Getanzte Landschaften
Tanzstück „Performing Landscapes“ feierte Premiere im Forum

Wie lässt sich tänzerisch eine Landschaft  darstellen? Das Stück „Performing Landscapes“ zeigte es.
  • Wie lässt sich tänzerisch eine Landschaft darstellen? Das Stück „Performing Landscapes“ zeigte es.
  • Foto: Kurt Steinhausen
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Leverkusen - Bei den Leverkusener Schul- und Jugendtheatertagen feierte das neue
Tanzstück „Performing Landscapes“ von Anna-Carolin Weber mit vier
Tänzerinnen des Tanztheater Schlebusch eine ausverkaufte Premiere im
Forum.

In der Studiobühne wurden die Besucher von einer kargen Atmosphäre
empfangen: weder Gassen noch Vorhänge verdeckten die Bühnentiefe,
Scheinwerfer, Boxen und Beamer waren dagegen in der Szenerie deutlich
sichtbar. Die im Hintergrund angeordneten Leinwände ermöglichten den
simultanen Blick auf die sich bewegenden Körper und die
Landschaftsaufnahmen auf den Projektionsflächen.

Mit Beginn des Stücks verwandelte sich dieser Raum. Zu elektronischer
Musik breiteten Tänzerinnen ein Netz an Bewegungen aus, begleitet von
einer prägnanten Lichtchoreographie von Noah Otis. Die Bewegungen
wurden in Verbindung zueinander gebracht und zu den
Landschaftsbewegungen in Gewässen, in Schnee und Eis, im Sand wie in
Wald-, Wüsten- und in Kakteenlandschaften, die von Tobias Kopka live
videographisch in Szene gesetzt wurden.

„Musik, Video und Tanz sind als komplett unabhängig entwickelte
Stränge erarbeitet worden und kamen erst in den Endproben auf der
Bühne zusammen. Der Live-Charakter der Entscheidungsfindung aller
Akteure ist dabei zentral. Sowie die Bewegungsordnung im Tanz von den
Entscheidungen jeder Performerin abhängig ist, so entstehen auch die
Videographie und die Lichtchoreographie live in der Aufführung und
beziehen sich erst im Moment aufeinander”, beschreibt Anna-Carolin
Weber die Arbeitsweise des Projekts.

Landschaften sind Räume, in denen Körper Bewegungsmöglichkeiten
entfalten – ebenso wie Körper deutliche Bewegungsspuren in
Landschaften hinterlassen. Die Videosequenzen stammen aus einem
mehrijährigen Recherchezeitraum – aufgenommen in Europa und
Nordamerika mit konkretem Bezug auf die spezifische Bewegung in der
jeweiligen Landschaft. Im dreimonatigen Probenprozess hat sich
Anna-Carolin Weber mit Julia Hensen, Eva Klein, Janina Schlereth und
Clara Somnitz folgenden Fragen gestellt: Wie lässt sich der Eindruck
von Bewegung, der in der Betrachtung einer Landschaft entsteht, in
körperliche Bewegung übertragen? Wie bewegen sich Landschaften? Was
bewegt Landschaften? Wie lässt sich mit körperlicher Bewegung ein
Landschaftseindruck skizzieren?

Das Ergebnis zeigt: „Performing Landscapes“ entwirft
Bewegungslandschaften aus tanz-enden Körpern, bewegten und farblich
verfremdeten Landschaftsbildern in verräumlichter elektronischer
Musik. Das Tanzstück entführt die Betrachter in eine surreale Welt,
und fordert deren Bereitschaft, sich auf ein vielschichtiges Erleben
einzulassen.

 

 

Redakteur:

RAG - Redaktion

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