Trauerfeiern bleiben im Ersatzbau
Melaten-Trauerhalle muss im großen Stil saniert werden
- Die Trauerhalle auf Melaten ist in einem sanierungswürdigen Zustand.
- Foto: Csaba Peter Rakoczy
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Auf Melaten steht der Stadt Köln eine größere Baustelle bevor. Das denkmalgeschützte Trauerhallenensemble muss umfassend saniert werden. Was zunächst nach einer Betonsanierung aussah, betrifft inzwischen deutlich mehr Gebäudeteile. Für Angehörige wichtig: Trauerfeiern können weiter stattfinden, allerdings weiterhin im Ersatzbau.
Auf dem Friedhof Melaten muss die Stadt Köln an ein sensibles und zugleich wichtiges Bauprojekt ran. Das denkmalgeschützte Trauerhallenensemble soll umfangreich saniert werden. Die Stadtverwaltung legt dem Rat der Stadt Köln dazu in seiner Sitzung am Donnerstag, 2. Juli 2026, eine Vorlage vor. Darin geht es um den Sanierungsbedarf sowie um eine Grundlagenermittlung und Vorplanung durch die Verwaltung.
Für viele Kölner ist Melaten nicht nur ein Friedhof, sondern ein Ort der Erinnerung, des Abschieds und der Stadtgeschichte. Umso wichtiger ist, dass die Gebäude dort sicher nutzbar bleiben. Genau daran gibt es bei der Trauerhalle jedoch seit einiger Zeit erhebliche Zweifel.
Voruntersuchungen
Bei Voruntersuchungen für eine geplante Betonsanierung waren Schäden an der Trauerhalle festgestellt worden. Diese hatten bereits zu Nutzungseinschränkungen geführt. Die Verkehrssicherheit im Bereich der Sichtbetonflächen an den Fassaden sowie an den Vordachuntersichten konnte nicht gewährleistet werden. Dabei handelt es sich um die sichtbaren Unterseiten der überstehenden Vordächer. Auch die Standsicherheit der Mauerwerkswände war wegen minderwertiger Bauausführung nicht gesichert.
Als Übergangslösung wurde deshalb eine hochwertig ausgestattete Interimshalle errichtet. Sie wird seit Mai 2023 für Trauerfeiern genutzt. Dort können Abschiede weiterhin in direkter Nähe zur eigentlichen Trauerhalle stattfinden.
Gesamtes Ensemble betroffen
Inzwischen ist klar: Eine reine Betonsanierung der Trauerhalle reicht nicht aus. Das ergab eine Gesamtbetrachtung aller Gebäudeteile durch die städtische Gebäudewirtschaft. Stattdessen muss das gesamte Ensemble mit seinen Nebengebäuden saniert werden. Dazu zählen neben der Betriebsunterkunft der Mitarbeitenden des städtischen Bestattungsdienstes auch ein ehemaliges Gewächshaus, der Kühlzellenbereich, das Nebengebäude mit den öffentlichen Besuchertoiletten sowie die zugehörigen Außenanlagen inklusive Einfriedung. Aus einem einzelnen Sanierungsthema ist damit ein deutlich größeres Paket geworden.
Kosten
Für die Grundlagenermittlung und Vorplanung rechnet die Stadt mit Planungs- und Sachverständigenhonoraren von rund 601.000 Euro. Darin enthalten ist bereits ein Risikozuschlag von 15 Prozent. Diese Summe bezieht sich zunächst auf die Vorbereitung der Sanierung, nicht auf die eigentliche Bauausführung. Zusammen mit den Ergebnissen der Vorplanung will die Verwaltung später einen kombinierten Weiter-Planungs- und Baubeschluss zur Entscheidung vorlegen. Die Sanierungsmaßnahme soll anschließend zur Vergabe an ein Totalunternehmen ausgeschrieben werden.
Trauerfeier im Ersatzbau
Bis die denkmalgeschützte Trauerhalle wieder genutzt werden kann, finden Trauerfeiern weiter im Ersatzbau statt. Dieser befindet sich in direkter Nähe. Für Angehörige bleibt damit eine Lösung vor Ort erhalten, auch wenn das historische Ensemble zunächst nicht zur Verfügung steht. Die zu sanierende Trauerhalle mit ihren Nebengebäuden und Außenanlagen stammt aus dem Jahr 1955. Sie liegt am Haupteingang des Friedhofs Melaten an der Piusstraße. Daneben gibt es auf dem Friedhof noch eine alte Trauerhalle aus dem 19. Jahrhundert. Diese wurde von der Stadt Köln bereits aufwendig saniert und wird seit Juni 2024 als Kolumbarium genutzt. (bn.)
Redakteur/in:EXPRESS - Die Woche - Redaktion aus Köln |