70 Jahre nach dem Abitur
Klassentreffen am ehemaligen Carl-Duisberg-Gymnasium
- Die Sechs gehörten zu den ersten Schülern, die – zusammen mit 21 anderen Pennälern – im Jahr 1955 ihre Reifeprüfung am früheren Carl-Duisberg-Gymnasium in Wiesdorf ablegten. Sieben Jahrzehnte später wollten sie ihre alte Wirkungsstätte noch einmal wiedersehen. Foto: Gabi Knops-Feiler
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Leverkusen (gkf). Sieben Jahrzehnte nach ihrer Reifeprüfung sind sechs ehemalige Schüler des Carl-Duisberg-Gymnasiums an ihre alte Wirkungsstätte zurückgekehrt. Mit ihren 90 Jahren gehören Peter Fischer, Klaus Sandhage, Dietmar Jung, Jürgen Karrasch, Dieter Stenz und Karl-Friedrich Hauer zu den noch lebenden Schülern der damaligen Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Oberschule, die im März 1955 als erste Nachkriegsabiturienten ihre Reifeprüfung ablegten. Heute lebt keiner der Ehemaligen mehr in Leverkusen – und auch die Schule selbst existiert längst nicht mehr. „Am 29. April 1946 wurden rund 40 Jungen eingeschult“, schilderte Peter Fischer, der das Wiedersehen organisiert hatte. Zuvor blieben die Leverkusener Schulen von Sommer 1944 bis Herbst 1945 kriegsbedingt geschlossen. 27 Schüler hielten durch und erreichten schließlich die Hochschulreife.
Die Erinnerungen an ihre Schulzeit waren vielschichtig. Viele Lehrer waren nach ihrer Rückkehr aus dem Krieg gezeichnet; manche züchtigten die Jugendlichen sogar, andere wirkten schlicht überfordert. „Wir waren durch die Kriegsjahre sicherlich reifer als die heutige Jugend“, konstatierte Fischer. Doch es gab auch lustige Momente. Zum Beispiel komplett weiß gestrichene Fahrradständer, obwohl eigentlich nur einige für Lehrer vorbehalten waren. Oder den Protest gegen eine fünfte Kerze auf dem Adventskranz, der damit endete, dass sämtliche Kerzen in einer Nacht-und-Nebel-Aktion auf der Heizung im Zimmer des Rektors eingeschmolzen wurden. „Unsere Streiche erinnerten fast etwas an den Film ‚Die Feuerzangenbowle‘“, meinte Fischer lächelnd, als er aus dem Schatz seiner Erinnerungen erzählte – an eine Jugend zwischen Entbehrungen und heiterem Schabernack, aber stets getragen vom festen Zusammenhalt einer besonderen Gemeinschaft. Die Freundschaft der ehemaligen Klassenkameraden hat all die Jahre überdauert; seit 2010 gehören auch ihre Ehefrauen selbstverständlich zu den regelmäßigen Treffen dazu.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |