Lindlarer Workcamp des Volksbundes
Kriegsgräberpflege

Drei der beteiligten Jugendlichen sowie (v.l.) Thorsten Wolter, Nicole Berghaus, Michael Jung und Bürgermeister Sven Engelmann.
  | Foto: Sandra Sonntag
  • Drei der beteiligten Jugendlichen sowie (v.l.) Thorsten Wolter, Nicole Berghaus, Michael Jung und Bürgermeister Sven Engelmann.
  • Foto: Sandra Sonntag

Lindlar. Ein Zeichen für Erinnerung, Frieden und deutsch-französische Freundschaft: 23 Jugendliche aus Deutschland und Frankreich nahmen an einem internationalen Workcamp des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Lindlar teil. Eine Woche lang beschäftigten sich die jungen Menschen mit der Geschichte des Nationalsozialismus, der Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewalt-

herrschaft sowie mit der Bedeutung eines friedlichen und vereinten Europas. Anschließend wurde die Jugendbegegnung im nordfranzösischen Monampteuil fortgesetzt.

Die Gruppe setzte sich aus elf Jugendlichen aus Lille und Lyon sowie zwölf Jugendlichen aus verschiedenen Regionen Deutsch-

lands zusammen, die während ihres Aufenthalts in Lindlar in der Jugendherberge untergebracht warwen.

Begleitet wurden sie von Tankred Suckau als Betreuer des Volksbundes sowie zeitweise von Bildungsreferentin Konstanze Bauer, die den Jugendlichen bei einer Führung die Geschichte der Kriegsgräberstätte auf dem Lindlarer Gemeindefriedhof näherbrachte.

Im Mittelpunkt des Aufenthalts stand die Pflege der Kriegsgräber auf dem Gemeindefriedhof.

Einer Einführung folgte die gründliche Reinigung der Grabstätten durch die Jugendlichen.

Michael Jung, Mitarbeiter des Friedhofs der Gemeinde Lindlar, informierte über das Friedhofsgelände und die Trauerhalle. Nicole Berghaus und Friedhelm Schwirten vom Fachbereich Feuerschutz, Friedhof- und Personenstandswesen der Gemeinde Lindlar, unterstützten das Projekt organisatorisch und stellten unter anderem die benötigten Arbeitsmaterialien bereit.

Beim Arbeitseinsatz war auch Thorsten Wolter vom Bezirksvorstand des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge anwesend.

Neben der praktischen Arbeit setzten sich die Jugendlichen intensiv mit den Schicksalen der Kriegsopfer und den unterschiedlichen Erinnerungskulturen in Europa auseinander. Zum Programm gehörte unter anderem eine Exkursion nach Köln mit dem Besuch des NS-Dokumentationszentrums im EL-DE-Haus.

Zum Auftakt der Jugendbegegnung empfing Bürgermeister Sven Engelmann die internationalen Gäste im Rathaus. In seinem Grußwort hob er die Bedeutung von Demokratie, Freiheit und Völkerverständigung hervor und betonte, dass persönliche Begegnungen junger Menschen die Grundlage für ein friedliches Europa bilden.

Vor Beginn des Arbeitseinsatzes überreichte Bürgermeister Engelmann den Jugendlichen kleine Tütchen mit Kornblumensamen sowie im Namen des Partnerschaftskomitees der Gemeinde Lindlar eine finanzielle Unterstützung für eine gemeinsame Erfrischung.

Die Kornblume gilt in Frankreich als zentrales Symbol des Gedenkens an die Opfer der Kriege und steht zugleich für Frieden und Solidarität.

Das Partnerschaftskomitee der Gemeinde Lindlar unterstützte ebenfalls die Jugendbegegnung. Die Vorsitzende Sandra Sonntag und Isabelle de Rochette begleiteten das Projekt und unterstrichen damit die enge Verbundenheit mit der französischen Partnerstadt Brionne sowie die Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft.

Eine der Betreuerinnen fasste den Charakter des Projekts zusammen: „Es ist eine schöne Mischung aus ernsten Themen und Spaß.“ Neben der intensiven Auseinandersetzung mit der Geschichte standen gemeinschaftliche Aktivitäten, der kulturelle Austausch und das Knüpfen neuer Freundschaften im Mittelpunkt.

Das Workcamp „Geschichte schreiben“ war eines von rund 30 internationalen Jugendprojekten, die der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge in diesem Sommer organisiert.

Seit dem ersten Workcamp im Jahr 1953 haben mehr als 300.000 junge Menschen aus ganz Europa an den internationalen Jugendbegegnungen des Volksbundes teilgenommen.

Mit dem Workcamp wurde erneut deutlich, dass Erinnerungsarbeit nicht nur den Blick in die Vergangenheit richtet, sondern jungen Menschen zugleich die Möglichkeit gibt, Verantwortung zu übernehmen, Vorurteile abzubauen und Europa aktiv mitzugestalten.

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RAG - Redaktion

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