Interview mit Nachwuchs-Comedian
Aus Kommern auf die große Bühne

Vincent Tophoven aus Kommern gewann beim NightWash Talent Award.  | Foto: Brainpool Live Entertainment/Guido Schröder
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  • Vincent Tophoven aus Kommern gewann beim NightWash Talent Award.
  • Foto: Brainpool Live Entertainment/Guido Schröder

Der aufstrebende Nachwuchs-Comedian Vincent Tophoven (28) aus Kommern hat vor Kurzem den NightWash Talent Award 2025 gewonnen. Der Kult-Stand-up-Club in Köln hat bereits viele große Comedians hervorgebracht. Auf der Bühne im Waschsalon standen unter anderem schon Felix Lobrecht, Atze Schröder, Enissa Amani und viele mehr – zu dieser illustren Runde gehört nun auch ein „Kommerner Jung“.

Vincent, du machst noch gar nicht so lange Comedy und hast jetzt schon deinen ersten großen Award gewonnen. Du stehst auf der gleichen Internetseite wie Comedy-Größen wie Felix Lobrecht und Phil Laude. Was bedeutet dir das?

Tophoven: Ich mache wirklich noch nicht so lange Comedy – ziemlich genau ein Jahr und einen Monat jetzt. Es ist etwas ganz Besonderes, da jetzt schon die ersten Erfolge zu sehen. Ich war total berührt und sehr glücklich darüber, dass ich den Award gewonnen habe und dass sich die ganze Arbeit auszahlt. Natürlich ist es auch ein komisches, aber schönes Gefühl, wenn der eigene Name plötzlich neben so großen Comedy-Größen im Internet auftaucht. Aber ich weiß, dass ich immer noch ganz am Anfang stehe, da steckt noch sehr viel Arbeit drin. Trotzdem freue ich mich auf die nächste Zeit und bin gespannt, wohin die Reise geht.

Nimm uns gerne einmal mit zu deinen Anfängen: Wie bist du zum Stand-Up gekommen?

Tophoven: Ich wollte schon immer etwas Kreatives machen, aber ich habe selten etwas gefunden, was ich wirklich gut kann. Ich habe Musik gemacht, Gitarre gespielt – aber da war nie so richtig Talent da (lacht). Dann habe ich irgendwann gemerkt: „Hey, ich bin eigentlich ganz lustig.“ Ich war schon immer ein großer Fan von Comedy, und mich dann einfach getraut. In Köln gibt es ganz viele offene Bühnen gibt – sogenannte Open Mics – und dann bin ich einfach dahingegangen. Ganz heimlich, ohne meinen Freunden oder meiner Familie was zu sagen. Ich hab’s einfach ausprobiert, bin oft aufgetreten und hab geübt. So hat das Ganze angefangen.

Was macht dir auf der Bühne am meisten Spaß?

Tophoven: Natürlich macht’s mir Spaß, wenn Leute lachen. Ich finde, das ist echt mit das Schönste, was du hervorrufen kannst – einfach einen Raum zum Lachen zu bringen. Das ist ein ganz besonderes Gefühl. Außerdem mag ich es, wenn ich meinen Alltagshumor oder meine verrückten Ideen und Gedanken auf der Bühne ausprobieren kann. Wenn ich mir zu Hause lange etwas überlegt habe und merke, dass es auf der Bühne wirklich funktioniert, das ist einfach toll.

In deinem Bühnenprogramm nimmst du oft Bezug auf die deutsche Mentalität, dein Aufwachsen in der Eifel, die heutige Jugendkultur, aber auch auf gesellschaftliche Themen wie Drogenkonsum oder Diskriminierung gegen rothaarige Menschen. Wie entsteht dein Programm, und was würdest du sagen, zeichnet deinen Humor aus?

Tophoven: Ich verarbeite einfach das, was ich sehe, was mir passiert und was ich erlebt habe. Ich beobachte die Welt, und mir fällt auf, wie sehr sich unsere Generation verändert hat – durch ganz viele verschieden Einflüsse, die wir haben. Dann nehme ich das, was ich besonders finde, und mache daraus Material. Und natürlich gehören auch die Dinge dazu, die mich selbst ausmachen, wie meine roten Haare. Das ist einfach etwas Besonderes an mir. Klar, das ist natürlich ein Witz, wenn ich sage, dass ich deswegen diskriminiert wurde, aber als Rothaariger bekommst du eben viele Sprüche ab. Es gibt unzählige Witze über „Gingers“, und da wird natürlich auch viel ausgeteilt. Aber genau das finde ich das Schöne am Humor: Ich kann diese Sachen nehmen, über die andere vielleicht Witze machen, sie selbst verarbeiten, und damit dann wieder Leute zum Lachen bringen.

Was meinen Humor auszeichnet, ist dieses Authentische und der unbeschwerte Blick auf die Dinge. Es ist nicht immer tief oder kritisch, sondern einfach ehrlich – mit einem humorvollen Blick auf das, was einem als jungen Menschen so passiert.

Auch in deinem Opener beim NightWash-Finale nimmst du Bezug auf die Eifel. Du wohnst aktuell in Köln – aber was verbindest du mit Kommern, und wie ist deine Beziehung zu deinem Heimatort?

Tophoven: Ich nehmen oft Bezug auf die Eifel und auf Kommern, weil das einfach meine Identität ist. Ich bin dort aufgewachsen, meine ganzen Freunde kommen von da – und das sind auch immer noch die gleichen Freunde. Ich bin immer noch mit den gleichen Leuten befreundet, mit denen ich damals in Kommern in der Grundschule war. Inzwischen wohne ich sogar mit einigen zusammen und die sind immer für mich da. Daher ist die Eifel und gerade Kommern für mich zuhause, und das wird auch immer so bleiben. Ich bin stolz darauf, woher ich komme, und das gehört einfach zu mir. Deswegen baue ich das auch auf der Bühne immer wieder ein.

Würdest du sagen, dass der Gewinn des NightWash Talent Award dein bisheriges Highlight in deiner noch jungen Karriere war?

Tophoven: Auf jeden Fall! Aber es gab auch noch andere Highlights – zum Beispiel meine ersten Auftritte vor richtig vielen Leuten. Ich erinnere mich noch an eine Show am Anfang des Jahres, bei dem ich spontan für einen anderen Comedian eingesprungen bin. Da stand ich zum ersten Mal vor 120 Leuten auf der Bühne – mit richtig bekannten Comedians zusammen. Und die Leute haben bei mir genauso gelacht wie bei den anderen. Da habe ich zum ersten Mal gemerkt: „Ich bin hier nicht falsch.“

Seitdem habe ich hart gearbeitet, neues Material geschrieben, mich weiterentwickelt – der NightWash Talent Award war jetzt einfach die Belohnung für diese ganze Arbeit. Es ist schön zu sehen, dass es funktioniert, wenn man sich was vornimmt und wirklich daran glaubt. Das hat mich sehr stolz und glücklich gemacht, und dieser ganze Support drumherum hat mich bestärkt.

Wie reagieren deine Freunde und deine Familie auf deine Witze und deinen Erfolg?

Tophoven: Meine Freunde und meine Familie waren von Anfang an sehr unterstützend. Es gibt oft diese Geschichten, dass niemand an einen glaubt – bei mir war das anders. Ich hatte von Anfang an Zuspruch und Rückhalt. Natürlich habe ich auch ein paar Witze, die vielleicht ein bisschen persönlicher sind oder Sachen ansprechen, die meine Familie vorher nicht so kannte (lacht). Da gab’s mal das ein oder andere Gespräch, aber danach war alles gut.

Natürlich kamen auch Fragen wie: „Kann man davon leben?“ – aber das ist normal. Zweifel gab’s keine, eher Neugier. Und jetzt, wo sich das alles langsam aufbaut, sind sie einfach stolz und freuen sich mit mir.

Das hilft mir sehr, denn den ganzen Weg bin ich mit der Hilfe meiner engsten Freunde gegangen, die ich schon seit klein auf kenne. Hinzukommen meine Eltern und meine Familie – die geben mir viel Rückhalt. Ich bin wirklich froh, dass ich ihre Unterstützung bei dieser ganzen Sache habe.

Was denkst du: Wie schafft es ein junger Mensch aus Kommern irgendwann auf die große Comedy-Bühne?

Tophoven: Durch harte Arbeit und sich selbst treu zu bleiben. Ich bin froh, dass ich mit Comedy endlich etwas gefunden habe, was mir liegt – das kam ganz natürlich. Jetzt ist es einfach Arbeit, Arbeit, Arbeit. Da darf ich nicht aufgeben. Es gibt Rückschläge, klar, aber die gehören dazu. Ich hatte in dem einen Jahr schon einige Höhen und Tiefen, und das wird bestimmt noch öfter passieren. Davon darf sich keiner entmutigen lassen, denn wenn ich dranbeliebe und alles gebe, wird sich das irgendwann auszahlen.

Abschließend: Was sind deine Ziele für die Zukunft?

Tophoven: Irgendwann nur von meiner Kunst leben zu können. Ich will, dass Leute sich ein Ticket kaufen, um wirklich nur mich zu sehen – dass ich mein eigenes Comedy-Special habe, meine eigene Solo-Tour, deutschlandweit auftreten kann. Das ist mein Traum. Ich will einfach weitermachen, mich weiterentwickeln und schauen, wo das Ganze hinführt.

Vincent Tophoven aus Kommern gewann beim NightWash Talent Award.  | Foto: Brainpool Live Entertainment/Guido Schröder
Vincent Tophoven aus Kommern gewann beim NightWash Talent Award.  | Foto: Brainpool Live Entertainment/Guido Schröder
Redakteur/in:

Ruben Bartsch aus Köln

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