Flüchtlingszahlen steigen an
Restaurant wird Unterkunft

Die Mechernicher Fachbereichsleiterin Kati Jakob steht im Großraum, wo einst ein China-Restaurant beheimatet war und künftig bis zu 30 Flüchtlinge untergebracht werden können.  | Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
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  • Die Mechernicher Fachbereichsleiterin Kati Jakob steht im Großraum, wo einst ein China-Restaurant beheimatet war und künftig bis zu 30 Flüchtlinge untergebracht werden können.
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Aktuell leben 647 geflüchtete Menschen, darunter 195 privat untergebrachte Ukrainer, in Mechernich – und es werden mehr. Daher werden Unterkünfte händeringend gesucht. Derzeit wird das ehemalige Restaurant „China-Palast“ in der Innenstadt zur Not-Unterkunft umgebaut.

Mechernich (lk). Die Systematik ist unerbittlich: Wenn das Land Flüchtlinge zuweist, dann müssen die Kommunen in NRW die Menschen aufnehmen. So ist es auch in Mechernich, wo die Anzahl der untergebrachten Flüchtlinge schon lange deutlich höher ist, als während der Krisensituation 2015.

Aktuell leben 647 geflüchtete Menschen, darunter 195 privat untergebrachte Ukrainer, in der Stadt – und es werden immer mehr. Daher werden Unterkünfte händeringend gesucht. Derzeit wird das ehemalige Restaurant „China-Palast“ in der Innenstadt umgebaut. „Ab Februar können wir hier bis zu 30 Personen unterbringen“, erklärt Fachbereichsleiterin Kati Jakob während eines Besuchs auf der Baustelle in der Straße „Zum Markt“. Eine Gemeinschaftsküche entsteht dort, Feldbetten soll es geben, einen Spind für jeden, aber keine Trennwände, weil das der Brandschutz nicht erlaubt. „Das ist eine Notunterkunft“, betont Kati Jakob. Eine, die als erste wieder aufgegeben wird, sollten die Flüchtlingszahlen wieder sinken.Doch danach sieht es derzeit nicht aus. Auf einer theoretischen Kurve, die zeigt, wie viele Menschen Mechernich laut Flüchtlingsaufnahmegesetz (FlüAG) künftig noch aufnehmen müsste, ist ein sprunghafter Anstieg auf 154 zu erkennen. Aktuell gibt es 64 freie Plätze, die 30 neuen im ehemaligen China-Restaurant sind da noch nicht mitgezählt. Die Zuweisung der Flüchtlinge erfolgt letztlich durch die Bezirksregierung Arnsberg und richtet sich nach einem Verteilschlüssel, der alle Städte und Gemeinden gleichsam berücksichtigt. „NRW nimmt nach dem Königsteiner Schlüssel rund 21,1 Prozent der Geflüchteten auf“, weiß Fachbereichsleiterin Kati Jakob. Der Anteil, den ein Bundesland tragen muss, richte sich nach dem Steueraufkommen und der Bevölkerungszahl.Für Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick steht derweil fest: „Wir unternehmen alle Anstrengungen, um die Belegungen von Turnhallen und Dorfgemeinschaftshäusern zu vermeiden.“ Er betont die gute Arbeit, die teamübergreifend vom Sozialbereich bis hin zum Gebäudemanagement geleistet wird. Allerdings weiß auch das Mechernicher Stadtoberhaupt, „dass die Lage absolut angespannt ist“. „Es braucht Lösungen auf höherer Ebene. Aktuell werden wir Kommunen mal wieder alleine gelassen“, richtet er einen eindringlichen Appell an Kreis, Land und Bund. „Wir starten jetzt ein Projekt mit einem Streetworker des DRK“, erläutert Kati Jakob. Kevin Löhr, der bereits Erfahrungen in Zentralen Unterbringungseinrichtungen im Kreis Euskirchen gesammelt hat, soll die über die Stadt verteilten Unterkünfte besuchen und vor Ort Hilfestellungen anbieten. Damit werden Alexander Neubauer und Nadja Abel, das bestehende Team des Caritasverbands für die Region Eifel, unterstützt.

Neben der Sozialarbeit ist es der Stadt auch wichtig, das Thema Sicherheit zu gewährleisten. „Wir werden auf jeden Fall einen Sicherheitsdienst einsetzen – auch in der neuen Unterkunft in der Innenstadt“, betont Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick. Damit habe man bislang sehr gute Erfahrungen gemacht in den diversen Einrichtungen.

Die befinden sich mit dem ehemaligen Casino, mit Containern in der Peterheide und am Bonhoeffer-Haus, mit Häusern in Bahn- und Bergstraße sowie künftig mit der Unterkunft im ehemaligen China-Restaurant zu einem großen Teil in der Mechernicher Innenstadt, lediglich die Unterkunft im Haus Alverno liegt in Kommern.

Viele Anstrengungen richten sich darauf, die Geflüchteten über Sprach- und Integrationskurse dafür zu qualifizieren, Arbeit zu finden.

Die Mechernicher Fachbereichsleiterin Kati Jakob steht im Großraum, wo einst ein China-Restaurant beheimatet war und künftig bis zu 30 Flüchtlinge untergebracht werden können.  | Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
Die alte Tür ist raus, die neue so gut wie eingebaut. Der China-Palast wird ab Februar als Notunterkunft für Flüchtlinge genutzt. Neben einem Streetworker kommt auch ein Sicherheitsdienst zum Einsatz.   | Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
Redakteur/in:

Lars Kindermann aus Rhein-Erft

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