Trauer um Pater Leo D’Souza
Brücke zwischen Indien und Vussem

Johannes Klinkhammer, der damalige Ortsvorsteher von Vussem, (v.r.) mit Kirchen- und Musikaktivistin Resel Feyen und Pater Leo D’Souza vor der Pfarrkirche St. Margareta in Vussem.  | Foto: pp/Agentur ProfiPress
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  • Johannes Klinkhammer, der damalige Ortsvorsteher von Vussem, (v.r.) mit Kirchen- und Musikaktivistin Resel Feyen und Pater Leo D’Souza vor der Pfarrkirche St. Margareta in Vussem.
  • Foto: pp/Agentur ProfiPress

Vussem (rb). Über vier Jahrzehnte lang verband den indischen Jesuitenpater Leo D’Souza SJ eine enge Beziehung mit der Pfarrgemeinde St. Margareta in Vussem. Nun ist der Geistliche, der maßgeblich hinter dem Waisenhausprojekt „Aloysian Boys Home“ im südindischen Kotekar stand, am 20. Januar im Alter von 93 Jahren verstorben.

Der Kontakt zwischen der Eifel und Indien kam 1966 durch Anneliese Klinkhammer zustande, die Leo D’Souza während ihrer Studienzeit auf einer Berlinfahrt kennenlernte. Ihr Mann Johannes Klinkhammer, damaliger Ortsvorsteher von Vussem, und sie wurden 1974 von ihm getraut. Aus der persönlichen Freundschaft entwickelte sich eine außergewöhnliche Partnerschaft zwischen der Pfarrgemeinde und dem Waisenhaus nahe Mangalore.

Ende der 1970er-Jahre begann Pater Leo mit einem Heim für zunächst zehn Kinder. Später wurden dort bis zu 120 Kinder im Alter zwischen fünf und 18 Jahren betreut. Beim Gottesdienst zu seinem Diamantenen Priesterjubiläum berichtete er: „Es sind Kinder von der Straße, die Eltern sind im Gefängnis oder tot.“ Ziel sei es gewesen, den Kindern Schulbildung, Ausbildung, medizinische Versorgung und eine Perspektive zu geben. „Sie lernen bei uns vor allem, auf eigenen Beinen zu stehen“, sagte der Jesuit.

Später vermittelte er viele der jungen Erwachsenen in feste Arbeitsverhältnisse. Auch nachdem das Heim aufgrund staatlicher Vorgaben geschlossen werden musste, blieb der Kontakt zu den ehemaligen Heimkindern bestehen. Heute dient das Gebäude als Wohnheim für Mädchen aus dem armen Norden Karnatakas, die College oder Universität besuchen und teilweise weiterhin aus der Eifel unterstützt werden.

Sein Diamantenes Priesterjubiläum feierte Pater Leo bewusst in der Eifel. „60 Jahre sind vergangen, seit ich in Indien zum Priester geweiht wurde“, sagte er damals. Rückblickend könne er sagen: „Der Herr hat mich begleitet!“ Seit 37 Jahren sei er mit der Eifel verbunden: „Deshalb bin ich dankbar, mein Diamantenes Priesterjubiläum hier feiern zu können.“

In seiner Predigt erinnerte er daran, dass sein Wirken stets darauf ausgerichtet gewesen sei, Menschen von Ungerechtigkeit und Unterdrückung zu befreien. „Denn die Arbeit im Kinderheim und der Handwerkerschule bedeutet genau dies. Von St. Margareta werde ich seit so vielen Jahren darin unterstützt!“Neben seinem sozialen Engagement war Pater Leo D’Souza ein anerkannter Wissenschaftler. Er promovierte am Max-Planck-Institut, baute in Indien das „Laboratory of Applied Biology“ auf und war unter anderem Rektor des St.-Aloysius-College der Jesuiten. Im Sommer 2025 erhielt er die „Canisius Medal“.

Bis kurz vor seinem Tod hielt er Kontakt in die Eifel. Seine sterblichen Überreste wurden nach einer Trauermesse am 22. Januar in Mangaluru auf dem Jesuitenfriedhof beigesetzt.

Johannes Klinkhammer, der damalige Ortsvorsteher von Vussem, (v.r.) mit Kirchen- und Musikaktivistin Resel Feyen und Pater Leo D’Souza vor der Pfarrkirche St. Margareta in Vussem.  | Foto: pp/Agentur ProfiPress
2024 auf Besuch im Altersheim bei Pater Leo: Sheila und Rainer Klotz mit ihren Kindern Sophia und Jonas. | Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress
Anneliese Klinkhammer, hier bei einer Ansprache im Berufsbildungszentrum des St.-Aloysius-Heims in Mangalore, charakterisierte Pater Leo als offen für die Schwächsten der Gesellschaft. | Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress
Auch die Klassen der ehemaligen städtischen Realschule Mechernich unterstützten die Sozialprojekte von Pater Leo D’Souza in Indien. | Foto: pp/Agentur ProfiPress
Redakteur/in:

Ruben Bartsch aus Köln

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