Bessere Aufenthaltsqualität
Grannies gegen den Gehweg-Gau

von Hans-Willi Hermans

In die Sülzburgstraße geht man gern zum Shoppen, auch die Aktivisten der „Grannies for Future Köln“ tun das. Sie beklagen allerdings, die Straße sei keineswegs dafür ausgelegt, Fußgängern und Radfahrern, das Leben zu erleichtern. Das Gegenteil sei der Fall, die Straße sei „autofreundlich“. Jetzt wandten sich die engagierten Senioren mit einer Eingabe, in der sie durchgreifende Änderungen fordern, an die städtische Geschäftsstelle für Anregungen und Beschwerden.
Ganz oben auf der Wunschliste stehen dabei zusätzliche Abstellplätze für Fahrräder, etwa vor den Aldi- und Rewe-Märkten. Derzeit stünden dort häufig Räder auf den Gehwegen, auch Lastenräder, und behinderten die Fußgänger, vor allem jene, deren Mobilität eingeschränkt ist. Zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität sollten zudem Bänke aufgestellt werden, etwa vor der Stadtsparkasse, an auf der Ecke Sülzburgstraße/Einhardtstraße und an der Ecke Sülzburgstraße/Emmastraße. Auch, damit Flaneure sich unabhängig von den kommerziellen Interessen der Café-Betreiber auf der Straße aufhalten können.
Um die Sicherheit von Radfahrern zu erhöhen, mahnen die Grannies Markierungen für den Radverkehr auf den Fahrbahnen in beiden Fahrtrichtungen der einspurigen Sülzburgstraße an. Der nötige Platz dafür müsse durch Umwandlung des Schrägparkens in Längsparken geschaffen werden. Zusätzlich sollen Ladezonen eingerichtet werden, damit der Lieferverkehr nicht in zweiter Reihe parken muss und für weitere Gefahren sorgt.
Das Amt für nachhaltige Mobilitätsentwicklung signalisiert in seiner Antwort durchaus Verständnis für die Forderungen. Auch seien schon neue Abstellmöglichkeiten für Räder in Planung, 20 etwa seien vor dem Rewe-Markt vorgesehen, sechs vor der Buchhandlung und ebenfalls sechs vor dem DM-Markt. Eigene Abstellplätze für Lastenräder seien aber nicht angedacht.
„Nach intensiver Prüfung“ kommt man bei der Verwaltung aber zu dem Schluss, dass die Verbesserung der Aufenthaltsqualität „nicht durch punktuelle Maßnahmen“ zu erreichen sei: „Zielführender scheint eine grundsätzliche Umgestaltung des Straßenraumes zu sein“. Deshalb soll die Eingabe der Grannies for Future, die von der IG Lebenswerte Luxemburger Straße unterstützt wird, nun auf einem Runden Tisch mit der Bezirksvertretung Lindenthal am 1. Juli vorgestellt und diskutiert werden.

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EXPRESS - Die Woche - Redaktion aus Köln

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