Von Bienen, Insektenvielfalt, von Kindern
Asiatische Hornissen & Biodiversität
- Vespa Velutina
- Foto: Bildrechte: Imkerverband Rheinland
- hochgeladen von Stefania Herod
Vespa Velutina - die Asiatische Hornisse mit den gelben Füßen.
Die Asiatische Hornisse ist nun bei uns angekommen um zu bleiben. Vespa Velutina ist eine invasive Art und als solche ist sie eine zunehmende Herausforderung für unsere heimische Insektenwelt.
Kreis Oberberg
Auch bei uns im Kreis Oberberg hat sie längst Einzug gehalten. Sie hat ihre Nester gebaut und Nachwuchs bekommen. Bei uns im Kreisimkerverband Oberberg häuften sich die Meldungen: Engelskirchen, Gummersbach, Morsbach, Meinerzhagen, Reichshof, Waldbröl, Ruppichteroth, Nümbrecht, überall vernichtete sie ganze Bienenvölker.
Ihre Aktivität beginnt im Frühjahr, die jungen Königinnen, die den Winter bei uns überlebt haben erwachen aus ihrer Winterstarre und beginnen bei warmen Temperaturen mit ihrem Nestbau. Darauf bauen sie ihre starke Vermehrung auf. Das Primärnest ist in erreichbarer Höhe, wir Menschen können sie in einer Hecke finden, unterm Garagendach oder in einem Strauch in niedriger Höhe. Im Vergleich zum Vorjahr, häufen sich bereits mehr Königinnensichtungen im Frühjahr. Obwohl die Imkerschaft versucht hat, sie zu bekämpfen, denn sie wollen nicht tatenlos zusehen, wie die gelbfüßige Hornisse ihre Honigbienenvölker vernichtet.
Die eingewanderte invasive Hornissenart ist ein starker Gegner. Jetzt im Frühjahr kann ihre Vermehrung wirksam und kostengünstig eingedämmt werden. Und gerade jetzt ist es wichtig, dass die Bevölkerung mit aktiv wird und Meldungen von Sichtungen der Vespa Velutina vornimmt. So kann sie damit das Bienensterben aufhalten und die Insektenwelt vor weiterem Schwund retten.
Königinnen und Nester
Die Hornissen-Nester sind so groß wie Tennisbälle, man kann sie an Gebäuden vorfinden, unter dem Terrassendach oder am Gartenhaus, sehr beliebt sind auch Sträucher und Hecken und Bäume. Die Königin baut gerne in einem geschützten Bereich. Dann legt die Königin darin ihre Eier ab, aus denen die ersten Arbeiterinnen schlüpfen und den weiteren Ausbau beginnen.
Es ist dies die beste Zeit und Möglichkeit für eine Entfernung der Nester, noch sind bewohnen nicht viele Hornissen die kleinen kugeligen Wohnungen. Denn wenn das Nest erst einmal weiterwächst, entwickeln sich viele Arbeiterinnen und somit steht auch bald ein Umzug an. Die Sekundärnester werden dann in Bäumen gebaut, in den hohen Baumkronen, dort wo sie kaum sichtbar ein großes Nest mit zahlreichen Hornissen platzieren können. Im dichten Blätterdach wird es auch schwerer und kostspieliger diese zu entfernen. Außerdem tötet man dann wesentlich mehr Hornissen und das versuchen wir zu vermeiden.
Warum das wirklich nötig ist? Im vorigen Jahr stand das Telefon kaum still im Kreisimkerverband Oberberg. Es kamen viele Meldungen der Asiatischen Hornisse dort an, aber auch bei der Naturschutzbehörde, die leider aber nicht mehr für eine Entfernung zuständig ist. Es gab etliche Nestfunde die zugänglich waren und somit vernichtet werden konnten. Sichtungen konnten nicht immer nachverfolgt werden. Aufgrund ihrer Lage, die nicht gut erreichbar war, wie z.B. an einer Hausfassade, einem hohen Baum, der nur mit Steiger erreicht werden konnte, konnten Nester zwar gesichtet aber nicht erfolgreich entfernt werden.
Funde und Meldungen
Die Funde und Meldungen häuften sich auch bei unserer Imkerschaft, bei den 15 Imker- und Bienenzüchter-Vereinen im Kreis Oberberg. Diese waren gezwungen eigene Maßnahmen zu ergreifen um die Vespa Velutina zu entfernen. Eine kostspielige Angelegenheit und auch nicht ganz ungefährlich, selbst für die Imker, die bekanntlich „stichfest“ sein können.
Biodiversität
Wir wissen alle, dass die Asiatische Hornisse nicht vollständig aufgehalten werden kann, sie wird sich weiter vermehren, oft unbeobachtet und unerkannt. Verwechslungen mit heimischen Hornissen sollten vermieden werden, daher sollten nur sachkundige Personen für eine Entfernung sorgen. Die heimische Hornisse ist streng geschützt vermehrt sich nicht in der Schnelligkeit wie die Vespa Velutina. Die Asiatische Hornisse hat einen riesigen Proteinhunger. Sie vernichtet alle Insekten denen sie begegnet, das bedeutet, dass es weiterhin vermehrtes Insektensterben geben wird. Sie stellt somit ein Problem dar für Honigbienen Wildbienen, Schmetterlinge und Fliegen, Falter u.a. mehr, sie hat einen riesigen Appetit. Ein Hornissenvolk der Vespa Velutina benötigt im Jahr elf Kilogramm Insekten. Somit bekommen unsere Singvögel weniger Futter, es folgt ein Vogelsterben. Frösche und allerlei andere Tierarten benötigen auch Insektenfutter, es werden allerlei Tiersterben folgen, halt die Tiere, die in der Nahrungskette auf Proteine angewiesen sind. Die hiesige Biodiversität wird wohl darunter leiden müssen.
Wünsche
Es ist wünschenswert, dass sich eine gute Zusammenarbeit zwischen der Unteren Naturschutzbehörde, der Imkerschaft und der Bevölkerung entwickelt, damit die Population kontrollierbar bleibt. Somit können wir doch noch die heimischen Insekten und die Biodiversität schützen. Daher die dringende Bitte an die Bevölkerung: sucht die Nester und meldet sie. Mitbürger bitten wir daher um eine entsprechende Dokumentation der Sichtungen. Ein Foto ist hilfreich und schützt vor Verwechslungen.
Was tun?
Meldungen kann man über das Neobiota-Portal des LANUK vornehmen oder via E-Mail an die Untere Naturschutzbehörde Gummersbach melden.
Ganz wichtig ist folgende Info: Es wird dringend abgeraten, selbst Maßnahmen zur Entfernung zu ergreifen. Denn die Großwespen sind aktive und schnelle Tiere, sie verteidigen ihr Nest vehement mit Hilfe ihrer kräftigen Stacheln. Es braucht spezielle Schutzanzüge und eine besondere Ausrüstung denn sogar Imker in ihren Schutzanzügen sind gefährdet, da diese durchdrungen werden können. Wohl gemerkt, in der Nähe der Nester sind die Tiere agressiv, sonst sind sie eigentlich Menschen gegenüber friedlich und greifen nicht unbegründet an.
Aber denken Sie mal nur daran, wenn im Kindergarten oder an einer Schule ein Nest gebaut wird und ein oder mehrere Kinder unbedacht die Tiere stören. Das Gift der Asiatischen Hornisse ist anders und stärker als das unserer heimischen Hornissen, es kann schwere Allergien hervorrufen und Komplikationen mit sich bringen. Es gibt keine natürlichen Feinde, die der Asiatischen Hornisse gefährlich werden könnten. Daher steht ihrer äußerst schnellen Ausbreitung nichts im Wege. Sie ist eine phantastische Jägerin, die alle Insekten jagt.
Asiatische Hornisse melden bei
Wichtig ist: Vor jeder Maßnahme sollte das Nest über die zuständige Meldeplattform gemeldet und die Königin eindeutig als Asiatische Hornisse identifiziert werden. Befindet sich bereits verdeckelte Brut im Nest, kann dieses samt Königin entfernt werden, indem ein Glas darüber gestülpt wird. Das Glas wird anschließend für drei Tage bei –18 °C eingefroren und kann danach entsorgt werden. Jedes entfernte Gründungsnest verhindert die Entwicklung eines großen Sekundärnests mit tausenden Individuen und jeweils hunderten Königinnen. Die LAB bittet zudem darum, eingefrorene Königinnen für wissenschaftliche Untersuchungen einzusenden.
Informationen zum Versand finden sich unter: https://bienenkunde.uni-hohenheim.de/vespavelutina
Neobiota (Vespa Velutina Sichtungen) in NRW melden bei
https://neobiota.naturschutzinformationen.nrw.de/neobiota/de/fundpunkte/erfassung
LANUK
Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen
Leibnizstraße 10, 45659 Recklinghausen
Telefon: 02361/305-0
E-Mail: poststelle(at)lanuk.nrw.de
LeserReporter/in:Stefania Herod aus Nümbrecht |