanitäter ihre Grundfertigkeiten bei unstillbarem Nasenbluten oder kleineren Unfällen auf dem Schulhof zeigten. Für die Nachwuchsretter ab sechs Jahren gab es Team- und Kreativaufgaben. „Unsere Kinder-Mannschaften sind alle mit Leidenschaft dabei“, freute sich Regionalvorständin Verena Dienst. Bei der Abschlussparty am Abend wurden die besten Retter mit Medaillen und Pokalen ausgezeichnet.
Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:Christa Gast aus Königswinter |
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