Zeugen gesucht
Unterwegs ohne Rücksicht auf Verluste

Auf Links gedrehte Bake in der „Bärenschweiz“ nahe dem Mühlenpark-Kreisverkehr. Sie soll eigentlich den Verkehr während der Nacht nach Hostel unterbinden, weil dort im Frühjahr Kröten zum Laichgeschäft in den Caster-Teichen wandern.
  • Auf Links gedrehte Bake in der „Bärenschweiz“ nahe dem Mühlenpark-Kreisverkehr. Sie soll eigentlich den Verkehr während der Nacht nach Hostel unterbinden, weil dort im Frühjahr Kröten zum Laichgeschäft in den Caster-Teichen wandern.
  • Foto: Jörn Hück/pp/Agentur ProfiPress

Wenn es schnell von A nach B gehen soll, dann interessieren sich Nutzer eines Wirtschaftswegs nicht für den Fortbestand der heimischen Amphibien. Stattdessen öffnen sie illegal Schranken und fahren die paarungswilligen Kröten platt.

Roggendorf/Hostel (lk). „Es ist echt traurig, wie viele Kröten auf ihrer Wanderung zu den Caster-Fischteichen überfahren werden“, klagt der Roggendorfer Umweltaktivist Jörn Hück“. Und dies nur, weil desnachts immer wieder die beiden Sperrbaken aufgeflext werden, mit denen der Wirtschaftsweg eigentlich während der Laichmonate März und April bis Anfang Mai nachts von 19 bis 7 Uhr gesperrt ist

Der städtische Mechernicher Bauhof installiert und demontiert die beiden Schranken am Waldrand aus Richtung Hostel und hinter den letzten Häusern am anderen Ende des Wirtschaftswegs in der Nähe des Mühlenpark-Kreisels. Sie werden abends um 19 Uhr geschlossen und morgens um 7 Uhr wieder geöffnet.

„Obwohl der Weg nur für landwirtschaftlichen Nutzverkehr zugelassen ist, wird er mit großer Regelmäßigkeit und verbotener Weise als Abkürzung zwischen Hostel und B 266 benutzt“, wissen die Naturschützer. „Offenbar können die Benutzer nicht einmal aus Tierschutzgründen für zweieinhalb Monate darauf verzichten“, klagt Jörn Hück: „Zuletzt haben sie beide Schranken auf Links gedreht und die Warnlampen abmontiert. Darauf hat der Bauhof die Anlagen für dieses Jahr ganz weggenommen…“

Der Umweltaktivist, der sich in Roggendorf auch im Vereins- und Kirchenleben sehr engagiert, appelliert an die Aufmerksamkeit seiner Mitbürger: „Wer verdächtige Beobachtungen macht, sollte sich nicht scheuen, die Polizei zu rufen!“

Er hat auch die Hoffnung, dass die Veröffentlichung dieser groben Sachbeschädigung ein Umdenken bei den Verantwortlichen bewirkt.

Redakteur:

Lars Kindermann aus Rhein-Erft

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