Petersbergstraße wird Fahrradstraße
Wenn Parkplätze wegfallen: "Wo soll denn der ganze Schrott hin?"
- Eng und unübersichtlich: Das Parken wird in der Petersbergstraße ganz neu geordnet.
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von Hans-Willi Hermans
„Endlich, das ist hier eine der schlimmsten Ecken in ganz Köln, die Kinder trauen sich kaum, über die Straße zu gehen“, ruft ein älterer Besucher des Informationsstands an der Ecke Petersbergstraße/Siebengebirgsstraße. Zwei Mitarbeiter aus dem Team des Fahrradbeauftragten informieren dort über die geplante Einrichtung einer Fahrradstraße auf der Petersbergstraße im Abschnitt zwischen Klettenberggürtel und Nassestraße. Dafür sollen die Straße asphaltiert und das Parken neu geordnet werden. Das gibt dem älteren Herrn zu denken: „Dann fallen aber viele Stellplätze weg, wo soll der ganze Schrott denn hin?“, fragt er erstaunt.
In der Tat wird sich in diesem Straßenabschnitt einiges ändern. Derzeit wird dort vogelwild geparkt, mal längs zum Fahrbahnverlauf, mal schräg, wie’s gerade passt. Häufig sind deshalb Teile der Fahrbahn blockiert, oft auch Gehwege zugestellt, insgesamt ist es eng und unübersichtlich. Die Neuordnung wird Folgen haben, denn von den momentan gezählten 158 Stellplätzen sind nur 52 legal, der Rest ist lediglich geduldet. Diese 106 Parkplätze fallen wohl komplett weg, und das in einem Wohnquartier, in dem der Parkdruck ohnehin hoch ist.
In einer Fahrradstraße haben die Radfahrer unbedingten Vorrang, sie dürfen hier in beiden Richtungen fahren, auch nebeneinander. Kraftfahrzeuge sind nur zugelassen, wenn ein Zusatzschild dies ausdrücklich erlaubt, was in der Petersbergstraße aber der Fall sein wird. Ansonsten müssen Kfz-Fahrer in jeder Lage Rücksicht auf die Radler nehmen. Die Petersbergstraße ist Bestandteil des von der Bezirksvertretung Lindenthal beschlossenen Fahrradstraßennetzes durch den Bezirk und ausdrücklich als sichere und bequeme Alternative zur viel befahrenen und gefährlichen Luxemburger Straße gedacht.
Wie genau das Parken künftig geordnet wird, ob auch zwischen den Bäumen Autos abgestellt werden dürfen, ist noch nicht entschieden. Sicher aber ist: Das jetzige Kopfsteinpflaster wird mit Asphalt überzogen, um das Radfahren weniger holprig zu machen. „Das Pflaster ist sowieso schon ein Flickenteppich, das ist nie richtig erneuert worden. Deshalb weint dem auch niemand eine Träne nach“, meint Bezirksvertreter Roland Schüler (Grüne). Die Einrichtung der Fahrradstraße soll noch in diesem Jahr erfolgen, die Kosten betragen knapp 600.000 Euro.
Redakteur/in:EXPRESS - Die Woche - Redaktion aus Köln |