Kolpingsfamilien fusionieren
Eine starke Gemeinschaft
- Handschlag Vorsitzender Kolpingsfamilie Lindlar, Rudi Langen mit Vorsitzendem Kolpingsfamilie Frielingsdorf, Gerhard Schulte.
- Foto: Stefan Radermacher
Lindlar. Die Kolpingsfamilien Frielingsdorf, im Dezember 1863 gegründet, und Lindlar, im Februar 1867 gegründet, haben sich kürzlich zur „Kolpingsfamilie Frielingsdorf/Lindlar“ zusammengeschlossen.
Gut eineinhalb Jahre haben die beiden Vereine ihre Programmpunkte gemeinsam durchgeführt, damit die Mitglieder sich besser kennenlernen konnten. Die Vorstände waren sich schnell einig, dass eine Fusion beider Familien die Gemeinschaft und das soziale Leben in der Gemeinde Lindlar stärken würde.
Lindlar mit seinen 55 Mitgliedern hatte das Problem, dass die Bereitschaft jüngerer Mitglieder zur Übernahme von Leitungsaufgaben kaum vorhanden war, und so die Gefahr der Auflösung bestand. Die 70 Mitglieder in Frielingsdorf haben eine wesentliche jüngere Altersstruktur, einen sehr engagierten Vorstand und ein umfängliches Jahresprogramm.
In den außerordentlichen Mitgliederversammlungen im November vergangenen Jahres in Lindlar sowie im April dieses Jahres in Frielingsdorf stimmten die Mitglieder jeweils einstimmig für die Fusion - eine klare Entscheidung mit entsprechendem Auftrag an die Vorstände.
Es mussten einige bürokratische und organisatorische Hürden genommen werden, damit die konstituierende Sitzung zur Genehmigung der neuen Namensgebung, einer neuen Satzung, einer neuen Beitragsordnung sowie der Wahl des er-
gänzenden Vorstandes stattfinden konnte. Der Vorstand aus Frielingsdorf wird komplett bis zum Ende der Wahlperiode im Amt bleiben und durch drei Beisitzer aus Lindlar ergänzt.
Was macht eine Kolpingsfamilie?
Eine Kolpingsfamilie will das Bewusstsein für verantwortliches Leben und solidarisches Handeln fördern. Dabei darf auch der Bildungsauftrag nicht zu kurz kommen. In diesem Sinne werden seit Jahrzehnten bei der Kirmes-Cafeteria, dem Secondhand-Spielwarenbasar sowie dem Weihnachtsmarkt in Frielingsdorf Spenden gesammelt. Dieses Geld fließt ausnahmslos in gemeinnützige Zwecke wie der Speisekammer, der katholischen Jugend, dem katholischen Kindergarten sowie dem Straßenkinder-Projekt „Blumenberg“ in Köln-Nord.
Seit diesem Jahr organisiert die Kolpingsfamilie zusätzlich erfolgreich den Frühjahrsputz in Frielingsdorf, um das Bewusstsein für Natur und Umwelt in der Bevölkerung zu stärken.
Dem Bildungsauftrag wird alljährlich mit Betriebsbesichtigungen, medizinischen und religiösen Vorträgen nachgekommen.
Weiterhin werden jedes Jahr im Januar die Messe zum Gedenktag Kolpings, am Gründonnerstag die Andacht in der Klauser Kapelle, im September die Heilige Messe in der Kapelle Burg und im Oktober der Weltgebetstag organisiert und gestaltet. Ein religiöser Auftrag, der sich durch das ganze Jahr zieht.
Doch kommt bei den Aktionen das gemütliche Beisammensein bei Grillabend oder Neujahrsfrühstück sowie während oder nach einer Veranstaltung nicht zu kurz.
Veranstaltungen für alle offen
In der Nazi-Zeit konnte durch eine Namensänderung des Vereins von „St. Josef Gesellenverein“ in „Kolpingsfamilie“ die Idee Adolph Kolpings in der Gemeinde überleben. Das Wort „Familie“ suggeriert eine „Geschlossene Gesellschaft“. Genau dies ist eine Kolpingsfamilie aber nicht. Sie ist offen für alle, egal welchen Alters, Glaubens, Herkunft oder Geschlecht. Die Kolpingsfamilie lädt zur Teilnahme ein - sei es einfach der Besuch eines Vortrags, Betriebsbesichtigung oder die Mithilfe bei einer Veranstaltung. Für den Secondhand-Spielwarenbasar, Dorfputz, Weihnachtsbasar sowie die Kir-
mes-Cafeteria werden immer wieder helfende Hände gesucht.
Wer die Kolpingsfamilie ehrenamtlich bei der einen oder anderen Veranstaltung unterstützen möchte, wenden sich an Gerhard Schulte, Telefon 0 22 66/27 46.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |