Drohnen mit KI-Unterstützung
Moderne Kitzrettung

Um möglichst viele Kitze vor dem Tod durch Ausmähen zu bewahren, setzt die Jägerschaft auf Drohnen mit Wärmebildkameras. Foto: D. Reiser-Dünner
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  • hochgeladen von Angelika Koenig

Leverkusen. Um gut vorbereitet in ihre inzwischen fünfte Saison der drohnenunterstützten Kitzrettung zu starten, hat die Leverkusener Jägerschaft den Ablauf in einer simulierten Rettung geübt. Die Setzzeit der Rehe fällt zeitlich mit der ersten Mahd der Wiesen durch die Landwirte zusammen. Der Instinkt der Kitze, sich in den ersten Lebenswochen reglos im hohen Gras zu ducken, wird ihnen beim Mähen der Wiesen zum Verhängnis.
Um möglichst viele Kitze vor dem Tod durch Ausmähen zu bewahren, setzt die Jägerschaft auf Drohnen mit Wärmebildkameras. Während der Setzzeit von Anfang Mai bis Ende Juni machen sich deshalb regelmäßig Teams der Jägerschaft in den frühen Morgenstunden auf, um die Wiesen kurz vor dem Mähen abzusuchen. Früh morgens ist der Temperaturunterschied zwischen dem Kitz und der Umgebung am größten, so dass die Erkennung mittels Wärmebildtechnik am besten funktioniert. Die Teams bestehen aus Drohnenpiloten, Beobachtern und Läufern. Während die Piloten die Wiesen überfliegen, haben die Beobachter den Monitor auf der Suche nach den Jungtieren im Blick. Wird etwas gesichtet, machen sich die Läufer mit Handschuhen und Kescher auf, um die Kitze zu finden. Diese werden in Kisten gesichert, an einem schattigen Platz außerhalb des Gefahrenbereiches abgestellt und nach dem Mähen wieder freigelassen.
Die Jägerschaft verfügt über vier Drohnen, um das gesamte Stadtgebiet bedienen zu können. Die enge Abstimmung mit den Landwirten ist dabei für den Erfolg wesentlich. „Die Zusammenarbeit ist in den letzten Jahren stetig enger geworden, so dass die Abläufe inzwischen sehr gut eingespielt sind", erläutert Dirk Riedel, Obmann der Leverkusener Jägerschaft für die Jungwildrettung. In diesem Jahr setzen die Wildretter erstmalig auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Hierfür wird die Software verschiedener Hersteller im Zusammenspiel mit den Drohnen getestet. Die Jägerschaft verspricht sich von KI-unterstützter Objekterkennung zum einen eine noch höhere Treffergenauigkeit bei der Lokalisierung von Jungtieren und zum anderen mehr Schnelligkeit, was hilfreich ist, wenn mehrere Landwirte gleichzeitig ihre Wiesen mähen müssen. „Die Kombination aus ehrenamtlichem Engagement, Drohnen und Künstlicher Intelligenz hilft, Verantwortung für Wildtiere zu übernehmen und Landwirte davor zu bewahren, Kitze auszumähen", so Riedel.

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RAG - Redaktion

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